AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Warum bei Unfällen gegafft wird

Handy-Missbrauch

Gaffen und Fotografieren seitens Passanten und anderer Autofahrer nach Unfällen ist allgegenwärtig. Verkehrspsychologen erklären das Phänomen.

mid/rhu

Auf der einen Seite der Autobahn hat es gekracht, aber in beiden Richtungen gibt es Stauungen und lange Schlangen. Unfall-Gaffer sind ein besonders unangenehmes und lästiges Phänomen im Straßenverkehr.

Die Sensations-Gier ist scheinbar auch durch teilweise massives Einschreiten der Polizei nicht in den Griff zu bekommen. Woran liegt das? Verkehrspsychologin Susanne Nitzsche vom TÜV Thüringen hat sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt.

Bei ihren Untersuchungen ist Nitzsche auf drei Schlüsselbegriffe gestoßen: Neugierde, Sensationslust und Anerkennung. Die ersten beiden klingen logisch: "Das Neugier-Verhalten ist uns faktisch von der Natur in die Wiege gelegt. Man schaut unweigerlich hin", so die Verkehrspsychologin. "Bei einem Gaffer ist zudem die Sensationslust stark ausgeprägt. Das heißt, er möchte den Nervenkitzel, will schockiert sein, will die Information aus erster Hand." Angstlust sozusagen.

Die eigentliche Überraschung ist aber der dritte Schlüsselbegriff: der Wunsch nach Anerkennung. Jene holt sich der Unfall-Spanner hinterher als ideelle Belohnung bei Freunden und Kollegen, wo er sich mit Informationen aus erster Hand wichtig machen kann. Am besten mit per Smartphone fabrizierten Fotos oder gar Videos.

Die Suche nach Anerkennung und Belohnung motiviert Menschen zu einem Verhalten, das sie unter normalen Umständen selbst strikt ablehnen würden. Der Zeitverlust durch den Stau wird dabei als Rechtfertigung für das Gaffen gewertet. Bei einer zügigen Vorbeifahrt müsste das Stau-Opfer ja auf seine "Entlohnung" für die Verzögerung verzichten.

Dieser spontanen Reaktion könne man nur durch eine ganz bewusste Entscheidung entgegenwirken, so die Verkehrspsychologin. Man sollte sich fragen, ob man es notwendig hat, auf diese Weise um Anerkennung zu buhlen. Manche schaffen es sogar, Handy-Fotos oder -Videos von Schwerverletzten zu machen statt zu helfen. Dabei wäre die Anerkennung für einen Helfer doch viel größer...

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Elektrische Souveränität: Was moderne Elektroautos heute leisten

Elektroautos und was sie können

Elektroautos markieren einen Wendepunkt der Mobilität. Der elektrische Antrieb arbeitet präzise, leise und effizient, die Fahrzeuge integrieren sich in digitale Ökosysteme und in das Stromnetz.

Der große Leitfaden zur optimalen Absicherung fürs Auto

Schadensfall, Haftpflicht, Vollkasko

Ein eigener PKW oder ein Motorrad bringen im Alltag einiges an Flexibilität und Freiheit. Allerdings bedeutet ein eigenes Auto auch ein gewisses Maß an Verantwortung und man muss sich auf der einen Seite um ausreichend Kraftstoff, Wartung und Reparaturen sowie um die Kfz-Steuern und einen passenden Versicherungsschutz kümmern.

Wie Gutachter nicht nur beim Geld sparen helfen

Was tun, wenn’s kracht?

Ein Verkehrsunfall bringt mehr als nur Blechschäden mit sich. Unsicherheit, der Stress der Regulierung und das Risiko, finanzielle Einbußen zu erleiden, sind meist mit an Bord. Hier kommen unabhängige Kfz-Gutachter ins Spiel.

Auf der Suche nach einem neuen Autoreifen, kann man schnell feststellen, dass moderne Reifen mit Hinweisen auf besondere Witterungsresistenz versehen sind. Grund hierfür sind die klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre.

Super-Test-Sommer 2026 von AUTO BILD Österreich

Ein Sommer-Wochenende als Leser-Testfahrer!

Fünf Testautos stehen bei der Fahraktion 2026 für unsere Leser bereit: Erleben Sie ein Wochenende lang eine der beschriebenen Autoneuheiten und berichten Sie in Wort und Bild darüber. Jetzt anmelden!

Was passt zu Ihrem Alltag?

Auto-Abo, Carsharing oder eigenes Fahrzeug

Mobilität als Alltagskonzept verändert sich. Während das eigene Auto jahrzehntelang als selbstverständlich galt, stehen heute gleich mehrere Alternativen zur Verfügung. Auto-Abos, stationsbasiertes oder freies Carsharing und klassische Kaufmodelle konkurrieren miteinander.