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Opel Corsa E - schon gefahren

Neue Größe

Mit neuen Motoren, neuem Fahrwerk und dem aktuellen Opel-Familiengesicht tritt der Corsa in fünfter Generation bei den Kleinwagen an.

mid/wp

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Die erste Generation der Corsa-Fahrer ist heute vielleicht in einem Opel Insignia unterwegs. Wenn sie denn seit 1982 der Blitzmarke die Treue gehalten hat. Jetzt kann sie beim neuen Corsa E einsteigen und wird dem Fortschritt begegnen: Der kompakte Opel wird bei fast unveränderten Abmessungen zur neuen Größe bei den Kleinwagen.

Vor allem wegen des höheren Fahr- und Federungskomfort, zusätzlicher Assistenzsysteme und aufgrund seines kultivierteren Auftritts. Im komplett neuen Innenraum werden hochwertiger wirkende Materialien eingesetzt und für das Infotainmentsystem steht ein Sieben-Zoll-Touchscreen zur Verfügung.

Als Dreitürer mit Benzinmotor gibt es ihn in Österreich zum unbefristeten Aktionspreis ab 10.990 Euro (Deutschland: ab 11.980 Euro) und mit Dieselmotor ab 15.090 Euro (D: 14.930 Euro). Der teuerste Corsa von vier Ausstattungsvarianten ist der 1.3 CDTI "Cosmo" für 19.890 Euro (D: 19.390 Euro). Die Fünftürer-Variante kostet jeweils 500 Euro mehr.

Der Auftrag für die Opel-Designer lautete nicht, mit dem neuen Corsa eine formale Revolution auf die Räder zu stellen. Ruhe und seriöse Ausstrahlung bei gleichzeitiger Betonung von Qualität und Dynamik sind die wichtigsten Botschaften der viertürigen Version.

Sie kommt mit einem wuchtigeren Bug, neuen Scheinwerfern mit Bi-Xenon-Technik, großen Türöffnungen und einem klar gezeichneten Heck mit der bis auf den Stoßfänger reichenden Klappe. Für den dreitürigen Corsa ist der sportlichere Auftritt eine Pflichtübung und die absolviert er mit seiner coupé-ähnlichen Silhouette souverän wie bisher.

Im Mittelpunkt der Erneuerung stehen die technischen Eigenschaften. Die Bodengruppe des Fronttrieblers blieb nahezu unverändert. Doch am Fahrwerk und beim Antriebsprogramm wurde mit neuen Motoren, neuen Getrieben und neuen Konstruktionen oder geänderten Abstimmungen deutlich nachgelegt. Besonders positiv machen sich die Opel-Bemühungen um eine bessere Fahrkultur bemerkbar.

Dafür stehen diverse Veränderungen an den Vierzylinder-Triebwerken. Vor allem aber passen die beiden für den Corsa neu integrierten Dreizylinder-Motoren fugenlos in das Charakterbild des temperamentvollen Wagens. Der in zwei Leistungsstufen angebotene 1,0-Liter-Dreizylinder geht bereits im Opel Adam und Mokka ans Werk und ist dort mit Lob bedacht worden. Nichts anderes gebührt der kleinen Maschine für ihre Tätigkeit im Corsa.

Die konstruktive Besonderheit ist eine aufwendige Ausgleichwelle, ziemlich einmalig in der Kleinwagen-Klasse. Sie sorgt für einen ruhigen Motorenlauf, indem sie die freien Massenkräfte des Motors verringert. Laufruhig, fast ohne Vibrationen, mit sehr dezenten Arbeitsgeräuschen und einer angenehmen Leistungsentfaltung bringt das per Turbolader verstärkte Triebwerk den Corsa mit 66 kW/90 PS auf 180 km/h oder mit 85 kW/118 PS auf 195 km/h. Die bestmögliche Durchzugskraft von 170 Nm wird schon bei 1.800/min geliefert und steht bis 3.700/min zur Verfügung.

Das merkt man beim Fahren: Ohne Lärm und ohne Aufgeregtheit zieht der Corsa an. Der Fahrer wechselt mit dem exakten und leichtgängigen Sechsgang-Schaltgetriebe rasch in die höheren Stufen und ohne Rucken akzeptiert die Maschine niedrige Drehzahlen. Damit sind auch niedrige Verbräuche erreichbar.

Bei einem Normverbrauch der schwächeren Version von 4,4 Litern für 100 km ist ein alltagsgerechter Praxisverbrauch von 5,5 Liter bis 6,0 Liter keine Illusion. Sparmeister ist natürlich der 1,3-Liter-Diesel mit 70 kW/95 PS und Start-Stopp-Automatik mit einem Normverbrauch von 3,3 Litern Diesel; wenn rollwiderstandsarme Reifen aufgezogen sind.

Insgesamt stehen für den Corsa acht Benzin- und zwei Dieselmotoren zur Wahl, für den Gangwechsel sind je nach Motorisierung manuell zu bedienende Schaltboxen mit fünf oder sechs Gängen zuständig. Es gibt zwei Getriebe-Alternativen: die 5-Gang Easytronic und die besonders komfortabel arbeitende Wandlerautomatik. Beide Schaltautomaten sind (noch) nicht mit den famosen Dreizylindermotoren kombinierbar.

Das komplett neu konstruierte Fahrwerk des Drei- und Fünftürers mit nahezu identischen Außenabmessungen sorgt im Vergleich zum Vorgänger für eine Tieferlegung um fünf Millimeter. Dadurch erhöht sich die Präzision des Lenk- und Kurvenverhaltens und der neue Corsa wird bei Geradeausfahrten, aber auch in Kurven fast zum Schienenfahrzeug. Die Lenkung arbeitet direkter und bietet zwei Stufen der Hilfskraft, in der Stadt und beim Rangieren erhöht sich die Unterstützungskraft.

Neu ist eine Reihe von Fahrerassistenzsystemen. Sie erkennen zum Beispiel Verkehrszeichen oder werden beim Spurwechsel tätig. Das Opel-Kommunikationssystem IntelliLink bietet über die Smartphone-Vernetzung das Navigationssystem-AppBringGo.

Der Opel Corsa war früher das kleinste Modell in der Blitz-Familie. Jetzt wirkt er neben Adam und dem angekündigten Karl dem Kleinen fast wie ein Astra. Das macht wiederum Laune auf dessen Erneuerung.

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