RALLYE

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Mitropa-Cup: Opatija-Rallye

Friedl: „Veni,vidi, olio ….“

Eugen Friedl und Stephan Hofbauer vom MCL 68 kämpften mit einem defekten Ölkühler am Ford Escort, konnten aber trotzdem wieder wichtige Punkte als 2. im Mitropa-Cup (Historic) einfahren.

Text: Friedl
Fotos: Fritz Tromba

Der für uns 2. Start innerhalb des Mitropa-Cups war die Opatija-Rallye in Kroatien mit 113 SP km und 57 genannten Teams. Für uns war diese Rallye auch wieder völliges Neuland, aber schon bei der Besichtigung haben wir Gefallen an den selektiven Prüfungen gefunden. Gewarnt wurden wir von den Einheimischen über die sehr wechselhaften Straßenbedingungen - vor allem bei Nässe. Viele Nebenstraßen haben offensichtlich noch einen Asphaltbelag aus kommunistischen Zeiten.

Die Rallye begann Freitag abends mit 2 kurzen Prüfungen bei strömenden Regen. Wenigstens die Reifenwahl war diesmal einfach, da die Wettervorhersage zum Start der 1. Sonderprüfung 99% Regenwahrscheinlichkeit prophezeite. Alle Teilnehmer gingen die Sache relativ verhalten an, denn es gab kurioserweise keinen einzigen Ausfall am ersten Tag.

Der 2. Rallyetag wurde Samstags morgens bei leichtem Regen gleich mit einer 23 km langen Sonderprüfung eingeläutet, die es in sich haben sollte. Normalerweise bin ich in der Früh eher ein „Spätstarter“, diesmal waren wir beide aber sofort in einem guten „flow“ und pushten. Bis km 19 fuhren wir an 4 verunfallten Teilnehmern vorbei (alle Besatzungen waren ok), unter anderem auch an dem in der Historic-Wertung vor uns plazierten, nun aber im Graben liegenden deutschen Lancia Delta Integrale. Bei km 20 leuchtete plötzlich kurz die Ölkontrolllampe auf, danach aber immer öfter und der Öldruck wurde immer weniger!! Die Entscheidung Motor abzustellen oder nicht war eine Gratwanderung. Mit viel Feingefühl und stark gedrosseltem Tempo erreichten wir rauchend das Ziel dieser Prüfung

Der erste Blick in den Motorraum war ernüchternd: Überall Öl, vorerst noch nicht erkennbar, was der Grund war, doch aufgeben wollte ich auch noch nicht, denn es war schon immer mein Motto: Aufgeben tut man maximal einen Brief. Im selben Moment kam das österreichische Escort Team Wieger vorbei und bot uns spontan Hilfe „in Form eines Begleitschutzes in fest verbundener Weise“ an. Dies nahmen wir dankenswerter an und konnten uns so bis in die Nähe der externen Tank-Zone mit der möglichen „Überlebenschance“ weiterkämpfen.

Diagnose: der Ölkühler war massiv undicht. In der Zwischenzeit organisierte Stephan zusätzliches Motoröl. Ein offizieller Kommissär des Veranstalters wollte schon die ölverschmierte Zeitkarte einsammeln doch ich erwiderte: No, we have still a chance and we will continue!!  Mit den eigenen Bordmitteln habe ich den Ölkühler abgeschlossen bzw. „totgelegt“ und einen provisorischer Bypass geschaffen. Der Motor lief zu unserer Freude wieder ohne störende Geräusche. Jetzt rasten wir zur nächsten Sonderprüfung und „stempelten“ – sehr zur Überraschung desselben Kommissärs - gerade noch in der Idealminute ein. Er hat es scheinbar nicht für möglich gehalten, dass wir noch im Rennen waren!

Auf den nächsten Sonderprüfungen waren wir auf Grund der Freude wieder in einem guten „Flow“ und absolvierten diese bei auftrocknenden Straßen mit teilweise recht guten Zeiten. Während der Ansage hat Stephan zusätzlich auch die Öltemperaturanzeige im Auge behalten und mich regelmäßig zwischen den Kurven informiert: Ölwerte ok!!

Der Motor lief Gott sei Dank weiter ohne Probleme und wir erreichten das Ziel in Opatija mit dem 32. Gesamtplatz und das ganze Team war vor allem mit dem 2. Platz in der Mitropa-Cup History-Wertung happy.   

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an das Escort Team Wieger, denn ohne diese kameradschaftliche Hilfe hätten wir kaum Chancen gehabt, das Ziel zu erreichen.

Fazit: Selektive Asphalt-Rallye in einer tollen Atmosphäre am Mittelmeer. Kampfgeist hat sich wieder einmal ausgezahlt. Wir liegen nun in der laufenden Jahreswertung Mitropa-Cup Historic wieder am 2.Platz hinter dem italienischen Porsche-Team Passutti und blicken schon voll motiviert zu unseren nächsten Veranstaltung.

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