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Neue Vorwürfe gegen den ADAC

Zweiklassengesellschaft?

Angeblich sind ADAC-Mitglieder bei der Pannenhilfe nur Kunden zweiter Klasse. Bevorzugt sollen Kunden mit Mobilitätsgarantie werden.

mid/rlo

Kaum ist der Schrei der Empörung etwas verklungen, da werden neue Vorwürfe gegen den ADAC laut. Ausgerechnet bei der Pannenhilfe soll der größte Automobilclub Europas die eigenen Mitglieder links liegen lassen. Und warum? Weil die "Gelben Engel" im Zweifel zunächst die Autofahrer bedienen, die über ihren Autohersteller eine Mobilitätsgarantie gebucht haben. Diese Kunden haben Vorrang, berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich dabei auf mehrere ADAC-Insider.

So sei es in einem Pannenfall besser, guter Kunde eines Autoherstellers zu sein - mit einer entsprechenden Mobilitätsgarantie. Diesen Service, die sogenannte "Assistance-Leistung", erbringt der ADAC als Subunternehmer für eine lange Reihe von Herstellern. Anfang des Jahres waren das laut ADAC unter anderem Ford, Opel, Nissan, Honda, Kia, Hyundai, Citroen, Peugeot, Mercedes-Benz, Volvo, Jaguar, Chevrolet, Smart und Range Rover.

Das würde in der Praxis bedeuten: Wenn ein ADAC-Mitglied und der Assistance-Kunde eines Autoherstellers mit plattem Reifen am Straßenrand stehen, ließe der ADAC-Pannenhelfer im Zweifel das ADAC-Mitglied warten und würde sich zuerst um den Kunden des Autoherstellers kümmern.

Weil der ADAC erst einmal Geld verdienen will mit seinen Großkunden? "Das würde den Verein entlarven als Organisation, die knallhart Profitinteressen verfolgt. Die Mitglieder werden gezählt und als Druckmittel eingesetzt, als Kunden wären sie dann aber offenbar nur Kunden zweiter Klasse", sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer.

Der ADAC bestreitet, dass es eine solche Vorzugsbehandlung gibt. "Alle Pannenfälle werden nach Eingang bearbeitet. Einzige Ausnahme: Pannenfälle, in denen eine Verkehrs- oder Gesundheitsgefährdung vorliegt beziehungsweise Mütter mit Kindern im Auto, diese werden vorrangig behandelt", erklärt ein Sprecher des Klubs.

So oder so: Es wird nicht leicht für den ADAC, nach dem Manipulations-Skandal verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. 250.000 Mitglieder haben den Verein in der Krise verlassen. Jetzt soll eine große Image-Kampagne mit Werbespots in Fernsehen und Hörfunk den Ruf aufpolieren. Wiederum mit Mitglieder-Geld bezahlt.

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