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Imperialismus auf Rädern

1907 gründete die Russisch-Baltische Waggonfabrik in Riga ihre Auto-Abteilung, 2007 steht ein Coupé um fast 2 Mio. Dollar am Genfer Salon. Fotos

Erst 1909 rollte das erste Auto unter der Marke Russo-Balt, oder auch Russo-Baltique, aus (damals) russischer Fertigung aus den Werkshallen in Riga. Neben Lizenzproduktionen deutscher und belgischer Fabrikate versuchte man sich auch an eigenen Modellen; 1912 siegte eines der sportlicheren Modelle bei der Rallye Monte Carlo. 1913 wurde die Firma Hoflieferantin des Zaren.

Es gab auch eine Flugzeugsparte, wo der spätere Hubschrauber-Pionier Igor Sikorsky tätig war. Unter seiner Ägide entstand dort die "Ilja Muromets", das damals größte Flugzeug der Welt. Die Oktoberrevolution machte all dem jedoch de facto ein Ende. Ironie des Schicksals: Aus Restbeständen aufgebaute Russo-Balt waren die ersten Automobile der Sowjetunion.

Die nunmehr verstaatlichte Firma Russo-Balt verlegte sich dann auf Lastkraftwagen, und 1923 war endgültig Schluss mit der Autoproduktion. Mittlerweile haben sich die Zeiten in Russland geändert, man hat die Lust am Geld (und am Geldausgeben) wieder entdeckt.

Dementsprechend luxuriös fällt das erstmals 2006 als Studie gezeigte Edel-Coupé „Impression“ aus – auch im Preis: 50 Millionen Rubel bzw. über 1,7 Millionen Dollar werden fällig, will man den mit Anklängen an die Karossiers der 1930er-Jahre gezeichneten Wagen sein eigen nennen.

Nachdem eine deutsche Firma für die technische Seite zuständig ist, kommt der Antrieb von Mercedes: ein sechs Liter großer V12-Motor mit zwei Turboladern und 555 PS. Zehn bis fünfzehn Fahrzeuge soll die geplante Kleinserie umfassen, die Lieferfrist beträgt bis zu 18 Monate.

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