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Rallye-ÖM: Castrol-Rallye

Erntezeit

Willi Rabl kann mit seinem Auftritt bei der Castrol-Rallye zufrieden sein, der Niederösterreicher holte Platz fünf in der Dieselklasse.

Drei Rallyes lang hat Willi Rabl Junior in dieser Saison das Fahren bei schlechter Bodenhaftung im praktischen Einsatz trainiert, und Gelegenheit dafür war reichlich vorhanden.

Drei Rallyes lang hat Willi Rabl Junior eifrig an der Verbesserung seiner Performance unter widrigen Bedingungen gearbeitet, nachdem er im vergangenen Jahr, unter besseren Verhältnissen und bei geringerer Konkurrenz, schon Podestplätze geschafft hatte.

Es lief von einer Rallye zur nächsten besser, und man konnte erkennen, daß es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis es einmal zu einem richtig guten Ergebnis kommen würde.

Ein solches war zweifellos der fünfte Platz in der Dieselklasse bei der Castrol Pölstal Judenburg-Rallye, dem jüngsten Lauf zur österreichischen Rallye-Meisterschaft.

Kein Podestrang zwar, aber man darf ja nicht vergessen, daß die Konkurrenz in der Dieselklasse, die überdies in diesem Jahr zur Klasse der alternativ angetriebenen Fahrzeuge ausgeweitet wurde, zum jetzigen Zeitpunkt gewaltig höher ist als in der Saison 2005. Nicht nur der Einstieg von Beppo Harrach mit dem Erdgas-Mitsubishi hat die sportlichen Gegebenheiten gewaltig erschwert.

Interessant wurde es diesmal vor allem dadurch, daß eine größtenteils völlig neue Rallye auf dem Programm stand, lediglich einige wenige Streckenabschnitte erinnern an eine in den Neunziger Jahren sehr bekannte Veranstaltung.

Unter dem riesigen Starterfeld, das sich in Judenburg einfand, waren jedoch auffallend wenige Teilnehmer, die bei der früheren BOSCH Super Rallye bzw. der A1-Ring-Rallye schon dabei waren. In der Streckencharakteristik sind durchaus Ähnlichkeiten mit der dahingeschiedenen Castrol-Rallye in Kärnten erkennbar, und geregnet hat es auch wieder einmal. Die sportliche Herausforderung war enorm.

Nach so vielen zurückgelegten Rallye-Kilometern im Nassen behauptet Willi Rabl von sich, im Regen mittlerweile schon lieber zu fahren als auf dem Trockenen. Der Beginn der Castrol Pölstal Judenburg-Rallye bestätigt diesen Eindruck auch ein wenig, denn während er die beiden ersten Prüfungen auf dem 46. Gesamtrang beendete, konnte er sich auf der dritten Prüfung, der mittlerweile nun schon regennassen SP Oberzeiring, auf den 31. Platz verbessern.

Das war nun schon ganz gut, es ging aber noch mehr. Die Finalprüfung auf dem Rundkurs in Judenburg, die besonders nach seinem Geschmack war, beendete er nach einer 23. Gesamt-Zeit als 28. im Zwischenklassement. Auch in der Dieselwertung sah es mit einem siebenten Platz schon ganz hervorragend aus.

Und es ging noch besser. Im Prinzip ging es für Willi Rabl bis zur zwölften Prüfung nur nach vorne, daß er auf der ersten Seckau-Prüfung nach eigenen Angaben bei Tempo 200 zu spät gebremst und dabei vier Sekunden verloren hatte, weil er eine Kurve nicht mehr kriegte und geradeaus weiterrutschte, spielte keine Rolle.

Ein wenig lästiger schien da schon zu sein, daß ab der Mittagszeit während des Samstages häufig Wetterumschwünge auftraten. Die Unsicherheit, für welchen Reifen man sich entscheiden möge, war extrem groß. So passierte es, daß Willi Rabl mit Slicks auf die Strecke rollte, als der Regen seinen Höhepunkt erreichte, während er auf trockener Fahrbahn mit Regenreifen fuhr.

Hätte man eine Münze geworfen, hätte man wohl nicht mehr falsch machen können. Es waren ähnliche intuitive Fähigkeiten gefordert wie beim Kartenspielen, eindeutig nicht die Domäne von Willi Rabl.

Trotzdem erlebte der VW-Fahrer aus Mautern mit interessanten familiären Wurzeln, der wohl sicher eines der schwächsten Dieselautos fährt, gerade in dieser turbulenten Phase sein größtes Glücksgefühl, mit der 15. Gesamtzeit auf der – man soll’s nicht glauben – 15. Prüfung ließ er einige bedeutend stärkere Wagen hinter sich.

Daß es wie erwähnt insgesamt zu einem 5. Platz in der Alternativ-Klasse gereicht hat, und zu einem 22. Platz in der Gesamtwertung, darf als Lohn einer Maximalleistung angesehen werden. Mit diesen technischen Möglichkeiten hätte die Rallye kaum besser ausgehen können.

Nennenswert ist vielleicht auch die Plazierung direkt hinter dem sensationellen deutschen Gastfahrer Jeffrey Wiesner, der den Suzuki-Cup überlegen gewonnen hatte: Willi Rabl lag nur eine halbe Sekunde dahinter.

Betrachtet man die Konkurrenzverhältnisse, ist es mit Sicherheit der bisher größte Erfolg von Willi Rabl Junior und Martin Brunner seit ihrem Rallye-Einstieg im vergangenen Jahr.

Da freut man sich natürlich auf die nächste Rallye umso mehr: Bei der Skoda-Rallye Maribor in drei Wochen geht es weiter, ehe eine zweimonatige Pause kommt. Die ist nach dem zuletzt sehr prall gefüllten Kalender auch wirklich verdient.

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