Autowelt

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

Doppelt talentiert

Ende Oktober 2019 debütiert bei den Mazda-Händlern eine Skyactiv-X genannte Kombination aus Benzin- und Dieselmotor. Erster Test.

mid/rhu

Die Drehfreudigkeit und Dynamik eines Benziners und die Sparsamkeit eines Dieselmotors soll der 180 PS starke Skyactiv-X-Motor, der im Mazda3 debütiert, unter einen Hut bringen. Möglich macht das geballte Technik, die Mazda mit der Bezeichnung Homogeneous Charge Compression Ingnition (HCCI) beschreibt.

Dabei wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch mit einem sehr hohen Verdichtungsverhältnis wie im Dieselmotor per Kompression entzündet. Durch den Einsatz einer Zündkerze, die ja beim Diesel nicht nötig ist, ermöglichen die Techniker den zuverlässigen Wechsel zwischen dem konventionellen Fremd- und dem Kompressions-Zündungsbetrieb.

Trotz vieler Versuche anderer Firmen ist Mazda der erste Hersteller, dem das effektive Doppelspiel in einem Serienmotor gelungen ist. Was künftige Nutzer freuen dürfte: In der Praxis ist von den Vorgängen unter der Motorhaube eigentlich nichts zu spüren.

Anders gesagt: Der Zweiliter-X-Motor lässt sich wie ein ganz normaler Benziner nutzen. Mangels Turbounterstützung ist er auf hohe Drehzahlen angewiesen, wenn er für ordentlich Schwung sorgen soll. Beim Losfahren reichen aber 2.000 bis 2.500 Touren, um entspannt im Verkehr mitzuschwimmen. Und schon bei 50 Sachen kann der sechste Gang zum Einsatz kommen, dann schnurrt das Aggregat leise dahin.

Bei ersten Testfahrten rund um die bulgarische Hauptstadt Sofia gab sich der Mazda3 mit dem Skyactiv-X-Motor, der auch über eine softe Hybrid-Unterstützung verfügt, auf Landstraßen und innerorts mit 5,6 Liter Super je 100 Kilometer zufrieden.

Nach einem längeren Autobahnanteil mit maximal 140 km/h zeigte der Bordcomputer 6,1 Liter an. Das sind sehr günstige Werte für einen kompakten Fünftürer mit rund 1,4 Tonnen Lebendgewicht.

Auch die Fahrleistungen können sich sehen lassen, die Japaner geben für 0 bis 100 km/h 8,2 Sekunden an, die Spitze liegt auch dank der aerodynamisch günstigen Form bei 216 km/h. Zu haben ist der Mazda3 mit Front- und mit Allradantrieb (nur Fünftürer) und wahlweise auch mit einer 6-Stufen-Automatik.

Und wie die Einstiegsversion mit dem 122-PS-Benziner und die Ausführung mit dem 116 PS starken Diesel ist auch die X-Variante mit reichlich Assistenzsystemen, mit aktueller Vernetzungstechnik und mit einer sehr ordentlichen Basisausstattung zu haben.

Als Folge des geschliffenen Auftritts im "Kodo"-Design liegt das Platzangebot für die Passagiere auf durchschnittlichem Niveau, der Kofferraum ist mit 351 bis 1.026 Litern eher klein ausgefallen und verfügt über eine hohe Ladekante. Deutlich schlechter als bei den meisten Konkurrenten ist die Sicht nach schräg hinten.

Fazit: Der neue Motor ist ein sympathischer Alltagsbegleiter, den man allerdings zu nehmen wissen muss - wer mit weniger als 2.000 Touren in den oberen Gängen nennenswerte Dynamik erwartet, wird enttäuscht. Dafür punktet das Aggregat mit sehr zeitgemäßen Verbrauchswerten, und zwar nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch im realen Einsatz. Zu haben ist der Madza3 Skyactiv-X in Österreich ab 26.990 Euro (Deutschland: 26.790 Euro), mit AWD kostet er ab 28.990 Euro (D: 32.740 Euro), die Automatik schlägt mit je 2.000 Euro zu Buche.

Ähnliche Themen:

Weitere Artikel

Die Techno-Classica Essen findet heuer von 25. bis 29. März statt. Es warten über 1.250 Aussteller aus der ganzen Welt ... und vieles mehr.

Rebellion Racing schlägt Toyota beim 6-Stunden-Rennen auf dem Circuit of the Americas - Aston Martin schlägt Porsche in packendem GT-Kampf, Pech für Richard Lietz.

Kaum Sound, viel Fun

Harley-Davidson LiveWire - im Test

Die Harley-Davidson LiveWire zoomt sich mit 106 PS in verhalten surrenden drei Sekunden auf 100 km/h. Wir testen die erste Elektro-Harley.

Anlässlich des 40. Geburtstages des Audi quattro gibt es am Vorabend der Rallye nicht nur einen Filmabend, es gibt auch die Weltpremiere des Audi A1 quattro R4.