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Mercedes: "Alles Negative abschütteln"

Nach dem Rückschlag in Spielberg warnt Mercedes-DTM-Teamchef davor, sich in "irgendeine Negativspirale zu begeben" - Gewinn des Triple das Ziel.

Einen Titel hat Mercedes in der DTM-Saison 2018 bereits gewonnen: den Hersteller-Titel. 865 Punkte haben die Stuttgarter bereits gesammelt und liegen mit 302 Zählern Vorsprung vor BMW (563) - und damit uneinholbar bei noch zwei verbleibenden Rennen. Vor dem Finale in Hockenheim steht auch schon fest: Die Meisterschaft der Teams wird ebenfalls von Mercedes gewonnen, denn in der Teamwertung liegen alle drei HWA-Mannschaften in Führung. Allerdings ist noch nicht klar, welches Team den Titel nach Stuttgart holen wird.

Zwei von drei Titeln stehen schon fest, doch damit möchte sich Mercedes nicht begnügen, denn auch der dritte - und vielleicht wichtigste - soll ins Schwabenland: der Fahrertitel. "Natürlich haben wir uns alle über die Titelgewinne gefreut. Aber die wichtigste Trophäe in der DTM ist nun mal der Fahrertitel. Und im Kampf um diesen haben wir leider Boden verloren. Das lag zum einen daran, dass Audi in den letzten Rennen immer stärker wurde, zum anderen aber an unserer eigenen Leistung. Aber solche Rückschläge gehören zum Sport", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz.

Am Red-Bull-Ring musste Mercedes ein Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft wegstecken. Wie schon am Nürburgring gewann Audi-Pilot Rene Rast beide Rennen und verkürzte den Rückstand auf die führenden Mercedes-Fahrer Paul di Resta und Gary Paffett auf 30 beziehungsweise 26 Punkte. Zwei Rennen vor Schluss ist der amtierende DTM-Champion plötzlich wieder in Schlagdistanz und hat realistische Chancen, seinen Titel zu verteidigen.

Nicht in Negativspirale begeben!

Doch der DTM-Rennleiter der Stuttgarter warnt davor, sich davon herunterziehen zu lassen. "Ich warne auch ausdrücklich davor, jetzt alles schlecht zu reden oder sich in irgendeine Negativspirale zu begeben. Wenn man sich gerade die Herstellerwertung anschaut, dann muss man sagen, dass wir dieses Jahr dominiert haben. Auch in Spielberg standen wir zweimal auf der Pole und haben zumindest einen Podestplatz eingefahren."

Die Ausgangslage für den Showdown um den Titel ist nicht schlecht, meint Fritz: "Wir haben mit Paul und Gary zwei Mercedes-Fahrer auf den ersten beiden Positionen der Meisterschaftswertung, kommen mit einem Punktevorsprung nach Hockenheim und das schaffst du in der DTM nicht, wenn es im Team nicht funktioniert."

Für das Finale soll sich das Team "wieder auf unsere Stärke konzentrieren und alles Negative abschütteln", so der Mercedes-Teamchef. "Abgesehen davon, werden wir genauso fokussiert weiterarbeiten wie bisher. Wir wollen das Triple perfekt machen - und dazu gehört auch der Fahrertitel. Das steht außer Frage."

In Spielberg wurde das Thema Teamorder heiß diskutiert, als Rene Rast von seinen Audi-Kollegen Mike Rockenfeller und Nico Müller die Siege geschenkt bekam. Fritz kann das Manöver der Ingolstädter nachvollziehen. "Ich kann verstehen, dass der Fan darüber nicht begeistert war. Das waren wir auch nicht. Auf der anderen Seite sind solche Aktionen aber auch Teil der DTM. Wir haben Pascal bei seinem Meistertitel 2015 auch unterstützt. Wichtig finde ich, dass man damit offen umgeht. Das haben wir 2015 getan und das hat Audi am Wochenende getan. Die DTM ist am Ende des Tages einfach auch ein Teamsport", erklärt er.

Mercedes musste sich am Red-Bull-Ring erneut für schlechte Boxenstopps Kritik anhören. "Natürlich sieht es nicht gut aus, wenn ein Boxenstopp daneben geht und leider ist uns das in letzter Zeit häufiger passiert. Was ich nicht akzeptieren kann, ist, dass Leute dann in den sozialen Netzwerken auf die Jungs einprügeln - insbesondere dann nicht, wenn klar sein muss, dass wir das Rennen am Sonntag nicht in der Box verloren haben, sondern schlicht nicht die Pace der beiden Audis hatten. Das ganze Team trainiert wirklich hart und jeder gibt sein Bestes. Was sie jetzt brauchen, ist die Unterstützung unserer Fans. Wir als Team stehen definitiv hinter ihnen", sagt Fritz.

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