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Supermodel

Mit seinen klaren Linien und dem mutigen Design soll der neue Mazda3 Kunden ansprechen, die aus der Masse hervorstechen möchten. Erster Test.

mid/Mst

Der neue Mazda3 ist definitiv ein Auto mit Wow-Effekt, vor allem die fünftürige Variante, die viel stärker polarisiert. Hier ist die breite C-Säule, die mutig auf ein kleines Fensterchen verzichtet, ein Hingucker - das hintere Drittel des Autos wird entscheidend sein, ob Menschen den Neuen hübsch oder hässlich finden.

Mazda hat das Kodo-Design im Kompakten konsequent weiterentwickelt und nimmt dafür kleinere Einbußen bei der Alltagstauglichkeit in Kauf. So fasst der Kofferraum lediglich 351 bis maximal 1.026 Liter, das ist recht überschaubar. Und auch die Kopffreiheit für die Fond-Passagiere ist arg eingeschränkt. Hier gilt: Wer ein schönes Auto will, muss leiden.

Keine Leidensfähigkeit verlangen die Fahreindrücke des Mazda3 ab. Das Fahrwerk des kompakten Japaners bietet guten Komfort, selbst gröbere Unebenheiten im Umland der portugiesischen Hauptstadt Lissabon bügelt der Neue bei den ersten Testfahrten problemlos aus. Bestnoten verdienen die neu entwickelten Sitze, bei denen die Form der Wirbelsäule berücksichtigt wurde und die Hüfte laut Mazda so gestützt wird, dass der Fahrer natürliche Bewegungsabläufe vollzieht, wenn er den Wagen lenkt. Das entspricht der Fahrzeugbau-Philosophie von Mazda: Fahrer und Auto sollen miteinander verschmelzen.

Dementsprechend ist auch der Innenraum gestaltet und auf den Fahrer ausgerichtet. Klare Linien und gut ausgewählte Materialien machen es einem leicht, sich im Mazda3 schnell zurechtzufinden und wohlzufühlen. Neben dem neuen MZD Connect mit 8,8 Zoll großem Breitbild-Monitor sind auch einige neue und weiterentwickelte Assistenten an Bord, wie die kamerabasierte Müdigkeitserkennung, die auch erspäht, wenn der Fahrer etwa aufs Smartphone schaut statt auf die Straße und dann eine Warnung abgibt.

Die umfangreiche Serienausstattung, zu der unter anderem die adaptive Geschwindigkeitsanlage mit Stauassistenzsystem und Voll-LED-Licht gehört, ist schon beim Einstiegsmodell zu finden: Als Basismodell gibt es den Mazda3 ab 23.990 Euro (Deutschland: 22.990 Euro).

Metalliclackierung kostet dann noch extra, Lederausstattung, ein erweitertes Assistenten-Paket, ein Designpaket mit adaptivem LED-Licht, Bose-Soundsystem und andere Felgen sind ebenfalls noch gegen Aufpreis erhältlich. Der Rest ist inklusive, das sei dem Kaufverhakten der Kunden geschuldet. Weltweit entscheiden sich laut Mazda nur ein Prozent der Kunden für die Basisausstattung, die jetzt folgerichtig angehoben wurde.

Unter der Haube stecken zum Marktstart entweder der weiterentwickelte 2,0-Liter Skyactiv-G Benzinmotor mit 90 kW/122 PS oder der neue 1,8-Liter Skyactiv-D Dieselmotor mit 85 kW/116 PS. Beide Aggregate machen einen soliden Eindruck, rund 120 PS in der Kompaktklasse genügen - übermäßig viel Sportlichkeit darf man allerdings auch nicht erwarten. Das ist schade, denn das würde dem Äußeren des Mazda gerecht werden.

Hier gilt es, sich zu gedulden, bis der neue Skyactive X-Motor später im Jahr 2019 kommt, der mit rund 180 PS und Allradantrieb ein spürbares Leistungsplus bieten soll. Die aktuellen Motoren erfüllen Euro 6d-Temp, der Benziner ist mit einer Zylinderabschaltung ausgerüstet und kommt ohne Partikelfilter aus. Auch der Diesel braucht keine Abgasreinigung mit SCR-System. Den Verbrauch gibt Mazda mit 5,6 und 4,9 Liter je 100 Kilometer an, in Verbindung mit der Automatik. Bei 197 km/h beziehungsweise 192 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Auf den ersten Kilometern in Portugal macht der Diesel trotz sechs Pferdchen weniger unter der Haube einen etwas agileren Eindruck - beide Testwagen waren mit dem Sechsstufen-Automatikgetriebe ausgerüstet. 213 Newtonmeter bei 4.000 Umdrehungen je Minute stehen allerdings 270 Newtonmeter bei 1.600 bis 2.600 gegenüber. Damit ist klar, wo das gefühlte Plus an Sportlichkeit herkommt.

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