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Rallye Kroatien: Sebastien Ogier siegt nach Fehlern der Konkurrenz Sebastien Ogier feierte in Kroatien WRC-Sieg Nummer 59
Motorsport Images

WRC Rallye Kroatien 2024: Sebastien Ogier siegt nach Fehlern der Konkurrenz

Fahrfehler von Thierry Neuville und Elfyn Evans bescheren Sebastien Ogier nach spannendem Dreikampf den Sieg bei der Rallye Kroatien 2024

Toyota-Pilot Sebastien Ogier hat die Rallye Kroatien, den vierten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2024, gewonnen und damit seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Der achtmalige Weltmeister setzte sich in einem spannenden Dreikampf gegen seinen Teamkollegen Elfyn Evans und Hyundai-Pilot Thierry Neuville durch, die ihm den Sieg allerdings mit Fahrfehlern auf der 18. Wertungsprüfung am Sonntag auf dem Silbertablett servierten.

Nach 20 Wertungsprüfungen über insgesamt 283,28 Kilometer hatte Ogier im Ziel 9,7 Sekunden Vorsprung auf Evans. Neuville lag 45,8 Sekunden hinter Ogier, für den es der 59. Sieg der 100. Podestplatz in der Rallye-WM war. "Wer hätte das vor 15 Jahren gedacht? Es ist schön zu sehen, dass wir immer noch schnell sind", sagt Ogier.

"Wir wussten, dass die Startposition [am Freitag] hier ein Problem ist und es schwierig werden würde. Aber wir haben nie aufgegeben und das ganze Wochenende über Druck gemacht. Ich habe noch nie so viele Momente bei einer Rallye erlebt. Ich bin froh, dass wir den Sieg für das Team sichern konnten", sagt Ogier, der beim vierten Lauf der Saison 2024 bereits der vierte unterschiedliche Sieger ist.

Vierter wurde Ott Tänak (Hyundai), der während des gesamten Wochenendes nicht in Schlagdistanz zu den Top 3 lag. Fünfter wurde Takamoto Katsuta (Toyota) vor Andreas Mikkelsen (Hyundai) und Gregoire Munster (Ford). Mit Nikolai Gryasin, Yohan Rossel (beide Citroen) und Sami Pajari (Toyota) komplettierten die drei schnellsten WRC2-Piloten die Top 10.

Neuville legt den besten Start hin

Bei anfangs schwierigen Wetterbedingungen mit Regen- und Schneeschauern am Freitag erwischte Neuville den besten Start und nutzte seine Startposition eins. Der Belgier gewann vier der ersten fünf Wertungsprüfungen und setzte sich schnell von Evans und Ogier ab, der zwischenzeitlich 26,9 Sekunden zurücklag.

Doch am Freitagnachmittag drehte Ogier auf, nahm seinen Rivalen allein auf der achten Wertungsprüfung rund zehn Sekunden ab und rückte bis auf 6,6 Sekunden an Neuville und Evans heran, die den Freitag zeitgleich auf Platz eins beendeten.

Am Samstag setzte sich der Dreikampf an der Spitze fort. Auf der 13. Wertungsprüfung übernahm Evans kurzzeitig die Führung, doch nur eine Prüfung später schlug Neuville zurück. Der Belgier beendete den Samstag auch auf Platz eins der Gesamtwertung und sicherte sich damit 18 WM-Punkte. Nur 11,6 Sekunden trennten die Top 3 vor dem Schlusstag.

Fehler von Neuville und Evans auf der 18. Wertungsprüfung

Dort fiel die Vorentscheidung auf der 18. Sonderprüfung, der ersten Durchfahrt von "Zagorska Sela - Kumrovec", die zugleich als Powerstage zum Abschluss der Rallye ausgetragen wurde. Zunächst touchierte Evans mit dem linken Heck seines GR Yaris eine Böschung, drehte sich und verlor 19,6 Sekunden. "Es war einfach eine rutschige Stelle. Ich habe das Heck auf der linken Seite hart getroffen, dann hob das Auto ab und ich drehte mich", schildert Evans den Zwischenfall.

Wenig später rutschte Neuville im gleichen Streckenabschnitt von der Straße und prallte gegen einen Baum. Dabei wurde der rechte hintere Kotflügel beschädigt und der obere Teil des Heckflügels abgerissen. Neuville machte seinen Beifahrer Martijn Wydaeghe für den Zwischenfall verantwortlich. "Es gab viele Kurven, in denen ich die Pace Notes viel zu spät bekommen habe", sagt der Belgier. "Wir haben 20 Sekunden auf Ogier verloren. Das ist schade, denn es lief so gut."

Mit dem beschädigten Auto hatte Neuville in der Folge keine Chance mehr und holte als Siebter der Sonntagswertung nur noch einen weiteren WM-Punkt. "Es waren zwei tolle Tage, aber heute lief es nicht so gut", sagt Neuville im Ziel. "Wir wollten in der Powerstage härter pushen, aber ohne Heckflügel sind diese Autos unfahrbar."

Tänak sammelt fleißig Punkte

Evans verkürzte seinen Rückstand auf Ogier vor der Powerstage auf 6,4 Sekunden, konnte seinen Teamkollegen aber nicht mehr einholen. "Ich bin etwas enttäuscht über den Dreher und meine Reifenwahl. Es war ein gutes Wochenende, aber heute war enttäuschend", sagt Evans, der mit Rang zwei am Samstag, Platz fünf in der Sonntagswertung und Rang fünf in der Powerstage insgesamt 19 WM-Punkte sammelte und damit den Abstand zu Neuville in der Gesamtwertung konstant hielt.

Allerdings hatte der Weltmeister von 2019 Glück, dass ein Ausrutscher auf der 18. Wertungsprüfung, bei dem Auto ausgehebelt wurde, folgenlos blieb.

Ein Profiteur des neuen Punktesystems war auch Tänak, der zwar das Podium verpasste, aber insgesamt 20 Punkte sammelte. Die Maximalpunktzahl von sieben Zählern in der "Super Sunday"-Wertung sicherte sich Katsuta, die Powerstage gewann Adrien Fourmaux (Ford).

Nächster Halt: Portugal

Der Franzose hatte auf Gesamtrang fünf liegend auf der 18. Wertungsprüfung ein so genanntes "Anticut Device" touchiert, das das Schneiden von Kurven verhindern soll. Dabei wurde das rechte Vorderrad beschädigt, durch die Reparatur verlor Fourmaux über 16 Minuten.

In der WM-Wertung führt nach vier von 13 Rallyes weiterhin Neuville mit nun 86 Punkten. Sein erster Verfolger bleibt Evans mit 80 Punkten. Fourmaux behauptet mit 59 Punkten den dritten WM-Rang, doch Tänak (53) hat seinen Rückstand verkürzt. In der Herstellerwertung führt Toyota (176 Punkte) vor Hyundai (169) und M-Sport-Ford (96).

Die Rallye-Weltmeisterschaft wird vom 9. bis 12. Mai 2024 mit der Rallye Portugal fortgesetzt.

Motorsport-Total.com

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