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Motorrad-WM: Katar

Ducati-Beschwerde über Qualifying-Taktik

Im Windschatten von Danilo Petrucci fuhr Marc Marquez in die erste Startreihe für den MotoGP-Auftakt 2019 - Petrucci: "Er war die Katze, ich die Maus".

Bildquelle: motogp.com

Neue MotoGP-Saison, aber die alten Spielchen. Im Qualifying zum Saisonauftakt 2019, dem Grand Prix von Katar in Losail, kam es am Samstag einmal mehr zu strittigen Szenen. Wie üblich wollte keiner der erste in einer Gruppe von Fahrern sein und somit den Nachfolgenden einen Windschatten "schenken". Die Protagonisten am Katar-Samstag: Danilo Petrucci (Ducati) und Marc Marquez (Honda).

Als Q2 eröffnet wurde, führte Petrucci eine Gruppe auf die Strecke. Ihm im Nacken saß Marquez, der weitere Piloten direkt hinter sich hatte. Petrucci nahm seine erste fliegende Runde in Angriff, nahm dann aber schon direkt nach Kurve 1 Tempo heraus, weil er merkte, wie ihm Marquez dicht auf den Fersen war. Beim zweiten Anlauf ein ähnliches Bild: Wieder klemmte sich Marquez in den Windschatten von Petrucci, der diesmal aber am Gas blieb.

Ducati ging im Anschluss an das Qualifying zur Rennleitung, um sich über die Strategie des fünfmaligen und amtierenden MotoGP-Weltmeisters zu beschweren. Der sieht das Ganze aber gelassen. "Willkommen im Werksteam", so Marquez in Anspielung auf Petrucci, um zu erklären: "Wenn man auf einer Werksmaschine sitzt, ist es nun mal so, dass einem viele Piloten folgen. Wie oft sind sie mir schon gefolgt? Aber das ist okay."

Die Beschwerde seitens Ducati war nicht von Erfolg gekrönt. Während Marquez am Sonntag als Dritter aus der ersten Reihe startet, geht der neue Ducati-Werkspilot Petrucci von Position sieben und damit aus der dritten Reihe ins Rennen. Der Italiener selbst will die Szene aus dem Qualifying ohnehin nicht überbewerten, sondern ärgert sich in erster Linie über sich selbst.

"Marc lag hinter mir und hat mich sicherlich unter zusätzlichen Druck gesetzt. Aber so ist es nun mal", meint Petrucci und fügt hinzu: "Er ist sehr clever und hat sich eine Strategie ausgedacht, die aufgegangen ist. Ich bin einfach enttäuscht, dass ich es ihm ermöglicht habe, diese Strategie aufgehen zu lassen."

Marquez bestätigt dies: "Gestern fühlte ich mich gut. Heute war es bei dem starken Wind etwas schwieriger. Im Qualifying versuchte ich dann meine Karten zu spielen, indem ich es mit einer anderen Strategie probierte. Mein Ziel war die erste Startreihe." Dies ist gelungen. So schiebt Petrucci mit einem Grinsen hinterher: "Marc war cleverer als ich. Er war gewissermaßen die Katze und ich war die Maus. Er hat gewonnen."

"Wir wissen, dass Marc schnell ist und die Honda besser geworden ist. Der Motor ist jetzt sehr stark", so Petrucci weiter. "Dass er jetzt vor mir steht, ist das Schlechteste am heutigen Tag. Denn das ist die schlechteste Strecke für sie. Ich wäre gerne aus einer der beiden vorderen Reihen losgefahren, aber auch der siebte Startplatz ist nicht so schlecht."

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