Offroad

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

4,5 Sekunden auf 100 - in einem Pickup!

Hier drüben, in "good old europe", bekommen wir davon zwar nicht so viel mit, doch in den USA tobt gerade eine Art Power-Pickup-Krieg. Ford hat ihn mit dem Raptor und seinem Turbo-V6 aus dem GT losgetreten, Chevy unlängst mit dem Colorado ZR2 gekontert. Und nun mischt sich auch FCA ein. Und die Italiener kämpfen offensichtlich um zu gewinnen. Der 712 PS starke RAM TRX lässt zumindest auf dem Papier alle anderen Kontrahenten alt aussehen.

Johannes Posch

Unter der Haube des Monster-Pickups steckt der selbe 6,2 Liter V8 wie im Dodge Demon Hellcat oder dem Jeep Grand Cherokee Trackhawk - allerdings hier etwas "schwächer": 712 PS und 881 Newtonmeter maximales Drehmoment machen den TRX zwar zum schwächsten der "Hellcat-Familie", aber immer noch zum stärksten Serien-Pickup, die man aktuell kaufen kann. Das schlägt sich auch in den Leistungsdaten nieder: 4,5 Sekunden auf 60 mph, 160 km/h stehen nach insgesamt 10,5 Sekunden auf der Uhr ... und das wohlgemerkt in einem fast sechs Meter langen Pickup-Truck, der soviel wiegt wie ein kleines Einfamilienhaus und wohl auch ungefähr den selben cw-Wert hat. Das erklärt dann auch, warum bei 190 km/h auch schon wieder Schluss mit Vortrieb ist. Allerdings macht das nichts, denn dafür ist das Chassis und das Fahrwerk des TRX dafür ausgelegt, mit über 100 mph, also rund 160 Sachen, durch grobes Terrain zu fahren. Also mit mehr, als auf unseren Autobahnen erlaubt ist, über Wald und Wiesen zu brettern. Das soll einem der Cayenne-Fahrer von gegenüber dann mal nachmachen ...

Möglich macht das ein verstärkter Rahmen - und zwar massiv verstärkt: Im Vergleich zum RAM mit 5,7 Liter V8 ist der TRX satte 272 Kilogramm schwerer. Im Fahrwerk arbeiten adaptive Bilstein Black Hawk e2-Dämpfer, die durch stickstoffgefüllte Reservoirs unterstützt werden und so maximale Haltbarkeit gewährleisten sollen. Die Dämpfer passen sich dynamisch dem Gelände an, können aber freilich auch über eine Reihe von Modi vom Fahrer selbst justiert werden. Ram sagt, dass die Stoßdämpfer neben der Geländegängigkeit auch für eine ruhigere Fahrt auf dem Asphalt sorgen sollen.

Wie auch bei den regulären Ram 1500ern verwendet auch der TRX eine Fünf-Lenker-Aufhängung im Heck. Das Design ist jedoch für den TRX angepasst worden, um Platz für eine Dana 60-Hinterachse zu schaffen. Die Einzelradaufhängung vorn ist hingegen komplett neu und verfügt über aus Aluminium geschmiedete obere und untere Querlenker. Sie wurden im Hinblick auf zusätzlichen Radfederweg und Achsspurbreite konstruiert. Der so erreichte Federweg kann sich sehen lassen: 33 Zentimeter; absolutes Raptor-Niveau. Allrad-Antrieb versteht sich von selbst, das Getriebe ist eine Achtgang-Automatik von ZF und an der Hinterachse sitzt ein Sperrdifferenzial. Die Bremserei übernehmen Zweikolben-Monoblock-Bremssättel vorn und Einkolben-Monoblock-Sättel hinten, jeweils auf 15-Zoll Scheiben.

Ein weiteres Highlight sind die Räder und Reifen. Der Gummi stammt von Goodyear und wurde speziell für den TRX entwickelt. Einfach, weil nichts auf den Wagen draufpasst, das es am freien Markt so zu kaufen gab: Es handelt sich um einen 35-Zoll-Reifen in der eindrucksvollen Dimension 325/65R/18, der für Geschwindigkeiten bis 190 km/h ausgelegt ist und dabei dennoch auch härtestes Terrain wegstecken kann. Auch dank dieser Monsterreifen (sie sind fast einen Meter hoch) erhöht sich die Bodenfreiheit des RAM als TRX um stolze 5 Zentimeter im Vergleich zum normalen Ram 1500 auf bis zu 30 Zentimeter.

Auch das Design ist freilich alles andere als zurückhaltend - innen wie außen. Dabei ist beispielsweise die monströse Hutze in der Haube aber keine bloße Show, sondern tatsächlich integraler Teil der Frischluftzufuhr für den Motor. Auch innen wird geklotzt statt gekleckert - sowohl in Sachen Sitze, Ziernähte und Co., als auch bei der Elektronik. Eine Launch-Control (ja, in einem Pickup!) ist also ebenso mit an Bord wie ein digitaler Rückspiegel, ein HUD und diverse elektronische Finessen vom Schlage eigener Performance- und Offroad-Bereiche im Infotainment-System mit 12 Zoll Touch-Display.

Und das Beste an der Sache (abgesehen vom sicherlich irrwitzigen Sound): Das gute Stück kommt bestätigter Weise auch ganz offiziell nach Europa. John R. F. Muratori, Chief Operating Officer von AEC Europe, dem offiziellen EU-Importeur für Ram-Trucks, sagte: "Der 2021 RAM 1500 TRX wird Tests unterzogen, um sicherzustellen, dass er den EU-Vorschriften entspricht und wird voraussichtlich ab Dezember 2020 zur Auslieferung verfügbar sein."

Zu Preisen schwieg er sich aber noch aus. Schon in den USA ist das nicht limitierte Monster aber kein Schnäppchen: Mindestens $71,690 werden dort mindestens fällig. Rund 90.000 sind es für die Launch-Edition. Man sollte also nicht davon ausgehen, dass der TRX hierzulande (danke, NOVA) sich mit einem fünfstelligen Verkaufspreis begnügen wird.

Weitere Artikel

Spätestens dann, wenn der Nachwuchs lautstark sein Dasein verkündet, muss ein geeignetes Familienfahrzeug her. Bald danach wird klar: Ein adäquates Zweitauto wär’ auch fein! Wir haben ein sehr passendes – Alice und Luis testen es mit Mama und Oma.

KTM sucht MotoGP-Nachwuchs

Austrian Talent Cup 2021 vorgestellt

Über den neuen Markenpokal "Austrian Talent Cup", der mit der ebenso neuen KTM RC4R gefahren wird, erhofft sich KTM neue Talente für ihre künftigen MotoGP-Teams zu finden.

Benzin fließt in den Adern

Buch über Wolfgang Stropek erscheint

Auf 136 Seiten wird der österreichische Motorrad-Tausendsassa porträtiert. Seinen Rupert Hollaus Gedächtnisrennen ist ein Sonderteil gewidmet.

Aufgrund der Verletzung von Romain Grosjean gibt Pietro Fittipaldi als Weltmeister-Enkel am Wochenende in Bahrain sein Formel-1-Debüt