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Das sind die Mautregeln der wichtigsten Urlaubsländer
tomwieden / Pixabay.com

Unterschiedliche Zahlweisen, teuer ist´s aber überall

Heuer verreist man gerne mit dem Auto, oder gleich mit einem Wohnmobil. Damit es aber nicht auf irgendeiner heißen Autobahn zum bösen Erwachen kommt, wenn ein Inspektor meint, man würde die Straßenmaut prellen, sollte man sich vorab ein wenig auf die örtlichen Gegebenheiten vorbereiten. Wir bringen einen kleinen Überblick.

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Wer in Österreich bleibt, hat es einfach: Da gibt es eine Vignette, die klebt man am Anfang des Jahres (oder bucht sie digital) und kann schon quer durch's Land gurken. Das ist super. Europaweit mit Ausnahme von Deutschland – wo es gar keine Straßengebühren gibt – aber eine löbliche Ausnahme.

In vielen der beliebtesten Urlaubsregionen Europas werden nämlich auf Autobahnen, Schnellstraßen, auf Brücken oder in Tunneln Gebühren fällig. Wie die Maut zu entrichten ist und wie hoch die jeweilige Gebühr ist, unterscheidet sich von Land zu Land und teils sogar von Straße zu Straße erheblich. Hier ein Überblick:

Frankreich:
Neben zahlreichen Tunneln und Brücken sind mit Ausnahme einiger Abschnitte der Stadtautobahnen und -umfahrungen von Bordeaux, Lyon, Marseille, Paris und Toulouse und im Elsass und Lothringen, der Bretagne und der Auvergne alle Autobahnen in Frankreich mautpflichtig, heißt es beim Automobilclub ACE. Weil die Autobahnen von verschiedenen Gesellschaften betrieben werden, ist auch die Zahlungsweisen nicht einheitlich.

In der Regel wird beim Befahren einer mautpflichtigen Straße ein Ticket gezogen, das beim Verlassen oder Wechseln der Mautstraße für den gefahrenen Abschnitt bezahlt wird. An einigen Abschnitten muss aber auch vorab geblecht werden. Dabei werden neben Bargeld, Mastercard, Visa sowie einigen Tankkarten teilweise auch Bankkarten sowie die American Express- und Dinersclub-Karte akzeptiert.

ACE-Tipps: Immer genügend Kleingeld mitführen. Auf die Symbole achten, um sich in die richtige Maut-Spur einzuordnen. Mit Servicepersonal besetzte Spuren sind mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet. Die mit einem "t" gekennzeichneten Spuren sind für das Télépéage-System reserviert: Dabei wird die Bezahlung über einen Chip an der Windschutzscheibe elektronisch abgewickelt, andere Bezahlarten sind auf dieser Spur nicht zulässig.

Italien:
Hier wird beim Befahren einer mautpflichtigen Straße ein Ticket gezogen, für das man beim Verlassen oder Wechseln der Mautstraße bezahlt. Teilweise gibt es auch Autobahnabschnitte mit Vorkasse. Bezahlt werden kann mit Bargeld, allen gängigen internationalen Kreditkarten und teilweise mit der Bankomat-Karte. Alternativ stehen weitere Zahlsysteme wie Viacard und Telepass zur Verfügung, wobei sich das Telepass-System weniger für Touristen eignet. Der Vorteil der Viacard besteht hauptsächlich darin, nicht auf Bargeld angewiesen zu sein.

ACE-Hinweis: Beträge, die das Guthaben einer Viacard übersteigen, können nur an Fahrspuren in bar oder mit Kreditkarte beglichen werden, die mit Servicepersonal besetzt sind. Und Achtung: Zur Mauterhebung auf der A36, der A59 sowie der A60 Nähe Mailand wird das Free Flow System angewandt. Hierfür empfiehlt sich eine Online-Voranmeldung. Innerhalb von 15 Tagen kann alternativ bei der Kundendienststelle "Punto Verde" oder manchen Tankstellen der Region die Gebühr nachträglich in bar bezahlt werden.

Kroatien:
Auch in Kroatien ist beim Befahren mautpflichtiger Straßen ein Ticket zu ziehen, das beim Verlassen oder Wechseln der Mautstraße bar, mit einer Kredit- oder Bankkarte bezahlt werden muss. Euro werden akzeptiert. Alternativ kann das Verfahren "Electronic Toll Collect" (ETC) genutzt werden: Ein Transponder ermöglicht dabei das bargeldlose Bezahlen der Mautgebühren. Er ist über die Autobahngesellschaft HAC erhältlich, kostet 122 Kuna (derzeit etwa 17 Euro), sorgt dann aber für einen Preisvorteil bei der Streckenmaut. Doch Achtung: ETC ist nicht auf allen mautpflichtigen Straßen verwendbar.

Österreich:
Ja ja, schon klar, Vignette und so. Und dennoch hat der ACE hier einen wichtigen Hinweis, wenn man sich zum Beispiel ein großes Wohnmobil ausborgen möchte: Für Kfz über 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht gilt ein kilometerabhängiges Mautsystem. Die Tarife werden nach der Achszahl und den Schadstoffemissionen bemessen, wobei bei Bussen und schweren Wohnmobilen die Achszahl der Anhänger nicht mitgezählt wird. Die Bezahlung der Mautgebühr erfolgt dann über die Go-Box. 

Schweiz:
"Für Pkw, Kombis, Motorräder, Wohnwagen sowie für Lkw und Anhänger bis 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht muss eine Jahresvignette für 40 Schweizer Franken in der Schweiz oder für 38,50 Euro in Deutschland gekauft und deutlich am Fahrzeug angebracht werden", so der ACE.

Achtung: Wer mit Anhänger unterwegs ist, benötigt zwei Vignetten - eine für das Zugfahrzeug und eine für den Anhänger. Fahrzeuge und Anhänger über 3,5 Tonnen müssen bereits bei der Einfahrt in die Schweiz beim Zoll die Schwerverkehrsabgabe entrichten. Daneben gibt es gesonderte Tarife für Tunnelstrecken, deren Höhe von der Fahrzeugart abhängt: Fahrräder zahlen in der Regel am wenigsten, gefolgt von Motorrädern, Pkw und Wohnwagen.

Spanien:
Autobahnen (Autopistas) in Spanien sind mautpflichtig, Schnellstraßen (Autovias) hingegen kostenfrei. Zu erkennen sind Autobahnen an einer blauen Tafel mit der weißen Aufschrift "AP". Beim Befahren einer mautpflichtigen Straße wird ein Ticket gezogen, das beim Verlassen oder Wechseln der Strecke bezahlt werden muss. Die Kosten variieren je nach Wochentag und Tageszeit. Für einige Teilstrecken fällt eine Pauschalgebühr an.

Bezahlt wird mit Bargeld oder an "Vias Automaticas"-Spuren mittels Kreditkarte. Achtung: Spuren, die mit Télépéaje, "T" oder "VIA-T" gekennzeichnet sind, sind für Fahrzeuge mit VIA-T-Box reserviert, eine elektronischen Mautbox.

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