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Ruben Xaus feiert Doppelsieg

Die Cracks der Superbike-WM zeigten in Misano Renn-Action vom Feinsten, vor allem der erste Lauf war ein wahrer „Thriller“.

Manfred Wolf

WM-Leader Neil Hodgson musste in Führung liegend zu Boden, kurz darauf stürzte nach einer starken Anfangsphase auch Superstock-Europameister Vittorio Iannuzzo (Suzuki). Was dann folgte, war eines der spannendsten Superbike-Rennen seit langer Zeit.

Hodgsons Teamkollege Ruben Xaus auf der Werks-Ducati 999 kämpfte gegen Pierfrancesco Chili und James Toseland, die beide auf technisch leicht unterlegenen Privat-Ducatis unterwegs sind.

Chili war vor heimischen Publikum natürlich bis über beide Ohren motiviert und konnte vier Runden vor Schluss – trotz PS-Manko – sogar an Xaus vorbeigehen. Dieser holte sich die Führung aber postwendend zurück, dabei nutzte er den immensen Highspeed seiner Ducati auf der langen Geraden aus.

Alle drei erschreckten die Zuseher immer wieder mit Slides, alle drei fuhren offensichtlich im absoluten Grenzbereich. Die Entscheidung musste in der letzten Runde fallen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn Chili übertrieb es und stürzte spektakulär. Chili, der am Freitag 39 Jahre alt wurde, hätte sich nach diesem Kampf ein schöneres Geburtstagsgeschenk verdient, daraus wurde aber leider nichts.

So gewann Ruben Xaus den siebenten Lauf zur Superbike-WM 2003 und feierte damit seinen ersten Sieg in diesem Jahr: „Das Rennen war sehr hart. Ich habe gewusst, dass ich viel Verantwortung trage. Aber wie man sieht, bin ich damit klargekommen.“

James Toseland kam auf Rang zwei, er profitierte dabei vom Sturz Chilis: „Ich möchte Pierfrancesco zu seinem Geburtstag gratulieren. Er hat so hart für den Sieg gekämpft und ich hätte es ihm gegönnt, dass ich jetzt von seinem Sturz profitiere ist bitter – aber so ist Racing eben…“

Regis Laconi (Ducati) erbte nach Chilis Sturz Rang 3. „Ich konnte das Tempo von Chili, Toseland und Xaus nicht mitgehen. Rang 3 ist in Ordnung.“

Troy Corser fuhr mit dem FP-1 Dreizylinder auf Rang 7. „Unser Chassis ist so gut, dass ich in den Kurven immer eine halbe bis eine Sekunde auf die Vorderleute gutmachen konnte“, freute sich der Australier: „Jetzt müssen wir noch am Motor arbeiten, dann sind wir voll dabei!“

Der zweite Lauf gestaltete sich wesentlich unspannender, die Ducati-Werkspiloten Xaus und Hodgson konnten sich vom Feld absetzen.

Erstaunlicherweise gelang es dem 24jährigen Spanier seinen heuer dominierenden Teamkollegen in der letzten Runde auszutrickesen: In der letzten Kurve am Ende der Gegengeraden kam Xaus von außen und bremste Hodgson aus.

Hodgson startet keinen Gegenangriff und gab sich mit 20 Zählern für Rang zwei zufrieden. Der dritte Rang ging diesmal an den umjubelten Pierfrancesco Chili.

Regis Laconi schnappte sich vor Suzuki-Pilot Gregorio Lavilla (29) Rang 4. Dessen Teamkollege Vittorio Iannuzzo schaffte Platz 7 und war damit für seinen Sturz im ersten Lauf entschädigt.

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