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V8-Supercars als Vorbild für die DTM? Die australischen V8-Supercars sorgen trotz wenig Aerodynamik für viel Action
LAT

V8-Supercars als Vorbild: So würde Timo Glock die DTM ändern

Wieso die australischen V8-Supercars laut Timo Glock ein gutes Vorbild für die DTM-Zukunft wären und wie ein globales Tourenwagen-Konzept aussehen könnte

BMW-Pilot Timo Glock bangt derzeit wie viele andere Akteure und Fans um die Zukunft der DTM. "Es ist schon spät im Jahr und wird daher schwierig", lautet seine Einschätzung, was eine Fortsetzung der Traditionsserie im Jahr 2021 nach dem Audi-Ausstieg angeht. "Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, denn es gibt immer noch die Möglichkeit, auf GT3-Basis was zu machen."

Doch welchen Weg würde der Ex-Formel-1-Pilot selbst bevorzugen, um die DTM zukunftsfit zu machen? "Ich würde die Autos - und das sage ich schon seit Jahren - mehr in Richtung V8-Supercars vereinfachen", verweist Glock im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf die australische Traditionsserie, die sich seit vielen Jahren enormer Beliebtheit erfreut.

"Dort gibt es wenig Aeroteile, wodurch die Basis des Autos deutlich günstiger wäre. Das könnte ein Weg sein." Die populäre Rennserie setzt auf viertürige Limousinen, die sich - ähnlich wie in der DTM - optisch an Serienfahrzeugen orientieren.

Wenig Abtrieb, viel Power

Als V8-Supercars-Basis dient ein Einheitschassis, das durch einige wenige Bauteile von den Serienautos und eine Silhouette des Herstellers ergänzt wird. Der großvolumige Fünf-Liter-V8-Motor sorgt nicht nur für ordentlich Lärm, was beim Publikum gut ankommt, sondern hat auch über 600 PS Leistung.

"Die Autos haben glaube ich 300 Kilo Abtrieb", verrät Glock. "Das ist eigentlich nichts. Und du hast mehr oder weniger ein Straßenfahrzeug, was die Optik angeht. Da sind wenige Flügel dran."

Ganz auf aerodynamische Spielereien verzichtet man allerdings seit 2019 auch "Down Under" nicht mehr: Nachdem Ford als Falcon-Nachfolger den mit einem wuchtigen Heckflügel versehenen Mustang einführte und damit überlegen den Titel holte, wurde dieses Jahr auch der Holden Commodore mit einem riesigen Heckflügel ausgestattet.

DTM vs. V8-Supercars: So sieht der Kostenvergleich aus

Und in welchem Bereich liegen die Einsatzkosten? Pro Jahr bewegen sich die derzeit für ein Auto zwischen 1,2 Millionen (umgerechnet 700.000 Euro) und drei Millionen australischen Dollar (umgerechnet 1,8 Millionen Euro).

Zum Vergleich: Bei einem aktuellen DTM-Auto nach dem Class-1-Reglement sind es rund zwei Millionen Euro pro Saison. In Zukunft will man in Australien aber über die Motoren einen enormen Kostenfaktor in den Griff kriegen, indem das Triebwerk die gesamte Saison halten soll.

Glocks Idee für globales Tourenwagen-Konzept

Bei seiner V8-Supercar-Idee geht es dem Odenwälder aber nicht darum, die australischen Rennwägen in der DTM einzusetzen, sondern um die grundsätzliche Philosophie. "Man könnte auch auf ein Underbody-Konzept setzen, das rein theoretisch überall fahren kann. Du machst als Marke einfach deine Verkleidung - und los geht's!"

Die Vorteile? "Dann musst du auch nicht jedes Mal die Autos verschiffen, sondern du hast drei, vier Autos in Amerika und drei, vier Autos in Japan stehen. Du musst einfach nur die Autos einsetzen, wenn du überall ein einheitliches Konzept hast. Das wäre in meinen Augen für die Zukunft der richtige Weg", meint Glock.

Doch wie könnte man Glocks Idee in der DTM umsetzen? "Indem sich alle Parteien an den Tisch setzen und miteinander versuchen, eine Basis für den Motorsport zu generieren", antwortet er. "Und wenn nicht jeder auf sich selbst schaut, sondern es einheitlich nach vorne geht. Das ist die beste Variante."

DTM zu aufwändig? "Wir Fahrer haben es oft genug geäußert"

Ob das aktuell passiert, kann Glock laut eigenen Angaben "nicht beurteilen. Ich bin da außen vor, denn ich weiß nicht, was in diversen Meetings besprochen wird, wer welche Ziele verfolgt und wie die anderen die DTM und den Tourenwagensport in Zukunft sehen." Fakt sei, dass DTM-Boss Berger nun "vor einer Mammutaufgabe steht, den besten Weg zu finden".

An den Fahrern liege es jedenfalls nicht, dass die DTM keinen günstigeren Weg eingeschlagen habe. "Wir haben es oft genug geäußert", sagt Glock. "Und auch Timo Scheider ist eine lange Zeit in diese Richtung unterwegs gewesen, dass wir die Autos vereinfachen und auf weniger Abtrieb setzen, aber am Ende ist es mein Job, einfach Auto zu fahren."

Motorsport-Total.com

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