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Jürgen Heigl als „Begleitstern“ der „jungen Kometen“

Ob Yannick, der Bruder von Thierry Neuville, oder Julian, der Bruder von Simon Wagner oder auch Chris Brugger – sie alle setzen auf Jürgen Heigl…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Daniel Fessl, Sascha Dörrenbach, www.sascha-smf.de

„Wo man auch hinschaut gibt‘s nur noch Heigl“, echauffiert sich ein User auf Facebook – freilich nur ein Scherz eines guten Freundes, wenngleich heimische Rallyefans in den letzten Tagen tatsächlich nicht an Jürgen Heigl vorbeikamen. Der 30-jährige Oberösterreicher, der im Jahr 2008 an der Seite von Werner Thomas sein Debüt als Copilot gab und in der Folge Patrick Breiteneder, Jörg Rigger, Michael Kogler, Raffael Sulzinger, Walter Mayer, Max Zellhofer, Achim Mörtl oder auch Ex-Weltmeister Andreas Aigner aus dem „Gebetsbuch“ vorlas, war die letzten Tage ein vielbeschäftigter Mann und steht vor einer mit zahlreichen Rallyes gespickten Saison 2016.

Mit Yannick Neuville in der DRM

Für Aufsehen sorgte ein in Österreich abgehaltener Test mit Yannick Neuville, dem „kleinen Bruder“ des belgischen Hyundai-Werkspiloten, der heuer mit einem Skoda Fabia S2000 in der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) aufzeigen will. Wie es zu der belgisch-österreichischen Freundschaft kam? Jürgen schmunzelt: „Ich fuhr im Vorjahr mit Dominik Dinkel die 3 Städte Rallye und hätte heuer eigentlich mit ihm fahren sollen, doch weil er vom ADAC gefördert wird, muss er einen deutschen Beifahrer nehmen. Ich bin ab und zu mit der deutschen Clique unterwegs und so ergaben sich im Hangar7 die Gespräche mit Yannick. Bis zur endgültigen Zusage musste ich aber Geduld aufbringen.“

Der Hintergrund: „Thierry Neuville setzt sich persönlich sehr für seinen jüngeren Bruder ein, beim Test hat er sogar eigenhändig am Auto gearbeitet. Thierry wollte mir so lange nicht fix zusagen, so lange die Finanzierung nicht wirklich hundertprozentig abgedeckt war. Das ist ein feiner Zug und wesentlich besser als umgekehrt: Wenn du glaubst, du hättest ein Cockpit und dann wird es nichts.“

Mittlerweile haben Yannik und Jürgen bereits den ersten Lauf zur DRM absolviert und nach Technikproblemen am ersten Tag sogar eine Bestzeit auf der Powerstage erringen können. Heigl erzählt: „Ich muss vor Yannick den Hut ziehen, er kennt den S2000 noch nicht wirklich gut – trotzdem fuhren wir am zweiten Tag zweimal die zweite Gesamtzeit, dreimal die dritte Gesamtzeit und dann eben noch die Powerstage-Bestzeit, die uns selbst völlig überrascht hat. Die SP war der krönende Abschluss der Rallye, danach ging es direkt auf die Zielrampe. Als wir dort an der Reihe waren, jubelten unsere Mechaniker und Freunde und zunächst wussten wir gar nicht warum – diese Bestzeit …“

In Österreich mit Senkrechtstarter Julian Wagner

Viele Gründe zu jubeln lieferte im Vorjahr auch Julian Wagner, der um zwei Jahre jüngere Bruder von Simon Wagner: In seinem allerersten Rallyejahr krönte sich Wagner zum Gesamt-Champion der Austrian Rallye Challenge, den JARC-Titel nahm er quasi im gleichen Aufwischen. Heuer wird Julian wie auch Simon einen Citroen DS3 R3 von Wurmbrand Racing in der ORM pilotieren – die Experten sind gespannt, ob Julians Lernkurve weiter so steil und fehlerlos verläuft oder ob es auch, was eigentlich ganz normal wäre, eine Lern- und Fehlerphase geben wird.

Jürgen Heigl wird somit in einem der spannendsten Cockpits dieser Saison Platz nehmen und die weitere Karriere des Senkrechtstarters aus nächster Nähe erleben. Heigl sagt: „Julian ist ein wirkliches Naturtalent – ich bin sehr froh, dass es zwischen DRM und ORM nur eine einzige Überschneidung gibt, wo ich mit Yannick in Deutschland fahre.“

Brugger? „Ein paar Kalenderfelder wären noch frei“

Neben Yannick Neuville und Julian Wagner wurde Jürgen Heigl auch im Peugeot 208 T16 von Basso Motorsport in Italien gesichtet, wo er an der Seite von Chris Brugger den französischen R5 testen durfte. Heigl sagt: „Mir ist derzeit noch nicht bekannt, ob und welches Programm Chris heuer fahren wird. Ich lasse mich da ganz einfach überraschen.“ Gerüchten zufolge könnte Brugger in der italienischen Meisterschaft fahren – ob und wie oft Jürgen Heigl dabei sein könnte, hängt von etwaigen Terminüberschneidungen ab. Schließlich hat Heigl mit seinen Piloten Neuville und Wagner bereits mehr als 15 Rallyes in seinem Kalender vorgemerkt.

„Ein paar freie Felder hätte ich noch“, lacht Jürgen. Schon in der kommenden Woche, am 18. und 19. März wird Heigl an der Seite jenes Jungpiloten sein Bestes geben, der im Rebenland seine Premiere im Citroen DS3 R3 geben wird, dem Vorjahres-Kometen, dem Champion der Austrian Rallye Challenge 2015, Julian Wagner In Deutschland sind Yannick Neuville und Jürgen Heigl am 15. und 16. April bei der Rallye Vogelsberg-zu sehen.

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