RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Blaufränkischland-Rallye: Nachbericht Andy Hulak
Harald Illmer

Schatten und Licht

Ein ereignisreiches Comeback als Rallyesportler erlebte Andreas Hulak bei der Blaufränkischland-Rallye. Gemeinsam mit seinem Copiloten Thomas Stock mußte er einige haarsträubende Situationen durchstehen und wurde im Wettbewerb mehrmals zurückgeworfen. Steherqualitäten bewiesen sie ebenso wie ihr Ford Escort, sodaß sie es bis ins Ziel schafften und mit einem Pokalrang geehrt wurden.

Andreas Hulak und Thomas Stock durften sich zu Recht einige Hoffnungen machen, bei ihrer ersten gemeinsamen Rallye bei den Historischen im vorderen Bereich mitzumischen und auch in der Gesamtwertung im guten Mittelfeld zu landen. Doch als schon auf der ersten Prüfung 700 Meter nach dem Start an einem der Hinterräder die Luft draußen war und man an einem Reifenwechsel direkt auf der Prüfung nicht vorbeikam, war das schon sehr deutlich vorentscheidend für den späteren Verlauf und letztendlich das finale Ergebnis der Rallye. Bei einem Zeitverlust von über drei Minuten nur allzu logisch.

Die Auswertung der ersten Prüfung lieferte sodann auch gleich die Bestätigung: Andy Hulak und Thomas Stock mußten die weitere Rallye vom undankbaren vorletzten Platz der Gesamtwertung aufnehmen, was sicher keine tolle Motivation war. Trotzdem wollten beide den Wettbewerb mit möglichst viel Anstand zu Ende bringen, und eine willkommene Gelegenheit, sich an den Rallye-Modus zu gewöhnen und das Auto genauer kennenzulernen, bot sich obendrein. Während es für Andy die erste Rallye seit fast zwölf Jahren war und er entsprechend noch etwas Schwierigkeiten hatte, sich am Ende der langen Geraden an den richtigen Bremspunkt heranzutasten, war es für Thomas die erste Rallye als Copilot überhaupt. Dabei hatte er sich jedoch bravourös bewährt und bekam ein ehrliches Lob von seinem Fahrer.

Schwierigkeiten der zeitraubenden Art traten im späteren Verlauf der Rallye noch einmal auf, leider genau auf der langen Rundkurs-Prüfung Deutschkreutz I. Diesmal war es ein erhöhtes Lenkungsspiel, das Sorgen bereitete. Noch eindeutig im Wettbewerbsmodus befindlich, wurde diskutiert, ob man die Rallye fortsetzen oder beenden solle. So kam es zu einer entscheidenden Unachtsamkeit – das Escort-Team fand sich umgehend in einem Weingarten wieder. Mangels Zuseher, die helfend eingreifen hätten können, und aufgrund des Widerstandes durch Gestrüpp und Drahtgeflechte dauerte es über eine Minute, bis sich der Wagen befreien konnte und wieder den Weg zurück auf die Strecke fand. Wiederum ein deutlicher Zeitverlust, beträchtliche Schäden am Auto inklusive. In Hulak-Manier – so weit es ging – wurde der letzte Teil der Prüfung zu Ende gebracht, zwischendurch passierte dabei noch ein weiterer Ausritt. Andy löste das Problem auf seine Weise und blieb einfach voll drauf. Eine gute Entscheidung, wie sich zeigte.

Daß aufgrund eines Interviews ein wenig das richtige Timing für eine Zeitkontrolle übersehen wurde und es eine Zeitstrafe von 10 Sekunden setzte, fällt angesichts der Gesamt-Umstände kaum noch ins Gewicht. Vor Allem wichtig: Der Escort war noch gut genug in Schuß, um nach einem erfolgreichen Lenkungstausch über die letzten beiden Prüfungen zu rollen.

Unterm Strich mußte man sich zwar im historischen Ford-Duell dem Team Schindelegger geschlagen geben, aber man erreichte immerhin als zweites noch verbliebenes Escort-Team das Ziel. In der historischen Klasse 6.2 reichte das in jedem Fall für einen Pokal. Ansonsten bleibt zwar einiges an Kosten für den Wiederaufbau des Wagens, aber auch einiges an wertvollen Erfahrungen. Wie auch die Gewißheit, daß man auf die Mechaniker Michael Rauscher und Thomas Steinmayer (selbst als früherer Rallye-Teilnehmer eine ernstzunehmende Größe unter seinesgleichen) absolut bauen kann. Zweifellos hat es Sinn gemacht, daß der MCL 68 mit seinem engagierten Team diese Rallye möglich gemacht hat und planungstechnisch wie organisatorisch hervorragende Arbeit geleistet hat.

Aufgrund der derzeitigen starken Planungsunsicherheit steht noch nicht fest, wann der nächste Rallye-Auftritt von Andreas Hulak und Thomas Stock kommen wird. Aber er wird kommen. So viel steht fest.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Blaufränkischland-Rallye: Nachbericht Andy Hulak

Weitere Artikel:

Die neuen Eigentümer des WRC-Promoters planen einen umfassenden Wandel für den Rallyesport: Die DNA der Weltmeisterschaft soll unangetastet bleiben, aber ...

WRC Rallye Paraguay: Nach SP17

Sturm sorgt für Schäden im Servicepark

Sami Pajari führt weiterhin die Rallye Paraguay an - Starker Samstag von Adrien Fourmaux - Schrecksekunde durch Unwetter im Servicepark

TEC7 ORM2, OBM Rallye: Bericht

Entscheidung auf letzter SP: Titel an Zellhofer

Das packendste Meisterschaftsfinale seit langer, langer Zeit: was bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye auf die „große" TEC7 ORM-Wertung zutraf, galt auch ganz genau so für die in diesem Jahr zum ersten Mal mit Staatsmeisterschaftsprädikat ausgeschriebene TEC7 ORM2.

EHRC Gravel, Lahti: Bericht Schindelegger

Schindeleggers mit Top-Platzierung in EHRC

Das Rallyeteam Schindelegger spielt seine bisherigen Finnland Erfahrung komplett aus und sichert sich trotz starker Konkurrenz viele Punkte für die Meisterschaftswertung.

TEC7 ORM3, OBM Rallye: Bericht

Lukas Dirnberger gewinnt zum Abschluss

Während der bereits in Weiz fixierte TEC7 ORM3-Champion Marcel Neulinger nach seinem Unfall beim EM-Lauf in Polen einen langen Reha-Weg zu beschreiten hat, unterstrich Vizemeister Lukas Dirnberger seine Position mit einem klaren Sieg.

ORM/ARC, OBM Rallye: Fotos Shakedown

Die besten Bilder vom Shakedown

motorline.cc-Fotograf Daniel Fessl zeigt seine besten Bilder vom Shakedown zur OBM Land der 1.000 Hügel Rallye.