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ORM: Kommentar
"Foto": privat

Wenn Wahrheit „negativ“ ist, ist bald Sendeschluss

Wenn die Suche nach Gerechtigkeit zum Störfaktor für jene „Großen“ wird, die einfach nur ihren Spaß haben wollen…

Kommentar von Noir Trawniczek

Seit Tagen ist mir bekannt, dass es ein Gerücht gibt, wonach ausgerechnet ORM-Promotor Günter Knobloch auf dem Rundkurs gegen die Fahrtrichtung fuhr (natürlich nicht mit Absicht, sondern er fuhr zu früh hinaus, musste wenden) und dieses Ausschluss-Vergehen nicht von der Rallyeleitung, den Stewards oder wem auch immer geahndet wurde.

Am 18. Juni hat Georg Gschwandner, der Obmann der Austrian Rallye Challenge, eine offizielle Anfrage, die er diesbezüglich der Rallyeleitung sandte, ins motorline-Forum „Meeting Point“ gestellt. Die Anfrage im Wortlaut: "Wie kann es sein, dass Startnummer 6 auf SP 4 zu früh in die Rundkursausfahrt fährt, wendet und gegen die Fahrtrichtung der Sonderprüfung wieder in die nächste Runde des Rundkurses fährt, dies Vergehen vom Funkposten gemeldet wird, ohne dass dies wie vorgesehen zum Ausschluss des Teams Startnummer 6 führt?" Bis heute erhielt er keine Antwort. Es wird auch keine mehr kommen.

Am 19. Juni habe ich mit Günter Knobloch telefoniert. Und ja, es ist ihm passiert, was auch einst einem Raimund Baumschlager passiert ist. Es habe sich um einen Dreher gehandelt, weil er die Ausfahrt versäumt hat, und ja, vielleicht sei er dabei ein Stück gegen die Fahrtrichtung gefahren. Aber es sei nicht geahndet worden und es sei daher bereits wieder egal. Und wieder konnte ich mir anhören, dass wir oder ich „immer nur das Negative“ suchen würden, dabei seien er und seine Freunde doch nur auf Spaß aus. Und dieser Spaß würde ihm bald vergehen, weil da immer jemand ist, der unnötige Fragen stellt und so weiter und so fort…

Jetzt werden sich viele fragen: Und warum habe ich bislang nicht darüber geschrieben? Meine Antwort: Weil ich auch nur ein Mensch bin und ich - weil ich beim mittlerweile berühmten „Ausweichmanöver“ von Hermann Neubauer den wahren Hintergrund recherchieren wollte - mir bereits seit Tagen in diversen Anrufen sagen lassen muss, ich sei quasi der große Spaßverderber, der dem Sport schaden würde. Zum ersten Mal wurde ich sogar von einem Sportler direkt, wenngleich ohne Namensnennung in seiner Presseaussendung als unfähiger Journalist bezeichnet.

Ich habe lange überlegt, ob und wie ich das bringen möchte. Ich habe nun den Weg eines Kommentars gewählt, ohne reißerischer Skandal-Headline, und dem eigentlich skandalösen Inhalt nur im Lauftext verpackt. Um dem Sport nicht zu schaden….

Wie wohl es sehr bedenklich stimmt, wenn ohnehin schon im Servicepark das Gefühl vorhanden ist, dass hier irgendwie mit zweierlei Maß gemessen wird, dass sich manche mehr erlauben können als andere. Dass die „Großen“ Sonderrechte erhalten und die „Kleinen“ besonders streng bestraft werden. Dass die „Großen“ sogar die rote Flagge missachten können und mit einer Geldstrafe davonkommen, während die „Kleinen“ auch im Zweifelsfalle sofort ausgeschlossen oder eine Minute aufgebrummt erhalten wenn Sie die gedachte Linie einer (verdeckten) Anzeigetafel ein paar Meter überfahren. Dass die „Großen“ rigorose Besichtigungs-Ausnahmezeiten erhalten und dann auch noch ausgerechnet am Besichtigungstag Testfahrten abhalten. Als würde man zeigen wollen: Seht her, wir sind die „Großen“, die alles dürfen und die Spaß haben - und stört uns ja nicht, denn sonst…

Es ist also alles, wie es immer war. Es hat sich leider nichts geändert. Und der „Fall Knobloch“ ist nicht mehr als eine Bestätigung, dass es eben weiter nach unten geht, in Richtung Vereinssport. Oder wie es TV-Legende Peter Klein recht treffend im Forum als Reaktion auf Georg Gschwanders Anfrage formuliert hat: in Richtung Selbstmord.

Konstruktive Vorschläge, zum Beispiel wie man den „Kleinen“ entgegenkommen könnte, indem man zb nach einem Defekt auf SP1 sich wieder einreihen könnte, einfach um die Kilometer, die man bezahlt hat, fahren zu können, werden geflissentlich ignoriert - das sei FIA-technisch völlig unmöglich…

Dann gibt es noch die leidigen Probleme mit dem GPS bzw. der virtuellen roten Flagge - dass dies zum Teil gefährlich werden kann, erwähne ich nur am Rande und gehe gar nicht näher darauf ein, weil ich mir weitere Anklage-Anrufe ersparen möchte. Man sieht: Bald wird das Ziel erreicht sein und man ungestört „Spaß haben“ können…

Macht weiter so - aber wundert euch nicht, wenn immer weniger von den „Kleinen“ mitfahren wollen. Weil sie kein Auffüllmaterial sein wollen, damit die „Großen“ ihren Spaß haben können…

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