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So halten Sie die Unterhaltskosten für ihr Auto im Rahmen

Günstige Teile

Von der Zündanlage bis zu den Stoßdämpfern - mit qualitativ vergleichbaren Ersatzteilen und günstigen Tuning-Teilen können Sie viel Geld sparen.

Foto: S. Hermann & F. Richter / pixabay.com

Qualität hat bekanntlich ihren Preis - das ist bei Ersatzteilen für das Auto nicht anders. Dennoch muss es sich längst nicht um Originalteile handeln, zumal Ersatzteile in Erstausrüsterqualität genauso zuverlässig sind.

Ob Zündanlage, Achsaufhängung, Motor, Bremsanlage oder Stoßdämpfer: Mit qualitativ vergleichbaren Ersatzteilen und günstigen Tuning-Teilen können Sie viel Geld sparen. Und ein neuer deutscher Regierungsbeschluss macht den Weg für noch günstigere Fahrzeugreparaturen frei.

Hohe Preisunterschiede zwischen Original- und Identteilen

Nicht nur in puncto Versicherungen, Kraftstoff und Fahrweise lässt sich als Autobesitzer die Haushaltskasse entlasten. Denn vor allem im Bereich der Ersatzteile schlummert ein großes Sparpotenzial, wie inzwischen die meisten Autofahrer wissen. Wer sein Fahrzeug in einer Vertragswerkstatt seines Autohändlers reparieren lässt, muss aufgrund des Einbaus von Originalteilen besonders tief in die Tasche greifen. Im Zuge dessen fragen sich viele Autobesitzer, ob sich das Fahrzeug nicht preiswerter in Stand setzen lässt.

Dieser Frage gingen bereits 2012 die Redakteure von Auto Bild im Rahmen einer Hinterachs-Reparatur nach. Auf 500 Euro beliefen sich die Kosten der Ersatzteile für den Mercedes-Benz 190E. Ein renommierter Nachrüster stellte qualitativ gleichwertige Identteile für rund 300 Euro zur Verfügung. Zu einer sehr ähnlichen Feststellung gelangte auch der ADAC, der die Kosten einer Frontscheibe für den Mazda 6 auf 456 Euro bezifferte. Für einen hochwertigen Nachbau wären lediglich 290 Euro fällig geworden. Bei einem Scheinwerfer lag die Ersparnis bei 145 Euro. Und die Motorhaube war in Erstausrüsterqualität für lediglich 138 Euro erhältlich, gegenüber den 330 Euro für das Originalteil.

Doch Vorsicht: Von Billigware sollte abgesehen werden, insbesondere was sicherheitsrelevante Baugruppen anbelangt. Skeptisch sollten Sie gerade dann sein, wenn der Preis deutlich unter dem Preis der Originalteile liegt.

Gleichwertige Produkte kosten oft hunderte Euro weniger

Bei nicht sichtbaren Teilen können die Autohersteller Nachbauten unabhängiger Hersteller wie Bosch, Ate, Bremi, Airtex oder Eibach nicht verhindern. Gibt es demnach auf das Fahrzeug keine Herstellergarantie mehr, ist es auch nicht erforderlich, die Verschleißteile des Herstellers zu verwenden. Einsparungen machen sich bei sämtlichen Teilen bemerkbar, von den Getriebeteilen und Stoßdämpfern bis hin zu Kupplung, Abgasanlage und Wischerblättern. Bei Elektronikbauteilen lassen sich schnell bis zu 50 Prozent und mehr einsparen.

Auch für marode Anlasser oder Lichtmaschinen gibt es laut ADAC Identteile, die über 30 Prozent günstiger ausfallen. Einsparungen von 30 bis 40 Prozent sind mit hochwertigen Identteilen längst keine Seltenheit - egal ob es sich um Keilriemen, Bremsbeläge, Bremsscheiben oder andere Verschleißteile handelt. Besonders attraktive Konditionen verspricht etwa ein kfzteile24 Gutschein auf die ohnehin preisgünstigen Ersatzteile. In Bau und Funktion sind diese den Originalteilen absolut ebenbürtig. Achten Sie lediglich auf den Begriff "Erstausrüsterqualität". Noch größere Ersparnisse winken bei Pflegemitteln: Beim Motoröl sind etwa Ersparnisse von bis zu 80 Prozent drin.

Ersatzteile sind für Autohersteller eine lukrative Einnahmequelle

Hinsichtlich der Preisgestaltung ihrer Ersatzteile haben die Fahrzeughersteller freie Hand. Kostet beispielsweise die Wasserpumpe für einen Audi A4 um die 80 Euro, muss der Besitzer eines Mazda 6 über 330 Euro bezahlen. Und kostet ein Motorsteuergerät für den Audi unter 800 Euro, werden für einen Mercedes mehr als 1.000 Euro fällig. Weil sich in der Autoindustrie mit Neuwagen aufgrund geringer Margen kaum noch etwas verdienen lässt, langen die Hersteller bei den Ersatzteilen umso kräftiger zu.

Immerhin machen Zubehör und Ersatzteile laut dem Verband der Automobilindustrie gut ein Drittel des gesamten Inlandsumsatzes der Autobranche aus. Jährlich setzt der Ersatzteile-Sektor allein in Deutschland gut 44 Mrd. Euro um. Und so ist es nicht verwunderlich, dass etwa die Kosten für Außenspiegel, Rückleuchten, Kofferraumklappen und Co. zwischen 2013 und 2018 hierzulande um durchschnittlich 24 Prozent gestiegen sind.

Zur Begründung für die relativ hohen Preise verweisen die Fahrzeugproduzenten auf die Kosten für Technikunterlagen sowie Schulungen von Servicepartnern. Ferner geben sie an, dass es sich bei den Preisen für Ersatzteile lediglich um unverbindliche Produktempfehlungen handle. Nicht zuletzt geben sie zu bedenken, dass die Autofirmen die Teile für sämtliche Modelle bis zu 15 Jahren nach Produktionsende vorhalten müssen, während freie Hersteller diesen Vorgaben nicht unterliegen.

Regierungsbeschluss soll weitere Ersatzteile bald noch günstiger machen

Die Deutsche Bunderegierung sagt den teuren Ersatzteilen der Hersteller derweil weiter den Kampf an. Sie hat im Mai dieses Jahres beschlossen, auch den Ersatzteilemarkt für sichtbare Bauteile wie Schweinwerfer, Außenspiegel, Motorhauben oder Kotflügel zu öffnen. Bisher galt auf diese Teile ein sogenannter Designschutz, der die Hersteller vor günstigeren Nachbauten durch Zulieferer bewahren soll. Dieser wird nach den Plänen der Politik nun wegfallen, sofern das Ersatzteil zur Reparatur verwendet wird.

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