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Sebastien Ogier kritisiert Pirelli Sebastien Ogier erneuert seine Kritik an den Pirelli-Reifen
Motorsport Images

Sebastien Ogier kritisiert Pirelli: Die WRC-Reifen sind "nicht akzeptabel"

Nach seinen erneuten Reifenschäden in Japan äußert Sebastien Ogier starke Kritik an Pirelli - Die Reifenprobleme sind "nicht akzeptabel" - Es darf "keine Lotterie" sein

Sebastien Ogier hat seine Kritik an den Pirelli-Reifen für die Rallye-Weltmeisterschaft erneuert. Bei der Rallye Japan hatte der Toyota-Fahrer in Führung liegend einen Reifenschaden, was ihm alle Siegchancen kostete. Das ist dem Ex-Weltmeister nicht zum ersten Mal in diesem Jahr passiert.

Sechs Rallyes hat Ogier in der WRC-Saison 2022 bestritten. Bei vier davon hatte er Reifenschäden. In Monte Carlo verlor er deshalb den Sieg an Sebastien Loeb (Ford). Und auch bei der Safari-Rallye in Kenia traf ihn in Führung liegend ein Reifenschaden.

Als das auch bei der Rallye Japan passierte, fand Ogier in der Live-Übertragung deutliche Worte: "Es war eine tolle Zeit [in Japan], aber es ist die übliche Geschichte. Vielleicht müssen wir eines Tages über die scheiß Arbeit von Pirelli sprechen."

"Vielleicht ändert sich dann etwas, aber momentan ist es ein Scherz, was sie tun. Es ist nur eine Lotterie." Ogier hat sich für diese deutlichen Worte bereits entschuldigt, aber er betont dennoch, dass der Einheitsreifen von Pirelli verbessert werden muss.

Er ist nicht der einzige Fahrer, der das fordert. Nach der Rallye Kroatien sprach sich M-Sport dafür aus, dass Pirelli den Regenreifen verstärken sollte. 2021 übernahm Pirelli die Rolle des Reifenausrüsters von Michelin. Es wurde ein Vierjahresvertrag abgeschlossen.

Seither gibt es immer wieder Kritik. "Manchmal verwende ich starke Worte, weil ich emotional bin", sagt Ogier. "Ich muss mich dafür entschuldigen, aber es ist ein wirkliches Problem und nicht akzeptabel. Niemand spricht darüber, nur ich mache das."

"Jeder arbeitet sehr hart, um das Beste zu erreichen. Aber es ist schade, dass wir etwas verwenden müssen, das nicht auf dem richtigen Level ist", macht Ogier seine Meinung kund. Denn Reifenprobleme haben einen direkten Einfluss auf eine Rallye.

Ogier: "Wie kann man die vielen Schäden erklären?"

"Ich habe gehört, aber ich weiß es nicht genau, weil ich es nicht gezählt habe, aber in eineinhalb Jahren soll es mehr Reifenschäden gegeben haben als in zehn Jahren mit dem vorherigen Ausrüster. Wie kann man das erklären? Im Sport sollte es nicht so einen Poker geben."

"Glücklicherweise bin ich nicht die ganze Saison gefahren, aber man kann sich ausrechnen, wie viel ich verloren hätte. Ich möchte nicht arrogant klingen, aber ich denke, ich wäre jedes Mal auf dem Podium gewesen und hätte einige Rallyes gewinnen können."

Laut Ogier liegt das Problem nicht nur bei den Asphaltreifen: "Auf Schotter ist es auch nicht fantastisch. Natürlich kann es in Kenia passieren. Das kann bei so extremen Bedingungen jedem Reifenhersteller passieren. Das verstehe ich."

"Aber an diesem Wochenende [in Japan] hatte ich zwei Reifenschäden. Einer hat mich viel gekostet. Den zweiten habe ich auf der Verbindungsstrecke gewechselt. Ich hatte wieder nichts berührt und keinen Fehler gemacht. Deshalb ist es so frustrierend."

Pirelli will an den Reifen arbeiten

Auf einem Foto sind die Schäden an Ogiers Reifen von Wertungsprüfung zwei zu erkennen. Ein Schnitt führt von der Lauffläche über die Schulter hinunter zur Flanke. Das könnte von einem der Randsteine der engen Straßen herrühren.

Nach der Rallye Japan, dem Saisonfinale 2022, erklärte Pirelli, dass die Reifen in diesem Jahr "konstante Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Schläge garantiert haben". Aber man will auch an den Schotter- und Asphaltreifen für das nächste Jahr arbeiten.

"Die Rallye Japan war in Bezug auf hohe Temperaturen und generell trockenen Verhältnissen außergewöhnlich. Das fasst die Saison von Pirelli perfekt zusammen", sagt Pirellis Rallye-Manager Terenzio Testoni.

"Unsere Schotter- und Asphaltreifen haben konstante Zuverlässigkeit, geringen Verschleiß, hohe Performance und Widerstandsfähigkeit gezeigt. Deshalb sind wir mit dem Jahr sehr zufrieden. Obwohl wir die Herausforderungen der neuen Hybridautos gemeistert haben, arbeiten wir an neuen Lösungen. Es wird eine Evolution der Asphalt- und Schotterreifen geben."

Motorsport-Total.com

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