RALLYE

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Kampf mit (un)gleichen Waffen
Rudi Lehnert

Rallye Team Kramer bei der Mille Miglia

Alfred Kramer jun. blickt zurück auf ein lehrreiches Wochenende bei der Rally 1000 Miglia 2021, die zur Italienischen Clio Trophy zählt.

Gefahren wurde wieder mit dem von Lema Racing angemieteten Renault Clio Rally5 mit der dänischen Co-Pilotin Jeannette Kvick. Bei der Rally mit insgesamt 109 Startern gingen fünf Clios an den Start, um sich auf den berühmten und spektakulären Sonderprüfungen rund um Brescia zu messen.

Die typisch italienischen Sonderprüfungen mit extrem viel Grip und zahlreichen Kurvenkombinationen, Kehren aber auch sehr engen Passagen zwischen Mauern und durch Dörfer versprachen schon beim Besichtigen ein Wochenende voller Spaß und Rallyeaction.
Der zwei Kilometer lange Shakedown am Freitag Vormittag, bei dem es eigentlich keine technischen Passagen gab, sondern nur steile Bergaufgeraden, auf die dann Kehren folgten, brachte jedoch Ernüchterung in das Team: 6 Sekunden Rückstand auf den Führenden in der Clio Trophy.

Nach einer Analyse mit dem Teamboss und dem aufmerksamen Zuseher Alfred Kramer kam heraus, dass alle anderen Clios einer Bergaufgeraden nach einer Kehre bis in den vierten Gang hochschalteten, wobei das Kärntner Team maximal in den Dritten kam. Da das Team eigentlich davon ausging, dass jeder mit demselben Material antrat, suchte man das Gespräch mit Lema-Racing und den Clio-Trophy Veranstaltern. Die Rückmeldung ergab dann, dass alle anderen Teams eine kürzere Getriebeübersetzung verbaut haben, was jeden Gang um zirka 10 Prozent kürzer machte.

Der Hauptgrund für das Antreten in der Clio-Trohy-Italy, nämlich das Messen mit Gegnern mit gleichen Waffen war somit obsolet geworden. Schnell wurde klar, dass man ohne diese Übersetzung eigentlich keine Chance gegen die Italiener haben kann, dennoch machten Alfred Kramer jun und Jeannette Kvick das Beste daraus und bewegten den Clio stets am Limit über die Sonderprüfungen.

Je nach SP-Charakteristik wirkte sich die unterschiedliche Getriebeübersetzung verschieden auf die SP-Zeiten aus. Bei den SP mit vielen Bergaufpassagen und Kehren etc. war das Kärntner Team im Schnitt 1.2 Sekunden auf den Klassenführenden zurück. Die letzte SP (flüssiger, mehr bergab, Geschwindigkeit konnte aus Kurven mitgenommen werden) konnten die Piloten allerdings sogar auf Platz 3 in der Clio Trophy beenden (Rückstand 0,7sec/km bei 20km).

Belohnt wurde die Leistung dann mit dem 4. Platz in der Klasse und der 48. Gesamtplatzierung. Die nächste geplante Rallye in der italienischen Clio Trophy ist die Rally due Valli am 8.-9. Oktober. Bis dahin müssen die anderen Getriebeteile verbaut werden und die Karten werden – diesmal wirklich mit gleichen Waffen – neu gemischt.

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