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Ein wenig mehr

Porsche lässt seinen 718 Boxster GTS auf die Straße. Gegenüber der S-Version gibt es mehr Leistung, mehr Ausstattung und mehr Sound.

mid/som

Die drei Buchstaben GTS (für Gran Turismo Sport) verheißen beim Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen bislang meist Gutes. Zumindest für sportlich ambitionierte Fahrer, die über eine ausreichend entfernte oder akustisch abgehärtete Nachbarschaft verfügen.

Denn die heißgemachten Sportler rotzen in den meisten Fällen einen noch dreckiger klingenden Motorsound aus ihren Endrohren, als sie es ohnehin schon machen.

Und auch beim 718 Boxster GTS kommt nun ein wenig mehr Alarm aus den Rohren, obwohl es sich bei den für die Erzeugung unter anderem verantwortlichen Brennkammern nur um lediglich vier Stück mit je 624,25 Kubikzentimetern Fassungsvermögen handelt. Potentielle Porsche-Kunden, die zuvor noch keinerlei Berührungspunkte mit den dort üblichen Sechszylindern hatten, werden bestimmt ihren Spaß mit den Vierendern haben.

Für alle anderen gilt: Wer meckert, kann gern nochmals knapp 20.000 Euro mehr für einen um fünf PS stärkeren 911er ausgeben, als die für den 718ner aufgerufenen 95.299 Euro (Deutschland: 78.160 Euro). OK, mit dem perfekt arbeitendem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe werden schon mindestens 96.568 Euro (D: 81.415 Euro) fällig. Aber das sollte für potenzielle Käufer auch noch zu verschmerzen sein.

Hat sich der solvente Sportwagen-Fan für eine Testfahrt mit dem neuen und nun um 15 PS auf 365 PS erstarkten Porsche 718 Boxster GTS PDK entschieden, fährt schnell ein Grinsen in sein Gesicht. Schon die Sitzprobe offenbart die legendären Vorteile eines Porsche: Hier fühlt sich jeder direkt wie zuhause. Na gut, daheim werden die Wände und Armaturen vielleicht nicht in Alcantara bezogen sein, doch kommt trotz eng anliegendem Sportsitz kein befremdliches Gefühl auf. Nun noch kurz den 2,5 Liter großen Vierzylinder-Boxermotor mit Turboaufladung aus dem Schlaf reißen und los geht's.

4,1 Sekunden bis Tempo 100, 200 Sachen sind nach insgesamt 14,2 Sekunden erreicht und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 290 Kilometer pro Stunde. Ja, hier ist immer noch die Rede von einem so oft gescholtenen Vierzylinder.

An dieser Stelle wird jedoch dem mit Sechszylinder-Motoren aufgewachsenen Sportwagen-Fan schnell klar, warum so oft auf den um zwei Zylinder gestrafften Boxermotor herumgetrampelt wird. Der Sound ist trotz GTS-Würzung weit von dem entfernt, was ein bisheriger GTS-Kunde von seiner Lieblingsmarke kennt. Wer darüber hinweg schauen oder -hören kann, ist klar im Vorteil.

Denn eines muss bei all der Schelte festgehalten werden: Die Porsche-Gene hat auch dieser kleine 718er vollends mitbekommen. Seine Lenkung ist präzise, die Gasannahme bei anliegender Drehzahl spontan und das Fahrwerk eine Pracht.

Schnell drängen sich die Gedanken auf, dass bislang kaum ein Vierzylindermotor solch ein Fahrerlebnis möglich machte. Zudem bietet die GTS-Version ja auch etwas mehr, als nur ein paar PS und das eine oder andere rotzige Dezibel mehr.

Das Torque Vectoring inklusive mechanischer Hinterachssperre, das Sport Chrono Paket sowie das aktive Federungs-Management, was für eine Tieferlegung von einem Zentimeter sorgt, sind schon im Basispreis inkludiert. Hinzu kommen die neue Bugverkleidung sowie GTS-typisch dunklere Bug- und Heckleuchten.

Wer seinen Gasfuß am Kurvenausgang ein wenig zu früh vollends aufs Pedal drückt, bringt genau diese Leuchten der Fahrtrichtung ein wenig näher als üblich. Das gewollte Übersteuern, sprich das schwänzelnde Heck, fängt, sollte der Fahrer mal nicht ganz so reaktionsschnell sein, das System selbstständig und ruhig wieder ein. Eine angemessen sportliche Fahrt im neuen Porsche 718 Boxster GTS PDK macht unterm Strich einfach Spaß.

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