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Neuer BMW 3er - erster Test BMW 3er Limousine 2018

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Seit 1975 baut BMW den 3er, wichtigstes Bayern-Modell und meistverkaufte Premium-Sportlimousine der Welt. Erster Test der siebenten Generation.

mid/rhu

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Der neue BMW 3er ist ein bisschen breiter (+ 16 mm), ein bisschen länger (+ 76 mm), die Spurweite wuchs (vorne 43, hinten 21 mm), ebenso der Radstand (+ 41 mm), und das Gewicht wurde ausstattungsbereinigt um rund 55 Kilo gesenkt - ebenso wie der Schwerpunkt um einen Zentimeter.

Die Achslastverteiliung des Hecktrieblers liegt wie gehabt bei 50:50, die Torsionssteifigkeit wurde erhöht - und die Motoren sind sauberer und stärker. Mehr Fahrkomfort bei gesteigerter Sportlichkeit - auch diese scheinbaren Gegensätze standen im Lastenheft der Techniker. Und die ersten Fahreindrücke auf portugiesischen Landstraßen und auf einer Rennstrecke zeigen: Es hat funktioniert.

Schon auf den ersten Metern wird trotz des straffen M Sport-Settings im 330i deutlich: Der Neue rollt leiser ab, er wirkt noch einmal einen Tick geschmeidiger und direkter als sein Vorgänger, er sitzt wie ein Maßanzug und die Lenkung vermittelt genau das Maß an Rückmeldung, das sich der gern ein bisschen zügiger fahrende Pilot wünscht. Die Fahrmodusschalter ermöglichen die stufenweise Abstimmung auf die aktuell gewünschte Dynamik. Und das schon in der Basisversion deutlich aufwendigere Fahrwerk vermittelt vor allem eines: viel Vertrauen.

Das Design des neuen 3er sorgt für einen muskulöseren und knackigeren Auftritt vom Nieren-Kühlergrill bis zu den L-förmigen Heckleuchten und den grundsätzlich zwei Auspuff-Endrohren. Auch ins Interieur haben die Gestalter viel Feintuning investiert, die Anzeigen vor dem Fahrer sind jetzt grundsätzlich digital, wie etwa beim X5 haben sich die runden Tempo- und Drehzahlanzeigen in links und recht außen platzierte "Bananen" verwandelt, dazwischen findet sich allerhand Platz für zusätzliche Infos wie Radiosender oder Navi-Karte.

Das serienmäßige 8,8-Zoll-Touchpad in der Mitte des Armaturenbretts bleibt weitgehend berührungsfrei, denn BMW stellt fürs Einstellen von Radio oder Navi neben dem iDrive-Controller auf der Mittelkonsole auch eine Gestensteuerung oder die deutlich aufgewertete Sprachführung bereit. Intelligent Personal Assist heißt das selbstlernende System, mit dem aufs Stichwort "Hey BMW" oder mit jeder anderen frei wählbaren Ansprache die Temperatur geregelt, ein Vitalizing- oder ein Anti-Stress-Programm gestartet oder Verbrauch und Reichweite abgerufen werden können - um nur einige der vielfältigen Möglichkeiten zu nennen.

Bei den sonstigen Assistenzsystemen bis hin zum zeitlich limitierten freihändigen Fahren fällt vor allem der Rückwärts-Helfer auf - und zwar positiv. Er bugsiert den 3er auf Knopfdruck retour aus komplizierten Einfahrten oder aus engen Sackgassen.

Bis 50 Meter Wegstrecke speichert das schlaue System, auch über Nacht. Eine kräftig gewundene Teststrecke zwischen knapp platzierten Reifenstapeln absolvierte der 3er in absolut überzeugender Weise. Dieser Helfer hat das Potenzial, viele bislang stressende Retourfahrten dramatisch zu erleichtern.

Womit wir beim Antrieb wären. Zum Marktstart im Frühjahr stehen sechs Varianten mit Vierzylinder-Benzinern und Vier- und Sechszylinder-Dieselaggregaten mit einem Leistungsspektrum zwischen 110 kW/150 PS und 195 kW/265 PS zur Verfügung. Dass sie alle der Euro 6d-Temp Abgasnorm entsprechen, ist klar.

Die getestete Version 330i mit zwei Liter Hubraum bringt es auf 190 kW/258 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter zwischen 1.550 und 4.400 U/min, sie ist mit der Achtgang-Automatik gekoppelt, beschleunigt in 5,8 Sekunden auf 100 km/h und schafft 250 Spitze. Der Normverbrauch liegt je nach Bereifung bei 5,8 bis 6,1 Liter, auf portugiesischen Landstraßen schafften wird einen Mittelwert von 7,0 Liter.

Auf dem gleichen Niveau lag der Wert beim 320d, der allerdings flotter durch die Kurven gescheucht wurde. Seine Basisdaten mit Handschalter: 140 kW/190 PS, 400 Newtonmeter, 7,1 Sekunden, 240 km/h, 4,7 bis 4,4 Liter. Beide Motoren erledigen ihre Aufgabe sehr überzeugend, sie sind mehr als ausreichend munter und erfreuen mit reichlich Laufkultur. Weitere Versionen werden folgen.

Wie etwa der allradgetriebene M340i, der auf der Rennstrecke von Portimao zeigen konnte, wie viel Spaß so ein doppelt aufgeladener Sechszylinder auf einem extrem abwechslungsreichen Kurs machen kann. Und die Preise: Los geht es bei 41.700 Euro (Deutschland: 37.850 Euro) für den 150 PS starken 318d. Der 258 PS starke Benziner 330i kostet ab 46.450 Euro (D: 44.750 Euro).

Fazit: Der neue BMW 3er hat definitiv das Zeug, den Erfolg seiner Vorgänger fortzusetzen. Er ist nochmal knackiger, sportlicher und dabei komfortabler - und das bei fast unveränderten Einstiegspreisen. Die elektronischen Neuheiten zeigen den Weg in die Zukunft - der Retour-Helfer und der Intelligent Personal Assist etwa versprechen echten, täglich nutzbaren Mehrwert.

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