Autowelt

Inhalt

Mazda3 Skyactiv-X - erster Test

Doppelt talentiert

Ende Oktober 2019 debütiert bei den Mazda-Händlern eine Skyactiv-X genannte Kombination aus Benzin- und Dieselmotor. Erster Test.

mid/rhu

Hier geht's zu den Bildern

Die Drehfreudigkeit und Dynamik eines Benziners und die Sparsamkeit eines Dieselmotors soll der 180 PS starke Skyactiv-X-Motor, der im Mazda3 debütiert, unter einen Hut bringen. Möglich macht das geballte Technik, die Mazda mit der Bezeichnung Homogeneous Charge Compression Ingnition (HCCI) beschreibt.

Dabei wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch mit einem sehr hohen Verdichtungsverhältnis wie im Dieselmotor per Kompression entzündet. Durch den Einsatz einer Zündkerze, die ja beim Diesel nicht nötig ist, ermöglichen die Techniker den zuverlässigen Wechsel zwischen dem konventionellen Fremd- und dem Kompressions-Zündungsbetrieb.

Trotz vieler Versuche anderer Firmen ist Mazda der erste Hersteller, dem das effektive Doppelspiel in einem Serienmotor gelungen ist. Was künftige Nutzer freuen dürfte: In der Praxis ist von den Vorgängen unter der Motorhaube eigentlich nichts zu spüren.

Anders gesagt: Der Zweiliter-X-Motor lässt sich wie ein ganz normaler Benziner nutzen. Mangels Turbounterstützung ist er auf hohe Drehzahlen angewiesen, wenn er für ordentlich Schwung sorgen soll. Beim Losfahren reichen aber 2.000 bis 2.500 Touren, um entspannt im Verkehr mitzuschwimmen. Und schon bei 50 Sachen kann der sechste Gang zum Einsatz kommen, dann schnurrt das Aggregat leise dahin.

Bei ersten Testfahrten rund um die bulgarische Hauptstadt Sofia gab sich der Mazda3 mit dem Skyactiv-X-Motor, der auch über eine softe Hybrid-Unterstützung verfügt, auf Landstraßen und innerorts mit 5,6 Liter Super je 100 Kilometer zufrieden.

Nach einem längeren Autobahnanteil mit maximal 140 km/h zeigte der Bordcomputer 6,1 Liter an. Das sind sehr günstige Werte für einen kompakten Fünftürer mit rund 1,4 Tonnen Lebendgewicht.

Auch die Fahrleistungen können sich sehen lassen, die Japaner geben für 0 bis 100 km/h 8,2 Sekunden an, die Spitze liegt auch dank der aerodynamisch günstigen Form bei 216 km/h. Zu haben ist der Mazda3 mit Front- und mit Allradantrieb (nur Fünftürer) und wahlweise auch mit einer 6-Stufen-Automatik.

Und wie die Einstiegsversion mit dem 122-PS-Benziner und die Ausführung mit dem 116 PS starken Diesel ist auch die X-Variante mit reichlich Assistenzsystemen, mit aktueller Vernetzungstechnik und mit einer sehr ordentlichen Basisausstattung zu haben.

Als Folge des geschliffenen Auftritts im "Kodo"-Design liegt das Platzangebot für die Passagiere auf durchschnittlichem Niveau, der Kofferraum ist mit 351 bis 1.026 Litern eher klein ausgefallen und verfügt über eine hohe Ladekante. Deutlich schlechter als bei den meisten Konkurrenten ist die Sicht nach schräg hinten.

Fazit: Der neue Motor ist ein sympathischer Alltagsbegleiter, den man allerdings zu nehmen wissen muss - wer mit weniger als 2.000 Touren in den oberen Gängen nennenswerte Dynamik erwartet, wird enttäuscht. Dafür punktet das Aggregat mit sehr zeitgemäßen Verbrauchswerten, und zwar nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch im realen Einsatz. Zu haben ist der Madza3 Skyactiv-X in Österreich ab 26.990 Euro (Deutschland: 26.790 Euro), mit AWD kostet er ab 28.990 Euro (D: 32.740 Euro), die Automatik schlägt mit je 2.000 Euro zu Buche.

Drucken

Ähnliche Themen:

12.09.2019
Diesotto

Der neue Mazda CX-30 bietet elegante Linien, feine Materialien und hohe Verarbeitungsqualität. Und eine Neuheit unter der Motorhaube. Erster Test.

11.06.2019
Sparmeister

Der neue Benzinmotor "Skyactiv-X" ist fertig. Sein Debüt feiert der weltweit erste Serien-Benziner mit Selbstzündung im neuen Mazda3.

05.03.2019
Kompakt ist Trumpf

Zwischen CX-3 und CX-5 platziert Mazda ein weiteres SUV - beim Genfer Autosalon präsentieren die Japaner jetzt das neue Modell: den CX-30.

Kinder-Liga Teures Spielzeug: Bugatti Baby II

Der Bugatti Baby II spielt mit Elektromotor und 75 Prozent der Originalgröße seines Vorbilds Type 35 von 1924 in der Liga für extrem verwöhnte Kids.

Grand Prix von Japan Racing Point protestiert gegen Renault

Renault droht nach dem Japan-GP Ärger, weil Racing Point ein illegales System am R.S.19 erkannt haben will - Ein entsprechender Protest wurde zugelassen.

Motorrad-WM: News Chance für Zarco durch Nakagami-OP?

Zwar verlängert Honda den Vertrag mit dem Japaner, doch er muss drei Rennen auslassen; Ex-KTM-Mann Johann Zarco dürfte einspringen.

Alltags-Ass Kymco X-Town 300i ABS - im Test

Der Kymco X-Town 300i ABS ermöglicht den Zugang ins Segment der Kraftroller mit überschaubarem finanziellen Aufwand. Im Test.