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Alles neu macht der Mai

Eddy Schlagers neuer Gr.A-Wagen (samt neuem Co) hatte notgedrungen schon beim 2. Lauf zur tschechischen Sprint-Rallye-Meisterschaft sein Roll-Out.

Eigentlich war der erste Einsatz des neu aufgebauten Mitsubishi Lancer Evo VII erst für die „Heimrallye“ im Juni in Tišnov geplant, wo ja bekanntlich auch um Punkte für die Austrian Rallye Challenge gekämpft werden wird. Der kapitale Motorschaden am gewohnten Evo VI in Hustopeče ließ Eddy Schlager allerdings keine Wahl.

Gefahren wurde rund um Hradek nad Nisou, nordwestlich von Liberec, genau im Dreiländereck Tschechien-Deutschland-Polen. Als erster Lauf zum Lausitz-Pokal (Lužice heißt auf tschechisch nichts anderes als Lausitz) hatten auch einige ostdeutsche Piloten den Weg über die Grenze gefunden und bereicherten das insgesamt 91 Teams starke Feld.

Eddy Schlager ging die Rallye mit einem neuen Co-Piloten an: Josef Sitnik hatte nach den letzten Mißerfolgen freiwillig das Handtuch geworfen, was wegen des an sich guten Einvernehmens mit Bedauern aufgenommen wurde. Ersatz war glücklicherweise rasch in Person von Petr Kolař aus Zlin gefunden, auch er ein Veteran mit langjähriger Erfahrung. Scheinbar schien sich das Pech aber weiter fortzusetzen: Man stand zur Eröffnungs-SP angestellt, als es stark zu regnen begann, und natürlich hatte man Slicks montiert.

Als ob dies noch nicht genug gewesen wäre, starb in einer engen Rechtskurve der Motor ab und ließ sich nicht gleich wieder starten. Gerade als Eddy Schlager über den frühesten Ausfall seiner Karriere nachzudenken begann, sprang der Motor aber nach einem eigentlich als Alibi-Aktion gedachten neuerlichen Startversuch wieder an. Glücklicherweise war wenigstens nur eine halbe Minute vergangen.

Ausgerechnet in einer extrem engen Linkskurve gab’s dann in SP 2 auch noch einen Dreher auf dem glitschigen Geläuf. Die Straße war so eng, daß man mehrmals reversieren mußte, ehe der Kühler wieder in Fahrtrichtung zeigte. Mit insgesamt einer guten Minute Zeitverlust kam man ins Service, montierte Regenreifen und hoffte aufs Beste. Tatsächlich verliefen die nächsten beiden SP absolut problemlos, sodaß man sich im Gesamtklassement ein ganzes Stück zu verbessern vermochte.

Den Nachmittag verbrachte das Feld auf sehr selektiven Prüfungen an der polnischen Grenze, wobei auch einige wunderschöne, enge Waldstraßen mit Schotter zu befahren waren. Leider holte man sich gleich in SP 5 einen Reifenschaden, fuhr auf der Felge ins Ziel und büßte weitere 15 sec. ein. Die nächsten Minuten wurden ziemlich stressig, denn der Start zur 6. SP war nur wenige hundert Meter entfernt, entsprechend knapp die für den Radwechsel zur Verfügung stehende Zeit. Irgendwie schaffte man es aber, in den letzten Sekunden der Idealminute an der Zeitkontrolle zu stempeln, auch wenn man ziemlich außer Atem war.

Die restlichen drei Sonderprüfungen absolvierte das Team dann ganz auf der sicheren Seite, um endlich einmal das Ziel zu sehen. Was auch gelang. Platz 11 gesamt und Platz 3 in der Klasse war letztendlich das Resultat. Die bösen Geister scheinen damit vorläufig einmal gebannt zu sein. Als nächster Einsatz steht in knapp drei Wochen (9./10. Juni) die Eurostroj-Rallye Tišnov etwas nördlich von Brünn auf dem Programm.

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