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Rallye Dakar 2023: Komplett neue Route, längste Rallye seit acht Jahren Die Route der Rallye Dakar 2023 ist länger und härter
ASO

Rallye Dakar 2023: Komplett neue Route, längste Rallye seit acht Jahren

Coast-to-Coast statt Rundfahrt, über 5.000 Kilometer auf Zeit sowie A- und B-Routen: Die Rallye Dakar verändert sich bei ihrer vierten Saudi-Arabien-Ausgabe stark

Die Rallye Dakar 2023 sieht die weitreichendsten Veränderungen seit ihrem Wechsel nach Saudi-Arabien im Jahr 2020. Bei der vierten Edition auf der arabischen Halbinsel wird nicht mehr im Kreis gefahren, sondern eine "Coast-to-Coast"-Route eingeführt. Der Veranstalter ASO vermarktet diese als "Desert Diagonal", also Wüstendiagonale.

Die Rallye soll auf Wunsch der Teilnehmer wieder deutlich schwieriger und vor allem länger werden. Zu diesem Zweck wird die Zahl des Tagesetappen von zwölf auf 14 erhöht. In den Tagesetappen wird mehr auf Zeit gefahren, die Verbindungsetappen verkürzt. Mehr als 5.000 Kilometer laufen auf Zeit, womit diese Rallye die längste seit 2014 darstellen wird. Der Veranstalter verspricht rund 450 Wertungskilometer für die meisten Tage.

Start ist bereits am 31. Dezember 2022 mit dem Prolog, bevor es ab dem Neujahrstag zur Sache geht. Der Start befindet sich diesmal nicht in Dschidda, sondern rund 300 Kilometer nördlich in einem Riesenbiwak, in dem auch alle Formalitäten vor dem Start erledigt werden. Es befindet sich an der Küste zum Roten Meer.

Über 14 Wertungstage geht zunächst durch die Berge im Nordwesten des Landes, eine erste Wüstensektion in der Ha'il-Provinz und zurück in die steinigen Sektionen nordöstlich von Medina. Nun schlägt der Tross seine für diese Ausgabe charakteristische Südost-Richtung ein.

Es geht durch die Hauptstadt Riad in Richtung der berüchtigten Wüste Rub al-Chali im Südosten des Landes. Hier sollte die Entscheidung der Rallye in den endlosen Dünen fallen. Um die Sache noch spaßiger zu machen, veranschlagt der Veranstalter genau hier auch noch eine Marathonetappe, auf der es keinen abendlichen Service an den Fahrzeugen geben wird.

Die Route führt dicht an den Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate heran, dreht nun nach Nordwest und führt durch weitere Wüstengebiete nach Dammam am Persischen Golf. Hier werden am 15. Januar die Ankommer empfangen.

Zeitkompensationen für Pionier und verschiedene Routen

Eine zentrale Änderung ist die Einführung verschiedener Routen selbst für die gleichen Fahrzeugklassen. Insbesondere bei den Motorrädern hat es in der Vergangenheit immer wieder taktische Spielchen gegeben, bei denen bewusst auf einen Tagessieg verzichtet wurde, um am nächsten Tag nicht als Erster auf die Strecke zu müssen.

Der ASO begegnet dieser Situation mit zwei Maßnahmen. Zum einen wird es einen Zeitbonus für den Motorradfahrer geben, der die Etappe eröffnet. Wie dieser genau aussehen wird, steht noch nicht fest, es ist lediglich on "Zeitkompensationen" die Rede.

Zum anderen wird es verschiedene Routen auf derselben Tagesetappe geben, ähnlich wie bei Klassenarbeiten in der Schule, in denen es eine Gruppe A und eine Gruppe B gibt. Die Roadbooks werden nach dem Zufallsprinzip verteilt. Damit wird die Gruppenbildung erschwert.

Andererseits birgt diese Herangehensweise auch Potenzial für Sprengstoff. Gerade bei den Motorrädern wird die Rallye mittlerweile regelmäßig mit weniger als zehn Minuten Vorsprung gewonnen. Schon geringe Abweichungen in der Fahrzeit auf den unterschiedlichen Fahrtwegen könnten hier Zünglein an der Waage sein.

Zum ersten Mal wird auch bei den Motorrädern ein digitales Roadbook verwendet. Damit ist das Papier bei der Rallye Dakar in allen Kategorien ausgestorben. Eine Ausnahme bildet die "Authentic Codriver Challenge" der Dakar Classic, die mit maximal 150 Fahrzeugen bis Baujahr 1999 wieder im Rahmenprogramm mitfahren wird.

Wer an dieser "Hardcore"-Variante der Dakar Classic teilnimmt, verzichtet auf modernes Navigationsequipment und navigiert "wie damals" mit Karte und Papier. Es gibt noch eine zweite Unterwertung in der Dakar Classic: Der "Iconic Classic Club" steht nur echten Dakar-Autos offen, die die Tortur bereits einmal hinter sich gebracht haben - Replikas sind in dieser Wertung ausgeschlossen.

Zuletzt gibt es auch einen Ausblick auf die Zukunft. Dem Nachhaltigkeitsgedanken kann sich auch die härteste Rallye der Welt nicht verschließen. Der ASO will mittelfristig E-Fuels einführen und seinen CO2-Ausstoß um 70 Prozent verringern. Saudi-Arabien bietet durch seine Wüsten und Küsten ideale Bedingungen für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe.

Motorsport-Total.com

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