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Facegelifteter Lexus CT 200h - erster Test Lexus CT 200h 2017

Öko im Sportdress

Sportliches Äußeres - etwas phlegmatisch unter der Haube: der facegeliftete Lexus CT 200h. Erster Test des Premium-Kompakten mit Hybridtechnik.

mid/ts

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Der Lexus CT 200h ist ein Auto für qualitätsbewusste Hybrid-Überzeugungstäter. Die gerade überarbeitete Kompakt-Limousine mit Hybridantrieb von Toyotas Edeltochter überzeugt in Sachen Komfort und Verarbeitung voll und ganz. Dazu kommt eine gefällige Optik, die der Hersteller nun noch mehr auf Sportlichkeit getrimmt hat.

Der überdimensionierte "Diabolo"-Kühlergrill erscheint nun dreidimensional und erhält eine neue Gitterstruktur. Die neuen LED-Tagfahrleuchten sind nun nicht mehr unter, sondern über den Scheinwerfern positioniert. Sie nutzen in den beiden oberen Ausstattungsstufen - der komfortorientierten Luxury Line und dem sportlich angehauchten F Sport - serienmäßig LED-Technik.

Der unveränderte und dadurch immer noch recht träge Antrieb passt leider immer noch nicht zum sportlichen Kleid und ist auch leider nicht automatisch sparsam. Hier arbeiten ein 1,8-Liter-Benziner mit 73 kW/99 PS und ein 60 kW/82 PS starker Elektromotor Hand in Hand. Trotz einer gar nicht mal so mickrigen Systemleistung von 100 kW/136 PS beschleunigt er eher behäbig und ob des alternativlos stufenlosen Getriebes zwar gleichmäßig, aber eben recht langsam in offiziell 10,3 Sekunden auf Tempo 100.

Vier Fahrmodi stehen zur Wahl: Neben Hybrid gibt es noch Eco- und paradoxerweise sogar einen namens Sport (greift mehr auf die Batterie zu) sowie einen rein elektrischen Modus - aber nur wenn die Batterieladung ihn überhaupt zulässt.

Seine Vorzüge in Sachen Effizienz kann der Doppelherz-Japaner aber nur dann ausspielen, wenn sich der Fahrer mit der Hybridtechnik auseinandersetzt und seinen Fahrstil entsprechend anpasst. Das geben Toyota und Lexus auch unumwunden zu. Um das Spritspar-Potenzial tatsächlich zu nutzen, muss er zügig mit E-Unterstützung auf das Wunschtempo beschleunigen und danach mit möglichst wenig Gas die Geschwindigkeit halten oder rollen lassen. Gaspedal-Streichler haben hier das Nachsehen und verbrauchen mehr als nötig. Das muss der Fahrer aber erst einmal wissen.

Das zeigt sich schon auf der ersten Testfahrt im Stadtverkehr von Madrid, eigentlich das ideale Pflaster für Hybride. Beim Stop-and-Go-Verkehr sollte die Elektro-Unterstützung besonders effektiv sein. Doch beim Testwagen meldet die Elektronik schon beim ersten Druck auf den EV-Knopf: Batteriestand niedrig. Das war es dann vorerst mit dem erhofften emissionsfreiem Dahingleiten.

Letztlich brauchen wir auf dem ersten Teil der Teststrecke mehr als sechs Liter auf 100 Kilometer - die Norm liegt mit 17-Zoll-Felgen bei 4,1 Liter. Und auch in der Folge ist eine bewusste Fahrweise nötig um deutlich unter sechs Liter zu kommen.

Doch kommen wir zu den positiven Aspekten des CT, von denen es ja dann doch noch einige gibt. So ist den Japanern zum Beispiel das überarbeitete Fahrwerk gut gelungen: straff, aber dennoch komfortabel. Die hohe Karosseriesteifigkeit macht sich durch die weitgehende Abwesenheit von Wankbewegungen positiv und spürbar bemerkbar. Die präzise Lenkung gibt auch keinerlei Anlass zur Kritik.

Dieses gute Gefühl setzt sich im Innenraum fort. OK, das Interieur wirkt etwas altbacken, aber die Verarbeitung und weitestgehend auch die Ergonomie sind sehr gut. Die Materialwahl überzeugt ebenfalls und die Ledersitze in der Executive-Variante verdienen sich ein Sonderlob. Hier kann man bequem auch lange Zeit verweilen, der Seitenhalt ist top, einzig die Einstellung der Neigung ohne Drehknopf, sondern per Hebel am Sitz etwas gewöhnungsbedürftig.

Gleiches gilt im Prinzip auch für das Infotainment inklusive des Navigationssystems. Der Bildschirm wächst von sieben auf acht oder sogar 10,3 Zoll bei der Wahl des Premium Navigationssystems. Aber Premium oder nicht, dem System ist sein Alter anzumerken. Aktuelle Modelle können es schneller und präziser.

Hier ist am deutlichsten sichtbar, dass es sich beim CT im Prinzip um ein rund sieben Jahre altes Auto handelt - trotz des optischen Feinschliffs vor drei Jahren. Die Sprachhinweise sind zunächst etwas verwirrend, aber kennt der Fahrer die Eigenheiten, hat sich das schnell erledigt. Und eine Split-Screen-Funktion erlaubt die Darstellung unterschiedlicher Informationen und Funktionen gleichzeitig.

Aufgerüstet hat Lexus beim CT und auch beim ebenfalls modellgepflegten SUV NX in Sachen Sicherheit. Für beide ist nun das Safety System+ erhältlich. Ist es in den oberen beiden Trimms noch serienmäßig an Bord, kostet es in den übrigen 750 Euro Aufpreis. Dazu gehört das Pre-Crash-System, das Radarsensoren und eine Kamera an der Front des Fahrzeugs nutzt, um die Fahrbahn zu beobachten und Hindernisse oder Gefahren zu erkennen.

Das System warnt und unterstützt die Bremsung bei Kollisionsgefahr und bremst bei ausbleibender Reaktion des Fahrers selbstständig. Erkennt es einen Fußgänger auf dem Fahrweg, aktiviert es die Bremsen zwischen zehn und 80 km/h automatisch. Eine adaptive Geschwindigkeitsregelung gehört ebenfalls dazu. Sie funktioniert aber ärgerlicherweise erst oberhalb von 40 km/h.

Hier ist also immer noch Selbstdisziplinierung in der Tempo-30-Zone von Nöten. Ein Spur-Assistent ist ebenso an Bord wie ein Fernlicht-Assistent und eine Verkehrszeichen-Erkennung per Kamera. Einen Totwinkelwarner, wie er selbst in günstigeren Segmenten heutzutage angeboten wird, gibt es jedoch nicht.

Alles in allem lässt der überarbeitete CT 200h in Sachen Komfort und Wertigkeit fast keine Wünsche offen. Die gefahrene Executive-Variante kostet ab 28.990 Euro (Deutschland: 28.800 Euro), mit ein paar Extras wie Ledersitzen und LED-Licht ist die 30.000er-Marke aber im Nu gerissen. Nicht wenig für einen Kompakten mit vergleichsweise bescheidenen Fahrleistungen. Dafür bekommt der Käufer aber einen soliden Begleiter mit Sparpotenzial.

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