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Sternstunden in der VLN

Sechs AMG-Siege in Folge: Eine solche Dominanz hat die Nürburgring-Szene in der GT3-Ära der VLN Langstreckenmeisterschaft noch nicht erlebt.

Foto: VLN

Das letzte Mal, dass eine andere Marke gewonnen hat, war beim 24-Stunden-Rennen. Und auch da hätte Mercedes-AMG gewinnen können. Doch wo liegt der Grund? Schnell wäre natürlich die Balance of Performance (BoP) als Täter ausgemacht. Tatsächlich gilt der Mercedes-AMG GT3 als ein Auto, das sehr gut mit Zusatzgewicht klarkommt. Doch das wäre zu kurz gedacht.

Am Nürburgring hält sich schon lange die Weisheit, dass das 24-Stunden-Rennen nur dann gewonnen werden kann, wenn ein Team regelmäßig in der "Grünen Hölle" aufkreuzt. Der Blick in die Siegerlisten beim Rennen zeigt, dass es mit Ausnahme des WRT-Sieges von 2015 in der GT3-Ära ausschließlich klassische "Ringteams" waren, die den Sieg davontrugen.

Maro Engel, der gemeinsam mit Patrick Assenheimer zwei der vier Black-Falcon-Siege in der VLN 2019 geholt hat, sieht es im Interview mit 'Motorsport-Total.com' ähnlich: "Das ist natürlich eine unglaubliche Serie. Es zeigt, wie hochwertig bei Black Falcon gearbeitet wird. Auf der anderen Seite zeigt es, dass es sich auszahlt, bei allen Rennen der Saison mit Performance-Fahrern anzutreten."

Natürlich ist Black Falcon in der komfortablen Position, mit der Assenheimer-Familie einen potenten Geldgeber zu haben. Diese besitzt der eine Autohandelskette. Doch noch immer gibt es Hersteller, die versuchen, mit einem "Billig"-Engagement von drei Rennen im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens den Sieg zu holen. Bislang vergeblich.

Die AMG-Siegesserie wäre bei VLN9 um ein Haar gerissen: Weil beide Black-Falcon-AMGs gleichzu Beginn mit zugesetztem Kühler an die Box kommen mussten und GetSpeed durch eine Kollision ausschied, schien der Sieg für den Manthey-Porsche #911 "Grello" schon sicher - seinerseits ein Stammgast auf der Nordschleife. Doch eine drohende Zeitstrafe führte in der letzten Runde zu erhöhtem Risiko und einem Unfall.

Black Falcon mag den Sieg abgestaubt haben, dem ging allerdings eine spektakuläre Aufholjagd voraus. "Als ich nach dem letzten Stopp rausgekommen bin und drei Autos vor mir hatte, war es für mich nicht absehbar, dass es selbst fürs Podium reicht. Ich habe alle gegeben und hatte den Vorteil der frischeren Reifen gepaart mit wenig Sprit."

Das zahlte sich aus. Engel überholte bis zur letzten Runde die komplette Kampfgruppe um Platz zwei. Der Unfall von Lars Kern beim Überrunden verwandelte den zweiten Platz dann in einen Sieg. "Dieses Jahr war der Renngott ein bisschen häufiger auf unserer Seite", gibt der 34-Jährige zu. Es ist einfach ein unglaublicher Lauf gewesen. Das haben wir genossen. Schade, dass es jetzt in die Winterpause geht."

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