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Die Schweden machen ernst

Wer sich heute einen neuen Volvo bestellt, bekommt ein Fahrzeug des Modelljahres 2021. Und die sind grundsätzlich auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h begrenzt. Aus Theorie wird jetzt also Praxis. Und: Mit dem serienmäßigen "Care Key" können Volvo-Fahrer selbstständig sogar die Höchstgeschwindigkeit noch weiter heruntersetzen, wenn sie ihr Fahrzeug beispielsweise an Familienmitglieder, Freunde und allen voran Fahranfänger verleihen.

Lars Wallerang

Von vielen Herstellern kenn man ja die berühmte Tempo-Schallgrenze von 250 km/h, obwohl manches Auto so stark motorisiert ist, dass es locker über 300 Sachen auf die Autobahn bringen könnte. Der Schritt von Volvo ist groß. "Wir hatten eine lange Diskussion geführt und Forschungen betrieben", sagt Malin Ekholm, Leiterin des Volvo Cars Safety Centre in Göteborg, bei einem Roundtable-Gespräch, bei dem sich der Motor-Informations-Dienst (mid) online zugeschaltet hat.

Mehrere Begrenzungen des Tempo-Maximums hätten im Raum gestanden: 220 km/h, 200 km/h, doch dann habe man sich für die ziemlich deutliche Abweichung nach untern entschieden. Eine noch weitere Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit sei denkbar, aber von Volvo nicht geplant.

Nun ist die Ankündigung der "Absicherung auf 180 km/h", wie Volvo sich ausdrückt, nicht neu. Es gibt bereits Resonanz. "Unsere Entscheidung hat polarisiert", sagt Ekholm auf Nachfrage. Die eingeschränkte Höchstgeschwindigkeit habe seit ihrer Ankündigung für viele Kontroversen gesorgt. Einige Beobachter hätten sogar das Recht von Automobilherstellern in Frage gestellt, das Tempo technisch zu limitieren. "Ich bin aber sehr froh, dass diese Debatte überhaupt geführt wurde." Denn die Tempo-Limitierung mache ein Fahrzeug deutlich sicherer.

"Wir glauben, dass ein Autohersteller die Verantwortung hat, zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beizutragen", betont Ekholm. "Die Geschwindigkeitsbegrenzung und der Dialog, der dadurch in Gang gesetzt wurde, passen zu diesem Ansatz." Dank der Absicherung und dem "Care Key" würden Menschen erkennen, wie gefährlich zu schnelles Fahren sei. Beide Maßnahmen würden für zusätzliche Sicherheit und ein verantwortungsvolles Verhalten des Fahrers sorgen.

Viele Menschen unterschätzen Studien zufolge die Gefahren des zu schnellen Fahrens und passen ihr Tempo nicht der aktuellen Verkehrssituation an. "Selbst die fortschrittlichsten Sicherheitssysteme und eine intelligente Infrastruktur reichen bei höheren Geschwindigkeiten jedoch nicht mehr aus, um bei einem Unfall schwere Verletzungen und Todesfälle zu vermeiden", teilt Volvo mit.

Weitere typische Unfallursachen neben überhöhter Geschwindigkeit sind das Fahren unter Rauschmitteleinfluss und Ablenkung. Volvo will auch diese beiden Bereiche angehen, um seiner Vision von einem Straßenverkehr ohne Verkehrstote und Schwerverletzte näher zu kommen.

Man will dieses menschliche Verhalten verstärkt in der Sicherheitsarbeit berücksichtigen. Geplant ist, entsprechende Maßnahmen und Systeme in künftigen Fahrzeugen einzubeziehen. Welche das konkret sind, wollen die Schweden zu einem späteren Zeitpunkt verraten.

Lars Wallerang / mid

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