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Kleiner mit Kanten

Nach sieben Jahren erneuert Nissan den Micra. Sportlicher, aggressiver, moderner: Der Neue hebt sich optisch deutlich vom Vorgänger ab.

mid/mk

Die Gestalt des Nissan Micra polarisiert. Am gefälligsten wirkt der 4,00 Meter lange Fünftürer von hinten betrachtet. Das Heck wirkt breit und stämmig, die Hinterräder werden in sauber geschnittenen Radhäusern an den Karosserie-Ecken an einer klassenüblichen Verbundlenkerachse geführt und geben den bei den Spitzenversionen glänzend schwarz verkleideten C-Säulen soliden Halt.

Der Dachspoiler an der Heckklappe wirkt gar nicht aufgesetzt sondern rahmt die schmale Heckscheibe harmonisch ein. Die Silhouette prägen die stark betonten Linien, die sich wellenförmig über die Flanken ziehen und an den Opel Meriva erinnern. Vorne ziehen sie sich weiter über die Motorhaube und münden in den V-förmigen Chromspangen, die den eher schmal geratenen Kühlergrill zieren.

Innen erfreut vor allem die Spitzenausstattung Tekna mit feinen Lederverkleidungen der Schalttafel. Gut ablesbare Instrumente und große Displays in fünf und sieben Zoll Größe vermitteln alle relevanten Fahrdaten und zeigen die Navigationskarten an. Das Layout macht einen sachlichen und aufgeräumten Eindruck, nur das Lenkrad ist zu überfrachtet, irgendwo müssen die Bedienungselemente schließlich untergebracht werden.

Während außen zehn Lackfarben und zusätzlich vier Foliendekors den Micra individualisieren, stehen innen drei Farbwelten zur Wahl. Sitzbezüge, Verkleidungen und Wahltasten lassen sich so fein auf den persönlichen Geschmack abstimmen.

Das Raumangebot ist vorne sehr anständig, die Breite hat um immerhin acht Zentimeter zugenommen. Im Fond müssen sich die Passagiere mit einer eher kleinwagentypischen Beinfreiheit begnügen. Gardemaß hat dagegen der Kofferraum. 300 Liter Volumen bietet er. Nach dem Umklappen steigert sich seine Kapazität auf 1.004 Liter, es entsteht dabei jedoch eine Stufe, die sich aber durch das Einlegen eines Zwischenbodens funktionaler konfigurieren lässt.

Drei Motorisierungen bietet Nissan für den Micra an. Basis-Triebwerk ist ein 1,0-Dreizylinder-Saugbenziner mit 54 kW/73 PS, sein Einstiegspreis lautet 12.605 Euro (Deutschland:12.990 Euro).

Zudem stehen ein 0,9-Liter-Turbobenziner mit ebenfalls drei Zylindern und ein 1,5-Liter-Turbodiesel mit vier Töpfen zur Wahl, beide bringen es auf 66 kW/90 PS Leistung und 140 beziehungsweise 220 Newtonmeter maximales Drehmoment.

Es liegt bei wenig mehr als 2.000 Umdrehungen in der Minute an, das verringert die notwendige Schaltarbeit und erlaubt die Kombination mit manuellen Getrieben, die nur mit fünf Gängen ausgestattet sind. Nissan erwägt die spätere Ausstattung mit einer stufenlosen Getriebeautomatik (CVT).

Die Ausstattung kann sich sehen lassen. Die in dieser Klasse üblichen Assistenten wie Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung oder Spurhalte- und Totwinkelwächter gehören - teils optional - dazu, auch eine 360-Grad-Kamera für die Umfeldüberwachung und Parksensoren hinten sind auf Tekna-Niveau für 20.129 Euro (D: 19.990 Euro) samt 90-PS-Turbobenziner an Bord. Für den Diesel verlangt Nissan 2.000 Euro mehr.

Sitzheizung, elektrische Fensterheber vorn, Navigation und vor allem das Premium-Audio-System von Bose, das mit zusätzlichen in den vorderen Kopfstützen integrierten Lautsprechern arbeitet, werden hier außerdem geboten. Damit schafft sich der Micra eine Alleinstellung im Markt.

Doch auch die Basis-Ausstattung Visia bringt schon sechs Airbags, Notbrems-Assistent, Lichtsensor, eine asymmetrisch umklappbare Rückbank und ein in Höhe und Reichweite verstellbares Lenkrad mit.

Das Paket, das die japanische Marke geschnürt hat, wirkt stimmig. Getreu der Erkenntnis, dass auch Kleinwagen-Fahrer auf Komfort und erhöhte Sicherheit Wert legen, kann der Micra so auch mit Vertretern höherer Klassen um die Wette fahren.

Dabei ist der Kleinwagen von Nissan ein echter Europäer, der hier entwickelt und im Werk Flins des Kooperationspartners Renault rund 100 Kilometer nördlich von Paris gebaut wird. Dort rollt er gemeinsam mit dem Clio vom Band, nutzt aber eine eigene Plattform. Ob er wie seine Vorgänger ein Weltauto wird, ist ungewiss, denn über eine Einführung des Kleinwagens auf dem asiatischen Märkten ist noch nicht entschieden.

In Planung ist unterdessen neben dem Automatikgetriebe ein stärkerer Benziner, der vermutlich 88 kW/120 PS leisten wird. Mittelfristig soll der Micra dank seines überdurchschnittlichen Platzangebots den Nissan-Microvan Note ersetzen.

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