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ERC, Rallye Rom: Bericht Wagner

Mit Kampfgeist zum erneuten Platz 5

Trotz fehlender Streckenkenntnisse gelingt Rallye Staatsmeister Simon Wagner auch beim italienischen Lauf zur Rallye Europameisterschaft ein starker fünfter Platz. Wie schon bei seinem letzten ERC Auftritt auf Gran Canaria konnte der Oberösterreicher sich im Verlauf der Veranstaltung extrem steigern und am zweiten Wertungstag ganze fünf Plätze im Klassement gut machen.

Nicht weniger als 41 Fahrzeuge der Rally2 Kategorie, der höchsten in der Rallye Europameisterschaft zugelassenen Fahrzeugklasse, davon 29 in der ERC punkt-berechtigt, starteten am vergangenen Freitag in die Rally Roma di Capitale. Den Auftakt der zwischen Rom und dem Kurort Fiuggi ausgetragen Asphalt Rallye verfolgten tausende Zuseher bei einer spektakuläre Sonderprüfung im Schatten des weltberühmten Kolosseum, bevor Samstag und Sonntag insgesamt 12 weitere Sonderprüfungen auf die Top-Piloten Europas warteten.

„Der Start der Rally di Roma im Herzen der italienischen Hauptstadt war schon immer spektakulär. Aber was der Veranstalter mit der SP Colosseo dieses Jahr geboten hat, ist wohl kaum zu übertreffen. Wir sind tatsächlich in Wertung genau am Kolosseum vorbeigefahren, was natürlich spektakuläre Bilder ergeben hat.", berichtet Wagner.

Wagner, der gemeinsam mit Beifahrer Gerald Winter einen Lauf vor deren Finale, die diesjährige Österreichische Rallye Meisterschaft anführt und die nationale Rallye-Szene regelmäßig auch auf internationaler Ebene erfolgreich vertritt, war bereits 2018 einmal in Rom gestartet. Der im Rahmen der Junior Rallye Europameisterschaft erfolgte Einsatz endete jedoch schon nach zwei Sonderprüfungen mit einem Bremsdefekt, so dass Wagner in Italien nicht nur auf bärenstarke Konkurrenz, sondern auch auf komplettes Neuland im Punkto Streckenführung und deren Beschaffenheit traf.

"Es war sehr schwierig, den Grip auf den vielen verschiedenen Straßenbeläge auf Anhieb richtig einzuschätzen.", sagt Wagner. "An vielen Stellen hätte ich im ersten Durchgang der ersten Etappe deutlich aggressiver fahren können, hätte ich gewusst, wie hoch das Gripniveau ist. Das hat einige Sekunden gekostet und bei dem Level, auf dem in diesem Jahr in der ERC gefahren wird, bedeutet das natürlich gleich etliche Platzierungen.", so Wagner weiter.

Im Ergebnis fanden sich Wagner und Winter nach der ersten Etappe auf Platz 12 der ERC Wertung wieder und blieben damit zunächst hinter den eigenen Erwartungen - einer Platzierung in den Top 10 - zurück. Statt sich aber mit diesem Ergebnis zu begnügen oder gar die Flinte ins Korn zu werfen, legten Wagner und Winter am finalen Sonntag mehr als nur einen Gang zu und arbeiteten sich kontinuierlich durch das Klassement vor. Für zusätzliche Würze sorgte dabei der Fakt, dass die gesamte zweite Etappe ohne Servicepause absolviert werden musste. Etwaige Schäden am Fahrzeug hätten folglich nicht behoben werden können und notwendige Veränderungen an den Fahrwerkseinstellungen, mussten von Fahrer und Beifahrer mit dem an Bord mitgeführten Werkzeug selbst durchgeführt werden.

"Diese schnellen und selektiven italienischen Sonderprüfungen haben einfach jede Menge Spaß gemacht und unsere Michelin Reifen haben einmal mehr bombastisch funktioniert. Nachdem ich einmal ein Gefühl für die verschiedenen Straßenbeläge bekommen hatte, konnte ich deren Potenzial viel besser nutzen und die Rallye ist schließlich erst mit der Zieldurchfahrt beendet, also haben wir noch einmal Gas gegeben und geschaut, was im Hinblick auf die Platzierung möglich ist.", erzählt Wagner. "Als dann noch etliche Kontrahenten einen Reifenschaden erlitten haben, konnten wir es tatsächlich noch in die Top fünf schaffen und unsere Erwartungen damit sogar übertreffen."

Lohn für den Kampfgeist der Österreicher ist also ein weiteres Top-Ergebnis auf internationalem Spitzenniveau und eine beachtliche Punkteausbeute in der Europameisterschaft. Obwohl die Österreicher nur die Hälfte der bisher gefahrenen Läufe bestritten haben, liegt Wagner in der Fahrerwertung hier mittlerweile auf dem zehnten Platz und kann mit einem guten Ergebnis bei der Barum Rallye im August noch weitere Platzierungen gut machen.

Die Barum Rallye im tschechischen Zlin findet vom 18. bis 20. August statt und zählt wie jedes Jahr zu den absoluten Highlights in Wagners Saisonkalender. Zuvor steht jedoch ein weiterer Auftritt vor heimischen Fans auf dem Plan, wenn Wagner gemeinsam mit dem oberösterreichischen Beifahrer Sigi Schwarz am 12. August bei der Perger Mühlstein Rallye an den Start geht.

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