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ERC, Rallye Ungarn: Bericht
Foto: Daniel Fessl

Rallye Ungarn als brutaler „Reifenmörder“

Die anspruchsvollen, harten Schotterprüfungen der Rallye Ungarn - kaum jemand kam ohne einen Reifenschaden davon. Wie erging es den Österreichern?

Noir Trawniczek

Die zur Rallye-Europameisterschaft (ERC) zählende Rallye Ungarn, eine anspruchsvolle Schotter-Hatz rund um Veszprem wurde zu einem wahren „Reifenmörder“ - kaum ein Team, das nicht mindestens einen Reifenschaden zu beklagen hatte. Die Rallye beanspruchte Mensch und Maschine gleichermaßen. Doch so soll es sein im Rallyesport…

An der Spitze gab es ein Duell zwischen den Italienern Andrea Mabellini/Virginia Lenzi (Skoda Fabia RS Rally2) und den Finnen Roope Korhonen/Anssi Viinikka auf Toyota Yaris GR Rally2, bei dem Mabellini die Nase vorne hatte - doch nach einer heftigen Landung auf SP11 musste Mabellini mit Aufhängungsschaden aufgeben. Der Sieg erging an Korhonen, gefolgt von Mads Östberg und dem Polen Miko Marczyk, der die Führung in der ERC-Tabelle übernehmen konnte.

Norbert Herczig im BRR-Skoda auf Platz neun

Das Baumschlager Rallye Racing Team war mit Norbert Herczig vertreten - der ungarische Lokalmatador gibt heuer nach einem Jahr Pause ein Comeback, für die Ungarn Rallye hat er erstmals wieder die Dienste von BRR in Anspruch genommen, gemeinsam hatte man früher mehrere ungarische Staatsmeistertitel erobern können.

Der 49-Jährige und sein Copilot Ramon Ferencz pilotierten einen Skoda Fabia RS Rally2 und lagen nach SP5 auf Rang acht, als ein Reifenschaden auf SP6 rund vier Minuten kostete. Mit einer beherzten Fahrt konnte sich Herczig wieder auf Platz acht vorarbeiten, doch auf der letzten Prüfung verlor der Ungar den Platz an Ex-F1-Pilot Jos Verstappen: „Wir hatten schon vor dem Start der Powerstage einen gebrochenen Stoßdämpfer - doch wir haben es ins Ziel geschafft.“

Pröglhöf mit Stohl-Knowhow: Gute SP-Zeiten als Lichtblicke

In der ERC4 dominierte das von Stohl Racing abgewickelte ADAC Opel Junior Rallye Team mit Calle Carlberg das Geschehen. Den zweiten Opel Corsa Rally4 pilotierte Luca Pröglhöf, der wieder auf die erfahrene Copilotin Christina Ettel setzte. Die Rallye entwickelte sich für Pröglhöf zu einer wahren Hochschaubahn der Gefühle. Zunächst gute Zeiten (Platz drei auf SP3, Platz vier auf SP4), doch dann „ist einiges passiert“, erzählt Pröglhöf im Gespräch mit motorline.cc. „Ich war einerseits überrascht, dass wir vorne mitmischen können, denn ich hatte bis auf eine Waldviertel-Rallye keine Schotter-Erfahrung. Andererseits haben wir uns einen Reifenschaden nach dem anderen eingefangen - immerhin können wir jetzt richtig schnell Reifen wechseln.“ Nach SP6 musste man gar den Tag beenden, am Sonntag gelangen Pröglhöf wieder zwei Ausrufezeichen mit Platz drei auf SP8 und auf SP10 gelang dem Opel Junior Team sogar ein Doppelsieg, Carlberg vor Pröglhöf. Dafür gab es auf der Powerstage wieder einen Dämpfer: „Da habe ich die Schikane schlecht erwischt und mir die Spurstange verbogen.“ Am Ende wurde es nur Platz zwölf der ERC4.

Doch die guten SP-Zeiten sind es, an die Pröglhöf künftig anschließen möchte: „Es ist definitiv unsere Zielsetzung, dass wir vorne mitmischen können. Ich habe mit Manfred Stohl den besten Mentor, den man sich vorstellen kann. Wir haben stets die richtige Reifenentscheidung getroffen, der Teamspirit ist sensationell und Calle und ich unterstützen einander bestmöglich, so habe ich von ihm Onboards von dieser Rallye erhalten, denn für mich war sie neu und er fuhr sie ja schon im Vorjahr. Wir müssen jetzt analysieren, wo wir uns verbessern müssen.“ Nächste Station für das Opel Junior Team: „Die Rallye Polen - wieder auf Schotter, nur weniger sandig. Ein gutes Onboard Studium wird wichtig sein.“

Das Waldviertler Wurmbrand Racing Team erzielte mit dem Deutschen Norman Kreuter und dessen dänischer Copilotin Jeannette Kvick im Peugeot 208 Rally4 Platz sieben der ERC4.

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