RALLYE

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Hochschaubahn der Gefühle

Mario Saibel holt den tollen 2. Gesamtrang, Teamkollege Andreas Aigner wird nach einem kleinen Hoppala noch Dritter.

Eine Hochschaubahn der Gefühle für Mitfavorit Andreas Aigner und seine Co-Pilotin Daniela Weissengruber. Nach tollem Kampf am ersten Tag der Castrol Judenburg Pölstal Rallye war der Mitsubishi Evo X-Pilot nur rund fünf Sekunden hinter seinem härtesten Konkurrenten Raimund Baumschlager platziert.

Doch dann kam der erste Dämpfer noch unmittelbar vor dem Start zum Zuschauerrundkurs in Judenburg: Der Kupplungszylinder war defekt, Aigner versuchte den Fehler beheben, kam aber trotz aller Bemühungen zu spät zum Start und fasste 10 Strafsekunden aus.

Doch auch davon ließ sich der PWRC-Weltmeister des Jahres 2008 nicht aus der Ruhe bringen und eröffnete die zweite Etappe der Rallye am heutigen Samstag mit einer klaren Bestzeit. Leider passierte Aigner nur eine Sonderprüfung später der entscheidende Fehler:

Beim Angriff auf den leistungsmäßig überlegenen Skoda und Serienstaatsmeister Baumschlager touchierte er auf SP7 links vorne eine Leitschiene und handelte sich so einen Reifenschaden ein.

Die Folge: Über eine Minute Zeitverlust und Rückfall auf Platz fünf. Die Bilanz von Andi Aigner im Service danach war nüchtern: „Das passiert einfach, wenn man ständig mit 120 Prozent Einsatz unterwegs sein muss, um mit dem S2000 irgendwie mithalten zu können. Daran wird sich auch nichts ändern, solange die Charakteristik der Rallye so oder so ähnlich ist wie hier.“

Danach war die Rallye gelaufen – auch wenn Aigner noch drei Sonderprüfungsbestzeiten erzielen, sich an Andreas Waldherr vorbeiarbeiten und vom Ausfall des lange Zeit zweit- bzw. drittplatzierten Patrick Winter profitieren konnte. Am Ende war Aigner – wohl auch um die Unmöglichkeit der Aufgabe wissend – mit dem Ergebnis nicht unzufrieden:

„Der dritte Platz ist nach den ganzen Problemen gut, wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Und im internationalen Vergleich sind wir so weit bei den S2000-Fahrzeugen dabei wie sonst nirgends. Das zeigt, wie gut das Team arbeitet. Die Jungs waren auch an diesem Wochenende einfach großartig. Dem Mario kann ich nur gratulieren, da ziehe ich meinen Hut, er ist eine wahnsinnig gute Rallye gefahren!“

Der angesprochene zweite Mitsubishi Evo X-Pilot aus dem Team MCC, Mario Saibel, durfte wirklich jubeln: Mit seiner bislang stärksten Leistung in diesem Rallye-Jahr fuhr der Wiener auf einen tollen zweiten Rang, hatte dabei sogar schon Patrick Winter niedergerungen, als dieser auf Platz drei liegend mit Technik-Defekt ausfiel.

Auf der 11. Prüfung erzielte Saibel, wie immer mit Co-Pilotin Ursula Mayrhofer unterwegs, auch noch seine erste Sonderprüfungsbestzeit des Jahres! Im Ziel war er dementsprechend glücklich: „Ich wusste schon aus den Vorjahren, dass mir diese Rallye liegt. Aber dass ich bei diesem starken Starterfeld aus eigener Kraft bis auf den zweiten Platz nach vorne fahren kann, das macht mich fast ein bisschen stolz – und es ist eine Genugtuung, nachdem ich hier 2007 in Führung liegend ausgefallen bin."

"Ursula und ich hatten eine fast perfekte Rallye, mein Dank gilt ihr und natürlich auch dem Team, das am gesamten Wochenende einfach toll gearbeitet hat. Der Hauptgrund für meine Leistungssteigerung war sicherlich, dass wir die Bremsen auf den alten Stand zurückgebaut haben – jetzt vertraue ich dem Auto wieder! Bei allem Jubel über meinen tollen zweiten Rang möchte ich aber nicht auf den Andi vergessen und ihm für seinen Einsatz danken.

"Er hat wieder einmal gezeigt, dass er mit Sicherheit der schnellste Mann im gesamten Feld ist. Aber als David gegen Goliath fährt er halt ständig am oder über dem Limit, da können solche Fehler passieren. Wie er schon sagte: Wir werden sicher nicht den Kopf hängen lassen, sondern konzentriert weiterarbeiten – unser bzw. Andis Moment kommt heuer noch!“

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