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Günther Janger im Interview
Fotos: Alpenfahrt Revival, Archiv Rudolf Wallner

Janger: „Heutige Piloten sind spitze!“

Der legendäre Günther Janger gehört nicht zum Team „Früher war alles besser“ - kurzes Interview mit dem Staatsmeister 1972.

Noir Trawniczek

Im Rahmen der äußerst gelungenen Veranstaltung „Rallyesport - gestern-heute-morgen“ im Audimax des Grazer Jubiläums konnten wir ein kurzes Interview mit Günther Janger führen. Janger startete Mitte der Sechzigerjahre seine Rallye-Karriere und wurde 1972 Staatsmeister auf einem VW Käfer. Der 83-Jährige half DI Herbert Fellner bei der Umsetzung der wunderbaren Veranstaltung in Graz.

Günther Janger, eine lebende Legende - ‚Rallyesport gestern-heute-morgen‘ ist hier das Thema - verfolgen Sie den Rallyesport noch?

Absolut. Für mich ist das die schönste Geschichte. Wenn man die Schweden Rallye verfolgt hat - dann weiß man, was Rallyesport ist.

Sind Sie da auch vor Ort?

Schweden Rallye war ich nicht. Aber ich bin in Kroatien wieder unten, beim WM-Lauf. Wir waren in Portugal. Finnland weiß ich noch nicht, ob wir rauffahren werden.

Sie haben eigentlich relativ früh aufgehört mit dem Rallyesport - warum?

Naja, das war eine familiäre Sache - ich hatte zwei junge Söhne und ein Geschäft zuhause, da musste ich mich darum kümmern. Das war mir damals halt wichtiger. Ich bin aber zwischendurch Rundstrecken- und Bergrennen gefahren. Das war recht witzig damals - auf dem Stainzer Berg hat es ein Bergrennen gegeben, da bin ich einen Brabham 5000 von einem Wiener gefahren und da wurde ich Zweiter hinter Jochen Rindt und landete vor dem regierenden Formel 2-Europameister. Dabei bin ich zuvor noch nie in so einem Auto gesessen. Das war lustig.

Sie haben sich auch mit Leuten wie Gerhard Berger im Renault 5 Cup duelliert, oftmals sind Sie zu dritt in eine Kurve gestochen…

Absolut. Da bin ich Zweiter geworden.

Da wurde vor dem Formel 1-Rennen gefahren…

Richtig. Das hat Spaß gemacht.

Wenn frühere Rennfahrer zuschauen, beginnt es sie manchmal wieder zu ‚jucken‘ - haben bzw. hatten Sie da kein Problem damit?

Eigentlich nicht. Ich habe ja trotzdem sehr viel Sport betrieben, habe Triathlon gemacht, bin Bike-Rennen gefahren.

Jetzt gibt es im heutigen Rallyesport quasi zwei Lager: Die einen sagen früher war alles besser, die anderen finden die Gegenwart genau so attraktiv wie die Vergangenheit. In welchem dieser Lager findet man Sie?

Naja, wie soll ich es sagen? Früher war es vielleicht lustiger, weil die Autos noch nicht so extrem gegangen sind. Aber heute gehen die Autos - das ist sensationell, wenn man das sieht. Wie die springen, wie sie aufsetzen, wie sie liegen. Das ist schon traumhaft. So ein Auto muss man einmal beherrschen. Das schaut alles nur leichter aus- weil die Autos so gut liegen, dieses Geräte. Aber wenn man das sieht - das muss für den Fahrer traumhaft sein.

Würde es Sie reizen, mit einem heutigen Rally1- oder Rally2-Boliden zu fahren?

Reizen schon. Aber nur spazieren fahren (lacht). Nein, das muss man beherrschen. Da muss man viele Stunden drin sitzen, sonst bringt das nichts.

Sie finden also auch, dass die heutigen Rallyefahrer genau so gut sind wie jene aus der Vergangenheit?

Ja, die heutigen Rallyefahrer sind spitze. Wenn man sich ansieht, was ein junger Solberg kann, dann der Japaner, der Ogier, der Fourmaux…

Und auch Österreicher wie zum Beispiel Simon Wagner…

Der Simon ist unheimlich stark. Dann haben wir noch den Neubauer und den Lengauer - die da wirklich gescheit fahren.

Wer wird heuer Staatsmeister?

Das ist eine Frage wie das Sternelesen. Also wenn der Simon wieder fährt und er ein einsatzbereites Auto hat, schätze ich ihn schon sehr hoch ein. Den Lengauer schätze ich auch sehr hoch ein. Der Von Thurn und Taxis fährt auch gut. Der Neubauer sollte auch wieder fahren, der fährt auch gut.

Hermann sagt halt, dass er nur noch aus Freude am Fahren fährt…

Das kann ich mir nicht vorstellen. Denn wenn er einmal im Auto sitzt, dann gibt er richtig Gas.

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