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MotoGP: Mugello

Sturz von Pirro überschattet Auftakt

Gaststarter Michele Pirro sorgte im zweiten Training mit der Werks-Ducati für bange Momente, Lebensgefahr soll aber keine bestehen.

Bildquelle: Ducati Corse

Die Freitagsbestzeit vom scheidenden Suzuki-Werksfahrer Andrea Iannone rückte zum Auftakt in Mugello in den Hintergrund – das zweite freie Training zum Grand Prix von Italien wurde von einem schweren Sturz von Ducati-Testpilot Michele Pirro überschattet: Der 31jährige Italiener verlor beim Anbremsen von Kurve 1 (San Donato) die Kontrolle über seine Desmosedici GP18 und flog bei noch fast 300 km/h im hohen Bogen über den Lenker seiner Maschine, nachdem auch das Vorderrad blockierte.

Bei seinem Sturz verlor der Italiener offensichtlich das Bewusstsein und wirbelte ohne erkennbare Körperspannung durch das Kiesbett. Die Trainingseinheit wurde sofort unterbrochen. Sanitäter kümmerten sich um den im Kiesbett liegenden Pirro und behandelten ihn noch an der Unfallstelle. In den Boxen warteten andere Fahrer und Teammitglieder gespannt auf Neuigkeiten. Mehrere Minuten vergingen, bis bekanntgegeben wurde, dass Pirro zumindest bei Bewusstsein sei.

Wenig später wurde der Ducati-Pilot in einem Rettungswagen ins Streckenhospital gebracht, wo aber beschlossen wurde, ihn in ein Florentiner Krankenhaus einzuliefern. "Michele ist bei Bewusstsein und kann sprechen. Er erinnert sich nicht an das, was passiert ist. Er kann Arme und Beine bewegen, hat aber eine Verletzung an der Schulter", kommentierte Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti.

"Wir können froh sein, dass er mit den Füßen voran aufgekommen ist, weil ein Aufschlag mit dem Kopf nach vier Metern freiem Fall fürchterlich gewesen wäre", kommentierte Ducati-Teamkollege Jorge Lorenzo den Abflug. "Warten wir 24 Stunden und hoffen, dass es Michele gut geht. Das ist wichtig. Warum es passiert ist? Ich weiß es nicht. Es war ziemlich merkwürdig."

Valentino Rossi hingegen hatte eine Erklärung parat, wie es zu dem Zwischenfall gekommen sein könnte: "Die Bremszone vor San Donato ist eine gefährliche Stelle. Man fährt über die Kuppe und ist sehr schnell. Es gibt stets einen Moment, in dem das Motorrad keinen Kontakt zur Strecke hat. Ich glaube, bei Pirro wurde das Vorderrad auf der Bodenwelle unruhig. Dadurch kam er ohne Bremswirkung zum Bremspunkt. Die Beläge wurden auseinandergedrückt."

Nach ersten Untersuchungen in der Klinik im nahegelegenen Florenz wurden weitere Details zum Gesundheitszustand von Michele Pirro veröffentlicht: Der Italiener hat sich Verletzungen an der Brust sowie an Bauch und Rücken zugezogen, zudem war die linke Schulter ausgerenkt. Bereits kurz nach dem Sturz soll Pirro wieder bei Bewusstsein gewesen sein, über eine Kopfverletzung war vorerst nichts bekannt. Somit hätte er diesen Unfall den Umständen entsprechend glimpflich überstanden, wenngleich an eine Teilnahme am weiteren Wochenende natürlich nicht zu denken ist.

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