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Alfa Romeo Giulietta: Facelift und Sondermodell

Rendezvous mit Giulietta

Alfa Romeo hat ein Sondermodell der Giulietta aufgelegt - die Präsentation ging im Museum in Varese in Szene. Hier wird die Legende Alfa greifbar.

mid/Mst

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Noch vor der - bereits mehrmals verschobenen - Präsentation der neuen Giulietta hat Alfa Romeo das aktuelle Modell dezent aufgefrischt - und ein exklusives Sondermodell aufgelegt. Wer mehr über die Geschichte des Kompaktmodells und den Mythos der Marke erfahren möchte, sollte im Museum in Varese vorbeischauen. Hier wird die Legende Alfa Romeo greifbar.

Einer seiner wichtigsten beruflichen Erfolge trage immer noch den Namen Alfa Romeo, schrieb Enzo Ferrari 1985 zum 75-jährigen Bestehen des italienischen Autobauers aus Mailand. Gemeint hat der große italienische Automobilkonstrukteur, genannt der "Commendatore", den Tipo 158, auch bekannt als Alfetta.

Der Rennwagen geht auf Vorkriegsentwicklungen zurück und damit auf die Zeit, in der Enzo Ferrari bei Alfa Romeo die Motorsportabteilung leitete. 1950 und 1951 dominierten die Alfetta 158 und 159 (Bild unten) die Formel 1 und holten die ersten beiden Weltmeistertitel dieser neu geschaffenen Rennserie. Im Museum in Varese sind die wohl berühmtesten Rennwagen der Marke mit der Schlange ausgestellt, neben vielen anderen Motorsport-Hinguckern.

In den Etagen über den Motorsport-Exponaten finden sich Studien wie der 1913 entwickelte 40/60 HP Aerodinamica, ein Einzelstück, das mehr als hundert Jahre nach seiner Konstruktion noch immer wie ein Ding aus einer anderen Welt wirkt. Das Stromlinienfahrzeug war fast 140 km/h schnell - ein sensationeller Wert in Zeiten, in denen Windschlüpfrigkeit bei Autos nicht zum guten Ton gehörte. Der 40/60 HP Aerodinamica entstand noch unter dem Markennamen A.L.F.A. Erst mit dem Eintritt des Industriellen Nicola Romeo 1915 in das fünf Jahre zuvor gegründete Unternehmen wurde die Firma in Alfa Romeo umbenannt.

Auch das 33/2 Coupé Speciale (Bild links unten) ist zu finden, eine zitronengelbe Sportwagen-Fantasie von Design-Ikone Pininfarina aus dem Jahr 1969, die neben einer außergewöhnlich schönen Karosserie noch eine Besonderheit hat: Es ist die erste und einzige Studie, die das "Quadrifoglio Verde" trägt, das grüne Kleeblatt, das früher den Rennwagen der Marke vorbehalten war und heute außerdem die sportlichsten Alfas ziert, etwa die aktuellen Modelle Stelvio und Giulia Quadrifoglio. Und natürlich die Dienstwagen von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen und Youngster Antonio Giovinazzi, die in der 2019er Saison mit dem C38 über die F1-Pisten rund um den Globus jagen.

Wie beim legendären "Cavallino Rampante", dem springenden Pferd von Ferrari, oder der berühmten Karosseriefarbe der Mercedes-Silberpfeile, ranken sich auch um das Kleeblatt Mythen.

Der abergläubische Alfa-Fahrer Ugo Sivocci soll bei der Targa Florio 1923 mit der Nummer 13 starten - und ist davon gar nicht begeistert, lautet eine Variante der Kleeblatt-Geschichte. Ein Mechaniker malt ein grünes Kleeblatt auf weißer Raute aufs Auto. Der Glückbringer hilft, und Sivocci gewinnt das Rennen - so werden Legenden in den Asphalt gebrannt.

Ein legendäres Modell von Alfa Romeo ist zweifelsohne die Giulietta, die ebenfalls in zahlreichen Ausführungen in der Werkssammlung vertreten ist. Ein 1955er Modell (Bild links Mitte) strahlt in "Light Tomato Red", einem dezentes Rot, das ursprünglich unter der Bezeichnung "Red Coral" geführt wurde. Von der ersten Generation, die von 1954 bis 1964 gebaut wurde, entstanden rund 178.000 Stück, sie hat definitiv einen Platz unter den ganz wichtigen Modellen der Marke.

Das aktuelle Einstiegsmodell in die Alfa-Romeo-Welt ist ab 19.500 Euro zu haben, immerhin 17.500 Euro weniger als die sportliche Mittelklasse-Limousine Giulia. Wobei auch Giulietta-Fahrer nicht auf ein gewisses Maß an Sportlichkeit verzichten müssen. Eine Ausfahrt mit dem aktuellen 1,6-Liter-Turbodiesel mit 88 kW/120 PS (1.6 JTDM 16V) zeigt, dass der kleine Alfa trotz überschaubarer Leistung kein Langeweiler ist.

Dazu kommt sein aufregendes Design mit dem markanten Alfa-Schild als Kühlergrill und der leicht abfallenden Heckpartie. Neue optionale 18-Zoll-Felgen unterstützen die sportliche Optik, ein aufgewerteter Innenraum und modernes Infotainment sorgen dafür, dass das 2010 eingeführte Kompaktmodell nicht alt aussieht. Fünf Modellversionen stehen zur Wahl: Giulietta, Super, Sport, Lusso und Speciale.

Wer mit der Giulietta Speciale italienisches Flair verströmen und gleichzeitig die aggressivste Giulietta-Variante bewegen möchte, sollte sich beeilen. Nur 30 Stück werden in Deutschland zu haben sein - mit 170-Diesel-PS, vielen exklusiven Details und einem Preis der aufhorchen lässt: ab 38.500 Euro. Dafür bekommt man allerdings eine Giulietta, die spätere Generationen in Varese oder in anderen Autosammlungen bewundern werden.

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