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ERC: Czech Rally Zlín

Spitzenergebnis für Simon Wagner

Platz drei in der U28-Juniorenwertung und Platz sechs im Gesamtklassement für Simon Wagner bei seiner R5-Premiere in der Rallye-EM

Fotos: Daniel Fessl, Josef Petru

Der 25jährige Mauthausener Simon Wagner vermag auch auf internationaler Ebene zu überzeugen und sicherte sich bei seinem ersten EM-Start im Škoda Fabia R5 von Eurosol Racing trotz gesundheitlicher Probleme einen Podestplatz in der Junioren- und eine starke Platzierung in der Gesamtwertung. Bei der Czech Rally im tschechischen Zlín gingen der Oberösterreicher Simon Wagner und sein Kärtner Beifahrer Gerald Winter am vergangenen Wochenende erstmals in ihrer Karriere in der höchsten Klasse der Rallye-EM, jener für R5-Fahrzeuge, an den Start und konnten sich dabei mit der versammelten europäischen Rallyeelite messen.

Allein 35 R5-Autos hatten für den tschechischen EM-Lauf genannt und galten somit als direkte Konkurrenten der einzigen heuer an den Start gehenden Österreicher. Wagner und Winter pilotierten rund um die Stadt Zlín erstmals den überarbeiteten Škoda Fabia R5 Evo und konnten erst am Dienstag, dem offiziellen Testtag der Veranstaltung, mit dem neuen Einsatzfahrzeug erste Kilometer im Wettbewerbstempo absolvieren.

Dass die Czech Rally mit über 250.000 Zuschauern zu den absoluten Saisonhighlights zählt, stellten die Veranstalter bereits am Dienstag Abend mit einer von mehreren hundert Fans besuchten Autogrammstunde unter Beweis, bevor am Mittwoch und Donnerstag die Streckenbesichtigung der rund 220 Sonderprüfungskilometer auf dem Programm der Fahrerteams stand. Die am frühen Freitag Morgen ausgetragenen Trainingsdurchgänge für die Qualifying Stage, bei denen Simon Wagner und Gerald Winter ihre Zeiten erstmals mit der direkten Konkurrenz vergleichen wollten, begann mit einem herben Dämpfer für die Österreicher.

Bereits im ersten der zwei erlaubten Durchgänge löste sich am Škoda Fabia R5 ein Schnellverschluss und blockierte die Bremse des Boliden. Der Fehler konnte zwar schnell ausfindig gemacht und behoben werden, allerdings fehlte im ohnedies schon straffen Zeitplan dann die Möglichkeit, die Strecke im Wettbewerbstempo zu absolvieren, um sich auf die Qualifying Stage vorzubereiten. Entsprechend benachteiligt platzierte sich das Team nur auf Platz 23 und qualifizierte sich somit nur für eine enttäuschenden und ungünstige Startposition.

Die gefahrene Zeit offenbarte dennoch Potenzial, denn obwohl Wagner und Winter im Unterschied zur Konkurrenz keine Möglichkeit hatten, die Strecke vorab im Wettbewerbstempo zu befahren, und diese wegen Verschmutzung durch Schneiden der Kurven im Vergleich zum ersten Trainingslauf deutlich langsamer geworden war, entsprach die in der Qualifying Stage von Wagner und Winter gefahrene Zeit einem siebenten Gesamtrang im ersten Durchgang und erfüllte damit die Erwartungen des Teams.

Spätestens der von unzähligen Zuschauern gesäumte Showstart am Freitag Nachmittag sorgte mit seiner unvergleichlichen Stimmung für frische Motivation im Team, bevor am Abend vor über 40.000 Fans der offizielle Startschuss zur ersten Sonderprüfung fiel, auf der Wagner und Winter mit einer vierten Gesamtzeit im Feld der europäischen Rallyeelite groß aufzeigen konnten und somit bestätigten, dass sie in der Qualifying Stage deutlich unter Wert geschlagen wurden.

Der erste volle Rallyetag begann am Samstag Morgen allerdings mit einem erneuten Dämpfer für die Österreicher: Nachdem er bereits in der Nacht mit ersten Problemen zu kämpfen und entsprechend unruhig geschlafen hatte, klagte Wagner noch vor dem Start über starke Magenkrämpfe und Übelkeit und sollte damit den gesamten Tag über zu kämpfen haben. Mit großem Kampfgeist etablierte sich das Duo dennoch wie erhofft in den Top 10 des Gesamtklassements und sicherte sich als weiteres Highlight die sechstschnellste Zeit auf SP 4.

Eine weitere Spitzenzeit wurde zum Ärger Wagners verhindert, als der Mauthausener im Rundkurs Březová auf einen deutlich langsameren Teilnehmer auflief und von diesem über dreieinhalb Sonderprüfungskilometer deutlich behindert wurde. Obwohl das Reglement leider keine Zeitgutschrift für den hinteren Fahrer vorsieht, sorgten Platz neun im Gesamtklassement und ein starker vierter Platz in der Wertung für Junioren unter 28 Jahren am Ende der ersten Etappe noch für zufriedene Gesichter im Team.

Da die zehn Topplatzierten des Gesamtklassements am finalen Sonntag in umgekehrter Reihenfolge an den Start gehen und der eigentlich zehntplatzierte Pole Łukasz Habaj noch vor der ersten Sonderprüfung des Tages ausschied, eröffneten Wagner und Winter als erstes Fahrzeug auf der Strecke über den gesamten Sonntag hinweg die Sonderprüfungen. Dieser im Vergleich zur späten Startposition des ersten Tages deutliche Vorteil, in Kombination mit Wagners verbessertem Gesundheitszustand und der wachsenden Erfahrung mit dem Škoda Fabia R5 Evo, machten sich auch in den Zeiten deutlich bemerkbar.

Mit konstanten Top-7-Zeiten arbeiteten sich die Österreicher nicht nur auf Platz drei der Juniorenwertung, sondern auch auf einen starken sechsten Gesamtplatz nach vorne und gaben beide Platzierungen bis ins Ziel nicht mehr ab. "Es ist unglaublich, die Barum-Rallye, die in meinen Augen schwierigste Asphaltrallye in Europa, gleich bei meiner Premiere im R5 auf dem Juniorenpodium und auf Platz sechs gesamt zu beenden. Schon der Start hier war ein großer Traum von mir – und mit diesem Ergebnis abzuschließen, ist einfach super", strahlte Wagner im Ziel.

"Vielen Dank an alle Sponsoren und Unterstützer, die das alles ermöglichen, vor allem aber auch vielen Dank an mein Team von Eurosol Racing mit Teamchef Janos Puskadi. Diese Woche war sicher nicht einfach, aber das Team hat immer hinter mir gestanden und mir nur eine Woche nach dessen Auslieferung ein Topfahrzeug bereitgestellt. Wer mich kennt weiß, dass ich immer noch etwas mehr möchte und richtig zufrieden erst dann bin, wenn ich ganz oben auf dem Treppchen stehe. Ich hoffe, dass ich dafür auf internationaler Bühne noch Gelegenheit bekomme, aber für den Moment genießen wir einfach, was wir hier gemeinsam geschafft haben", so Wagner abschließend.

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