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ERC, Rally Liepaja: Tag 1
Foto: Wagner Motorsport

„Unvorstellbar! Richtig prickelnd!“

„Für uns Österreicher sicher die schwierigste ERC-Rallye“, sagt Simon Wagner. motorline.cc berichtet vom heißen ersten Tag der Rally Liepaja...

Noir Trawniczek

Wie könnte man denn jemandem, der die Rally Liepaja noch nicht aus nächster Nähe erleben durfte, das Fahren auf den schnellen und zum Teil extrem schmalen Schotterstraßen beschreiben? Simon Wagner antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Eigentlich gar nicht! Denn das ist unvorstellbar! Wenn du mit einem Schnitt von 125 km/h blind über Kuppen fährst, auf einem sehr harten Schotter und einer relativ frischen Copilotin an deiner Seite - dann ist das richtig prickelnd. Für uns Österreicher ist die Liepaja sicher der schwierigste Lauf der Rallye-Europameisterschaft.“ Auf die Frage, ob die Finnland-Rallye ein guter Vergleich wäre, antwortet Simon: „Es ist durchaus ähnlich - aber mit einem viel härteren Schotter!“ Also eine Mischung aus Finnland und Akropolis? Simon schmunzelt: „Beinahe...“

Eines ist sicher: Simon Wagner bereitet diese Rallye in Lettland enorme Freude - und ja: Am Ergebnis (nach Tag 1) kann man das vielleicht nicht ablesen - doch das hat auch Gründe: „Wir hatten in der Qualifikation einige kleinere technische Probleme, die sich dann doch summiert haben. So konnten wir bei der Wahl der Startposition keine entscheidende Rolle spielen - und bei den knappen Abständen, die hier an der Spitze herrschen, vorne starten zu müssen, ist dann doch ziemlich bescheiden.“

Am Nachmittag wurde die Startreihenfolge adaptiert - Simon: „Wir haben uns um 1,5 Sekunden am Kilometer gesteigert, der Abstand zu den vorderen Teams wurde auch immer kleiner. Und wir sind nicht zu weit weg von den schnellsten Michelin-Piloten.“ In der Wertung findet man Simon Wagner und Pia Summer in ihrem Eurosol Skoda Fabia rally2 derzeit auf Rang 14. Sehr viel ausrichten werde man am zweiten Tag nicht können: „Da gibt es nicht mehr viel zu retten - aber so können wir in Ruhe Kilometer abspulen und dazulernen, in den Rhythmus kommen...“

Ilka Minor zieht den Hut

Applaus erhält Simon Wagner von seiner Landsfrau Ilka Minor: „Für Simon sind diese Bedingungen ganz neu und ich finde, er hat sich gut geschlagen: Hut ab!“ Für ihren Piloten Vaidotas Zala aus Litauen seien solche Schotterstraßen recht normal, dennoch lief nicht alles nach Plan: „Wir haben uns einmal gedreht und einmal haben wir einen Abzweig verpasst.“ Erneut konnten Zala/Minor ein Top 3-Top 5-Potential andeuten - durch die Fehler jedoch liegt man im Skoda Fabia rally2 zurzeit auf Rang sieben. Ilka: „Wir könnten morgen aber zwei bis drei Plätze aufholen...“

Opel Junioren auf dem Dach

Als „eher durchwachsen“ bezeichnet Luca Waldherr seine bisherige Rally Liepaja: „Wir haben uns ja schon im Shakedown überschlagen - doch die Jungs vom Team konnten das Auto super wieder herrichten.“ Das Auto ist ein Opel Corsa rally4 und auch Teamkollege Laurent Pellier hat den seinigen aufs Dach gelegt, im Bewerb - frei nach dem legendären „Leitsatz“ von Manfred Stohl, der den Einsatz des Opel Junior Rallye Teams leitet und einst erklärte: „Wer nicht auf dem Dach landet, war nie wirklich schnell.“ Auf SP5 erlebte Luca Waldherr ein Novum: „Plötzlich hat ein Platzregen begonnen, wie ich es noch nie erlebt habe. Und dann bleibt auch noch der Scheibenwischer stecken! Wir sind zweimal stehen geblieben - meine Copilotin Claudia Maier hat die Scheibe gereinigt - aber natürlich hat uns das sehr viel Zeit gekostet.“ Wichtig ist für Luca: „Wir sind da und wir können den zweiten Tag fahren. Der Zeitabstand auf die Spitze wird geringer, zum Teil beträgt er bereits unter einer Sekunde am Kilometer...“

Für die heimischen Fans beduetet das: Alle österreichischen Teams sind noch in dieser äußerst selektiven und spannenden Rallye vertreten - Daumen drücken ist also wieder angesagt. In Führung liegt Lokalmatador Martin Sesks im Skoda Fabia rally2 vor Markenkollege Efren Llarena und Hyundai-Pilot Tom Kristensson - die Top 7 liegen innerhalb einer Minute.

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