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IndyCar: Indy 500

Alonso scheitert an der Qualifikation

Der Versuch McLarens, sich in Nordamerika zu reetablieren, darf als gescheitert angesehen werden – Fernando Alonso muss zuschauen.

Nach der Polerunde des Franzosen Simon Pagenaud (Penske) am Samstag ließen am zweiten Qualifyingtag für die diesjährigen 500 Meilen von Indianapolis anhaltende Regenfälle eine Einhaltung des ursprünglich geplanten Zeitplans nicht zu. Das vorhergesagte Unwetter hatte das knapp vier Kilometer lange Oval stundenlang fest im Griff.

Nach einer Verzögerung von viereinviertel Stunden konnte das sog. "Last Row Shootout" mit den sechs Wackelkandidaten im Kampf um die drei Plätze in der letzten Startreihe doch noch über die Bühne gehen: James Hinchcliffe, Max Chilton, Fernando Alonso, Sage Karam, Patricio O'Ward und Kyle Kaiser gingen nach ihrer Nichtqualifikation für die Top 30 ins Einzelzeitfahren über jeweils vier fliegende Runden.

Hinchcliffe musste also vorlegen und markierte einen Schnitt von 227,543 mph. Chilton zog mit 226,192 mph nach. Dann ging Alonso, der im Mittwochstraining einen Unfall hatte, auf die Bahn. Sein umgebauter Dallara IR12 ermöglichte Alonso einen Schnitt von 227,353 mph – hinter Hinchcliffe, aber vor Chilton. Karam war der Nächste auf der Strecke: Der 24jährige, der trotz junger Jahre bereits vier Indy 500s bestritten hat, brachte es auf 227,740 mph, womit er sich an die Spitze und Alonso auf den "heißen Sitz" der 33. Position schob. Chilton stand damit bereits als DNQ fest.

O'Ward ging als Vorletzter auf die Strecke. Als Teamkollege von Chilton bei Carlin, das auch McLaren wesentlich unterstützte, saß der 20jährige mexikanische Rookie nach einem Unfall am Donnerstag im Ersatzauto. Mit diesem legte er einen Schnitt von 227,092 mph hin. Damit war er zwar schneller als Chilton, aber langsamer als Alonso und somit wie sein Teamkollege nicht beim Rennen dabei. Hinchcliffe konnte durchatmen: Nach seiner Nicht-Qualifikation im Vorjahr konnte der IRL-Fixstarter eine weitere Blamage abwenden.

Nach seinem Unfall am Freitag rückte Kaiser mit dem ohne Hauptsponsor versehenen Dallara-Chevrolet des Juncos-Teams als Letzter aus. Der 23jährige, der bislang erst fünf IndyCar-Rennen absolviert hatte, fuhr einen Vier-Runden-Schnitt von 227,372 mph. Damit war die Sensation perfekt: Kaiser verdrängte nach zehn Meilen Alonso um 0,019 mph und schaffte die Qualifikation. Er, Karam und Hinchcliffe dürfen am 26. Mai am Indy 500 teilnehmen, während Alonso, O'Ward und Chilton nur Zuschauer sein werden.

McLarens vorwiegend nomineller Versuch, nach einer erfolgreichen Vergangenheit im nordamerikanischen Monopostosport wieder Fuß zu fassen und nebst dem enttäuschenden Status quo in der Formel-1-WM ein zweites Motorsportstandbein zu etablieren, ist damit vorerst, aber dafür robust gescheitert. Auch Alonsos Chance auf die Triple Crown aus Monaco GP, 24h von Le Mans und Indy 500 muss zumindest ein Jahr warten; vor allem die Medien des Konglomerats Motorsport Network, dessen Vorsitzender mit Zak Brown ausgerechnet der CEO von McLaren ist, hatten diesen Aspekt massiv propagiert.

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