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Neue Ära

Volvo zeigt mit seinem neuen Groß-SUV XC90 skandinavisches Selbstbewusstsein, obwohl die Chefs in China sitzen. Alle Österreich-Infos.

Georg Koman

Zwölf Jahre musste der alte Volvo XC90 durchhalten, jetzt kann er sich in den wohlverdienten Ruhestand begeben: Der neue XC90 lenkt mit schierer Größe, seiner trutzigen Front und anderen markanten Design-Elementen alle Blicke auf sich. Dennoch schafft er es, nicht böse, sondern schwedisch-unaufgeregt zu wirken.

Der große SUV markiert bei Volvo nichts weniger als den Beginn einer neuen Ära. Denn der XC90 ist der Startschuss zum kompletten Austausch aller Modellreihen, der sich im kommenden Jahr mit dem großen Kombi V90 als Nachfolger des V70 fortsetzt. Auf die Komfort-Limousine S80 wird ein noch größerer S90 folgen. Danach folgt der Neustart der 60er und 40er-Serien.

Am Ende wird es für die größeren Serien 60 und 90 je eine Limousine (S), ein Kombimodell (V) samt höher gelegter "Cross Country"-Variante und einen SUV (XC) geben. Beim kleineren 40er steht V für die Schrägheck-Variante. 40er-Limousine wird es keine geben, wohl aber V40 Cross Country und den Kompakt-SUV XC40.

Möglich macht das die "skalierbare Produkt-Architektur" (SPA). Sie erlaubt neue Freiheiten für die Designer und Ingenieure bei der Gestaltung von Fahrzeugen und setzt auch Synergien in der Entwicklung und Produktion frei: von den Sitzen und Innenraumkomponenten über die Elektrik bis hin zu den Antrieben. Der Volvo XC90 ist das erste Serienmodell, das auf der SPA basiert.

Gebaut wird das weltweit vertriebene Paradeschiff in Göteborg, es ist knapp fünf Meter lang, 2,10 Meter breit und 1,80 Meter hoch. Das Raumangebot ist dementsprechend großzügig, der Laderaum fasst 721 bis 1.886 Liter.

Der Innenraum empfängt den Fahrgast mit edlen Materialien wie Leder, Naturholz und Aluminium. Ein eleganter Drehknopf dient als Start-Applikation.

Auffallend ist auch das 9,7 Zoll große Touchpad (das derzeit zweitgrößte nach jenem im Tesla Model S), mit dem sich praktisch alles abseits der klassischen Grundfunktionen steuern lässt. Ganz wie vom Smartphone gewohnt, "wischt" man durch die Menüs und kann Ansichten per Fingerbewegung vergrößern.

Im Volvo XC90 gibt es ausschließlich Zweiliter-Vierzylindermotoren mit Turboaufladung. Standard-Antrieb wird in Österreich der D5 (Diesel) mit 165 kW/225 PS. Der setzt den 2,1-Tonner flott in Bewegung.

In 7,8 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h. Allerdings benötigt die 8-Gang-Automatik beim Anfahren ein wenig Bedenkzeit. Unterdessen ermöglicht das Fahrwerk, das als Besonderheit eine Querblattfeder hinten aufweist, sportliche Kurvenfahrten. Die Lenkung reagiert sauber und präzise, und der Wendekreis bewegt sich mit 12,3 Metern noch im Rahmen - er liegt jedenfalls deutlich unter jenem des Vorgängers.

Ähnlich viel Freude kommt mit dem Benzin-Motor T6 auf. Hier mobilisierten die Ingenieure durchzugsstarke 235 kW/320 PS. Nach 6,5 Sekunden Druck der lederbezogenen Rückenlehne hat man Tempo 100 erreicht.

Der relativ kleine, aufgeladene Motor wirkt bei der Beschleunigung keineswegs überanstrengt. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei moderaten 8,0 Litern auf 100 km. Noch deutlich sparsamer kommt der Diesel mit seinen 5,7 Litern Normverbrauch daher.

Im Herbst folgt dann der T8, ein Plug-in-Hybrid, bei dem zu den 320 Benziner-PS noch 87 drehmomentstarke Elektro-Pferde hinzuzuaddieren sind. Und im Dezember 2015 schließt die Einstiegsvariante das XC90-Modellangebot ab: der D4 mit 190 PS wird als einziger XC90 mit Frontantrieb erhältlich sein.

Die Fahrsicherheit wird wie bei allen Volvo auch beim XC90 groß geschrieben. Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung gehören zwei Weltneuheiten: ein Notbrems-Assistent für Kreuzungen - falls der Fahrer mal ein querendes Fahrzeug übersieht - und "Run off Road Protection" zum Insassenschutz bei Unfällen durch Abkommen von der Fahrbahn. Dann stellt sich das Fahrwerk blitzschnell auf unebenen Untergrund ein, die Gurte werden gespannt, die Fenster geschlossen.

Ein paar nette Aufpreis-Posten: "Bowers and Wilkins"-Soundsystem mit gewaltigen 1.400 Watt Leistung, Luftfederung mit fünf Fahrmodi, klimatisierte Massagesitze, zwei Sitze für die dritte Reihe.

Preislich startet der XC90 D5 AWD in Österreich bei 58.450 Euro, der T6 AWD kostet 67.950 Euro. Für die geballte Hybrid-Power des T8 AWD sind 77.800 Euro zu bezahlen und der frontgetriebene D4 wird 53.800 Euro kosten. Am 29. Mai feiert der XC90 seine Premiere bei den österreichischen Volvo-Händlern.

Volvo XC90 - erster Test Volvo XC90 - erster Test Volvo XC90 - erster Test Volvo XC90 - erster Test

Volvo XC90 - Österreich-Modelle gefahren

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