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Rallye Dakar 2026: Etappe 12 Nasser Al-Attiyah legte den Grundstein für seinen sechsten Dakar-Sieg
Kin Marcin / Red Bull Content Pool

Rallye Dakar 2026: Nasser Al-Attiyah mit 50. Tagessieg vor dem Gesamtsieg

Nasser Al-Attiyah gewinnt die zwölfte Etappe und steht vor dem Gesamtsieg - Duell Ekström gegen Loeb um Platz drei - Ricky Brabec führt bei den Motorrädern

Nasser Al-Attiyah hat den Grundstein für seinen sechsten Dakar-Sieg und den ersten für Dacia gelegt. Mit dem Sieg auf der vorletzten Etappe vergrößerte er seinen Vorsprung gegenüber Ford-Fahrer Nani Roma auf eine Viertelstunde. Bei den Motorrädern hat Ricky Brabec (Honda) seinen dritten Gesamtsieg zum Greifen nahe.

Die zwölfte Etappe führte die Teilnehmer von Al-Henakiyah nach Yanbu, wo die Rallye vor zwei Wochen begonnen hat. Auf dem Programm standen insgesamt 718 Kilometer, wovon der gewertete Abschnitt für alle Klassen 310 Kilometer betrug.

Ekström eröffnete die Strecke nach seinem gestrigen Tagessieg, während Roma als Elfter losfuhr und Al-Attiyah als 17. an der Startlinie stand. Der Gesamtführende fuhr 41 Minuten später als Ekström los.

Es zeigte sich einmal mehr, dass spätere Startpositionen ein Vorteil waren. Bei den virtuellen Zwischenzeiten führte Al-Attiyah. Schließlich eroberte er den Tagessieg. Es war der 50. in seiner Karriere. Damit zog er in der Automobilwertung mit Ari Vatanen und Stephane Peterhansel gleich.

Mit diesem Erfolg legte Al-Attiyah den Grundstein für seinen sechsten Gesamtsieg. Roma begann den Tag mit 8:40 Minuten Rückstand auf den Dacia-Fahrer. Der Ford-Fahrer büßte 6:22 Minuten ein, wodurch Al-Attiyah vor dem finalen Tag einen Vorsprung von 15:02 Minuten hat.

"Danke an das Team, danke an Fabian [Lurquin]", sagt Al-Attiyah. "Wir haben zwölf unglaubliche Tage hinter uns, einer steht noch bevor. Heute die Etappe zu kontrollieren, zu gewinnen und damit den Rekord einzustellen - 50 Etappensiege -, das ist einfach unglaublich."

"Ich bin wirklich sehr glücklich. Wir versuchen, so weiterzumachen, das ist sehr wichtig für uns. Genau dafür arbeiten wir: für den Rekord und auch für das Podium. Morgen sind es 100 Kilometer, da müssen wir unser Bestes geben. Wir gehen Tag für Tag vor und wir sind bereit."

Drama bei Nani Roma am Ende der Speziale

Dramen spielten sich nach dem gewerteten Abschnitt ab. Roma blieb stehen und Ford-Privatier Romain Dumas kam zu Hilfe. Sie bauten Teile der rechten Vorderachse von Dumas Raptor in Romas Auto ein. Der Routinier erreichte schließlich das Biwak in Yanbu.

"Heute ist mit Sicherheit der härteste Tag meiner Karriere", schildert der Spanier. "Ich glaube nicht an Wunder, aber heute, ja, das ist definitiv verrückt. 50 Meter vor dem Ende habe ich den Fehler gemacht."

"Weil es schwer war, die Schilder für die Durchfahrt zu finden, habe ich den Fokus auf die Strecke etwas verloren. Und dann kam eine Links-Rechts-Kombination, und da war plötzlich ein heftiger Aufprall. Ich habe alles kaputtgemacht."

"Ich habe riesiges Glück, so ein super Team zu haben: Romain Dumas, Prokop, Mitch Guthrie. Ohne sie wäre ich jetzt nicht hier. Und dann, ganz am Schluss, nur 7 Kilometer vor dem Ziel, war mein Benzin alle. Es ist unglaublich, was heute passiert ist."

Enges Duell Ekström/Loeb um Platz drei

Spannend bleibt es beim Duell um den dritten Platz in der Gesamtwertung. Ekström belegte in der Tageswertung Platz vier (+1:49 Minuten) und Sebastien Loeb Rang sieben (+5:13). Dadurch verlor der Dacia-Fahrer Rang drei in der Gesamtwertung an Ekström.

Der Schwede hat jedoch nur 29 Sekunden Vorsprung auf Loeb. "Wir hatten eine gute Etappe. Ich bin beeindruckt von Emil", lobt Ekström seinen Beifahrer Emil Bergkvist. "Wenn du voll am Limit fährst und es keine Spuren gibt, ist das für die Navigatoren extrem schwierig."

"Auch das Auto lief einwandfrei, wir hatten keine Probleme, keine Reifenschäden. Wir geben jeden Tag unser Bestes. Die Marathonetappe ist immer noch schwer zu verdauen, dass wir dort Probleme hatten  Ganz egal, welche Zeit wir am Ende haben: Wir hatten eine Menge Spaß."

Und was sagt Loeb zum Duell? "Ja, es war kein besonders guter Tag, aber auch kein schlechter. Wir hatten insgesamt einen recht guten Rhythmus auf der Etappe, aber zwei Reifenschäden - das hat uns natürlich etwas zurückgeworfen."

"Wir haben uns bei der Navigation vertan, das war gegen Ende. Aber im Großen und Ganzen ist es nicht so schlimm. Ekström ist allerdings eine großartige Etappe gefahren, deshalb ist er jetzt Gesamtdritter. So ist es nun mal, aber es war heute wirklich schwierig."

"Auf dieser Art von Etappe mit den vielen Steinen hätte man leicht noch viel mehr verlieren können. Am Ende ist es halb so wild, es sind 29 Sekunden, also können wir sicher noch etwas ausrichten. Wir wissen, dass Ekström sehr schnell ist, und es wird definitiv nicht einfach werden."



Motorräder: Die Taktik von Ricky Brabec geht auf

Am Vortag bremste Ricky Brabec bewusst, um eine bessere Startposition zu erhalten. Heute stand der Honda-Fahrer als Sechster an der Startlinie, während Luciano Benavides (KTM) als Vierter losfuhr. Von Beginn an wurde attackiert.

Bei der Zwischenwertung nach 45 Kilometern hatte Benavides noch die Nase vor Brabec, aber schon nach 94 Kilometern übernahm der US-Amerikaner die virtuelle Führung. Brabec baute seinen Zeitvorsprung bis Kilometer 189 auf über drei Minuten aus.

Währenddessen musste Benavides an der Spitze des Feldes navigieren, erhielt dafür aber Zeitboni. Das reichte aber nicht, um die Gesamtführung zu behaupten. Brabec eroberte 3:43 Minuten vor Benavides den Tagessieg. Es war der 120. für Honda.

Damit übernahm Brabec die Führung in der Gesamtwertung und hat vor dem finalen Tag 3:20 Minuten Vorsprung auf Benavides. "Ich weiß nicht, ob die Strategie wirklich so gut war", meint Brabec. "Ich konnte den ganzen Tag pushen, und Luciano fuhr wirklich großartig."

Auch Benavides hat gepusht: "Ab Kilometer 150 habe ich die Spur eröffnet. Keine einfache Etappe zum Öffnen. Die Navigation war nicht leicht - sehr steinig, teilweise auch mit weichem Sand und ein paar Dünen. Wenn man von hinten kommt, sieht man die Spuren der Vorderen ganz gut."

Den finalen Tag wird Brabec eröffnen müssen, aber für die kurzen 105 Kilometer macht er sich keine Sorgen: "Morgen soll es angeblich einfach sein, heißt es. Wenn ich vorne starte und einen guten Job mache, sollte ich etwa anderthalb Minuten Bonuszeit bekommen."

Brabec könnte nach 2020 und 2024 seinen dritten Dakar-Sieg erobern. Rechnet sich Benavides noch Chancen auf seinen ersten Sieg aus? "Ja, ja, natürlich - wir behalten die Hoffnung bis zum letzten Kilometer. Es wird sicher schwierig. Schauen wir mal, was morgen passiert."

Die 13. und letzte Etappe umfasst eine kurze, nur 105 Kilometer lange Speziale südlich von Yanbu.

Motorsport-Total.com

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