AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Eine Klasse für sich

Der neue Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo rollt mit 680 PS auf die Straße. Die Hybrid-Version ist somit das Topmodell des Edelkombis.

mid/som

Wer das erste Mal im neuesten Porsche Panamera-Familienmitglied Platz nimmt, wird auf den ersten Blick keine großen Unterschiede feststellen. Na gut, da stehen ein "E" und ein "H" auf dem runden Drehschalter unten rechts am Lenkrad. Aber ansonsten gibt es hier, abgesehen von der neuesten Technologie, die das Unternehmen Porsche zu bieten hat, nichts Auffälliges zu sehen.

Erst dann, wenn die links festinstallierte Zündschlüssel-Attrappe herumgedreht wird und sich an der Soundkulisse nichts ändert, wittern die ersten vielleicht, dass es hier nicht mit rechten Verbrenner-Dingen zugeht.

Sport-Plus-Modus eingelegt, den linken Fuß fest auf der Bremse und den rechten voll auf dem Gas platzieren. Der bis vor kurzem noch schlummernde 4,0 Liter große V8-Biturbo schreit auf und lässt die ersten Haare zu Berge stehen. Was jedoch in dem Moment passiert, wenn der linke Fuß vom Pedal genommen wird, grenzt an eine außerkörperliche Erfahrung.

Genau dann, wenn die Systemleistung von 500 kW/680 PS an allen vier 21-Zöllern angreift, scheint nicht das Fahrzeug selbst auf der Straße nach vorn zu preschen. Vielmehr sorgt es für eine schnellere Umdrehung des Planeten unter ihm.

Lange Rede, kurzer Sinn: Für diesen Launch-Control-Start müsste eigentlich ein Waffenschein her - oder zumindest ein äußerst überzeugendes Gesundheitszeugnis des Fahrers. In der Zeit, in dem der Name des fast 200.000 Euro teuren Boliden in flottem Tempo vorgelesen wird, rauscht dieser aus dem Stand bis auf Landstraßengeschwindigkeit: Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo. Oder in Zahlen: 3,4 Sekunden.

Dass sich die Hochleistungsbremsanlage dennoch mit den fast 2,3 Tonnen-Leergewicht ordentlich arrangiert, ist daher äußerst bemerkenswert. Na gut, das Bremsen selbst ist aufgrund der Rekuperation nicht mehr so schön homogen, wie es noch bei den reinen Verbrennern ist. Doch stört dies im Alltag nicht wirklich. Zu groß sind seine weiteren Vorzüge.

Denn die Buchstaben "E" und "H" auf dem Mode-Drehschalter bedeuten natürlich Elektro- und Hybridmodus. Oder wie es bei Porsche präzise heißt: E-Power und Hybrid-Auto. Im reinen E-Modus lassen sich eine Maximalgeschwindigkeit von 140 Kilometer pro Stunde und eine Beschleunigung von 0 bis Tempo 60 in 6,1 Sekunden sowie eine lokal emissionsfreie Reichweite von bis zu 49 Kilometern realisieren. Dass der Normverbrauch von 3,0 Litern nichts mit der Realität zu tun hat, muss allein schon angesichts der technischen Daten klar sein.

Das Besondere am Spitzenmodell ist neben seiner Fahrleistung seine umfangreiche Ausstattung. So kommt der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit Luftfederung, Keramikbremsen, 21-Zoll-Rädern, aktivem Fahrwerk und einem Bose-Soundsystem auf den Markt.

Vor allem über Letzteres können sich Turbo S-Kunden ja normalerweise gar nicht allzu sehr freuen, da der kernige Motorklang eine Soundanlage nahezu überflüssig werden lässt. Beim gemütlichen, aber vor allem lautlosen Dahingleiten im E-Modus kommt solch eine hochwertige Anlage aber voll zum Tragen.

Wem die serienmäßige dreisitzige Rückbank zu viele Mitfahrer in den Wagen lockt, der kann sich für rund 2.000 Euro zwei Einzelsitze im Fond einbauen lassen. Wird eh nur zu zweit gefahren, bietet sich das Umklappen der Rückbank an, die den Kofferraum von 425 auf 1.295 Litern erweitert. Alles in allem ist der neueste Star aus Zuffenhausen ein echter Langstreckentraum mit der Lizenz zum Surren - und Fliegen.

Technische Daten Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo

Fünftüriger, fünfsitziger Sport-Kombi, Länge/Breite/Höhe/Radstand in mm: 5.049/2.165/1.432/2.950, Leergewicht: 2.235 kg, Zuladung: 575 kg, Kofferraumvolumen: 425 - 1.295 l; Wendekreis: 11,4 m; Tankinhalt: 80 l.
Antrieb: Parallel-Vollhybrid mit Plug-in-Technologie, Systemleistung: 500 kW/680 PS bei 5.750 U/min, System-Drehmoment: 850 Nm bei 1.400 U/min, Verbrennungsmotor: V8-Biturbo, Hubraum: 3.996 ccm, Leistung: 404 kW/550 PS bei 5.750 U/min, max. Drehmoment: 770 Nm bei 1.960 U/min, E-Motor: Leistung: 100 kW/136 PS bei 2.800 U/min, max. Drehmoment: 400 Nm bei 100 U/min, Batterie-Kapazität: 14,1 kWh.
Höchstgeschwindigkeit: 310 km/h, 0 - 100 km/h: 3,4 s, 0-200 km/h: 11,9 s, Höchstgeschwindigkeit elektrisch: 140 km/h, Normverbrauch: 3,0 l/100 km, CO2-Ausstoß: 69 g/km, Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb.
Österreich-Preis: ab 192.059 Euro (Deutschland: 188.592 Euro).

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Gut organisiert ist halb geschraubt

Ordnung in der Werkstatt

Ein Handwerksbetrieb kann nur dann funktionieren, wenn alle Geräte nebst Zubehör geordnet und sicher verstaut sind, damit sie bei Bedarf erreichbar sind.

Subaru Crosstrek im Test

Robustes Einstiegsmodell der Allradmarke

Mit dem Übergang von XV zu Crosstrek fällt der günstige Benziner weg. Doch auch mit dem e-Boxer bleibt das SUV der günstigste Subaru am Markt.

Mehr Leistung, mehr Sicherheit, mehr sauber

Škoda Scala und Kamiq werden umfangreich aufgewertet

Skoda verpasst den Kompaktmodellen Scala und Kamiq neu gestaltete Front- und Heckschürzen, ein neues Interieurdesign inklusive Design Selections und neuen nachhaltigen Materialien. Dazu git es ein umfassendes Angebot an Assistenzsystemen.

Mit einem Fahrsimulator zur Entwicklung von neuen Reifen können nicht nur Zeit und physische Prototypen eingespart werden: Pirelli kommt damit auch seinem Ziel näher, bis 2030 CO2-neutral zu produzieren.

Mit dem Duster hat Dacia seit 2010 einen absoluten SUV-Preisknaller auf dem Markt, Achim Mörtl hat sich nun die neueste Version angesehen und erste Eindrücke und Testkilometer gesammelt.