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WRC-Debüt für Toto Wolff

Sensation in der Rallye-ÖM, Toto Wolff pilotiert bei der OMV Rallye Waldviertel ein Toyota Corolla WRC, ein Ex-Auto von Didier Auriol.

Genau ein Jahr ist es jetzt her, dass Toto Wolff im Waldviertel seinen ersten Rallye-Staatsmeisterschaftslauf absolvierte. Was 2004 mit einem Gruppe N Mitsubishi begann, erlebt mit dem Auftritt in einem World Rallye Car bei der OMV Waldviertel Rallye 2005 seinen bisherigen Höhepunkt.

Dazwischen liegen 12 sehr bewegte Monate, die Toto Wolff in seinem neuen Metier „Rallyesport“ durch alle Höhen und Tiefen gehen ließ.

Alles begann mit einem Testeinsatz beim Harrach-Sprint, bei dem es gleich eine Top 10-Platzierung gab. Im Waldviertel lag Toto bis zu seinem Ausfall ebenfalls bereits unter den besten zehn der Gesamtwertung.

Ab diesem Zeitpunkt war klar: Der Rundstrecken-Spezialist wird neben seinen Einsätzen auf der Langstrecke das Hauptaugenmerk auf den Rallyesport legen und die gesamte Österreichische Meisterschaft auf einem Gruppe N Mitsubishi EVO VIII bestreiten. Sein Co-Pilot kommt aus dem Waldviertel: Gerry Pöschl!

Was folgte, waren viele up and downs. „Da musste ich durch eine sehr harte Schule gehen“, erinnert sich Wolff, dessen Ehrgeiz aber ungebrochen blieb. Im Gegenteil: Die fehlende Praxis holte er sich durch Einsätze mit dem Meisterauto von Raimund Baumschlager, dem Mitsubishi EVO V, Gruppe A, in der Austrian Rallye Challenge.

Gleich beim ersten Antreten gab es das erste Erfolgserlebnis: Toto Wolff holte sich bei der Triestingtal-Rallye den Gesamtsieg! Es folgten ein zweiter Platz im Mühlviertel und ein dritter Rang beim Harrach-Sprint.

Und auch in der Meisterschaft lief es weit besser: Vierter der Gruppe N bei der Dunlop-Rallye, Zweiter bei der 1000 Hügel Rallye, zuletzt in der Steiermark sogar in Führung – dann der Ausfall nach einem bösen Crash: „Wir waren alle so eng beisammen, da musste ich etwas probieren. Ist leider nicht gut gegangen. Aber das ist Motorsport.“

Das nötige Selbstvertrauen holte sich Toto dann in Deutschland: Bei seinem WM-Debüt fuhr er sogar sensationell eine Gruppe-N-Bestzeit! „Da habe ich gesehen, dass ich mit jedem Kilometer sicherer werde, und damit auch die nötige Konstanz an den Tag legen kann“, sagt der Wiener, dessen Auto von Raimund Baumschlagers Firma BRR eingesetzt wird.

„Dass ich heute soweit bin, kann ich auch Raimund verdanken. Er hat mir in diesem Jahr sehr viel geholfen, mir viele wichtige Tipps gegeben“, sagt Toto.

Als Team-Player war Wolff auch bei den WM-Einsätzen der Red Bull Junioren dabei: „Ich wollte einfach mal sehen, wie es in der obersten Liga zugeht, bin mit Ihnen auch die Sonderprüfungen abgefahren – und war begeistert. Da war mir klar: Ich muss einmal in einem WRC sitzen.“

Das Auto

Mit welchem Auto wird gefahren? „Es handelt sich um einen Toyota Corolla WRC. Es ist ein Ex-Werksauto, also eine Leichtbau-Version mit letzter Spezifikation, zwei aktiven Differentialen und einem High Compression Motor. Eingesetzt wird das Fahrzeug von ROMO-Motorsport Technik unter der Leitung von Ronald Leschhorn mit logistischer Unterstützung von BRR. Pilotiert wurde der Toyota seinerzeit von Didier Auriol.

Motivation

Was ist die Motivation? „WRC ist eben die Topklasse des Rallyesports. Da ist es natürlich auch eines meiner Ziele, einmal so ein Auto in einer Meisterschaft zu bewegen.“

Warum das WRC-Debüt gerade im Waldviertel? „Weil es eine große Rallye ist, die ein Jubiläum feiert. Und ich bei dieser Veranstaltung so ein tolles Auto ganz ohne Druck probieren kann.“

Partner

Ermöglicht wurde der Einsatz beim Saison-Finale durch zwei neue Partner: Zum einen die BRAIN FORCE Software AG, ein IT-Dienstleistungsunternehmen mit 12 Standorten in ganz Europa, zum anderen die System Integration & Technology Distribution AG, kurz S&T AG genannt, mit Sitz in Wien. Der Vorstandsvorsitzende bei S&T ist auch in Rallye-Kreisen bekannt: Christian Rosner pilotiert in der Historic-Trophy erfolgreich einen Porsche 911.

„Über diese beiden Partner freue ich mich sehr“, gesteht Toto, „denn beide Unternehmen sind nicht nur große, finanziell sehr potente, börsennotierte Unternehmen, sondern auch neu im Motorsport.“

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