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Das letzte Verbrenner-Hurra; mit AMG-Power

Zwei Sitze, Mittelmotor, Hinterradantrieb, Leichtbau, Verbrennungsmotor ohne jedwede E-Unterstützung. Der neue Lotus Emira ist so pur, wie ein Lotus sein muss ... und damit der letzte seiner Art und schon jetzt ein Klassiker.

Lotus ist seit jeher dafür bekannt und beliebt Autos zu bauen, die aufs Wesentliche konzentriert sind und gerade deswegen unglaublichen Fahrspaß bieten. Und trotz aller globalen Trends in Richtung Elektrifizierung, Downsizing und Vernetzung scheint auch der Emira diesem Rezept treu zu bleiben - ein letztes Mal. Immerhin erwartet uns nächstes Jahr ein vollelektrisches "Lifestyle-Produkt" (aka Crossover) und 2025 sodann ein ebenso einzig von E-Motoren angetriebener Supersportler, der gemeinsam mit Alpine entwickelt wird. Der Emira ist also tatsächlich nicht weniger als der letzte Hurra aus Hethel für den Verbrennungsmotor ... und noch dazu ein hinreißend fesches.

Vieles davon liegt an seinem Grundrezept: Er ist ein zweisitziger Mittelmotor-Sportler. Damit kennt sich Lotus ja bekanntlich aus. Aber er soll keinen der bisherigen ersetzen, auch wenn freilich die Tage von Elise, Exige und Evora unlängst tatsächlich gezählt waren und er somit eigentlich alle drei ersetzt. Sei's drum: Er ist dafür gedacht, jeden Tag nutzbar zu sein, aber trotzdem etwas Besonderes zu bleiben.

Der Preis dürfte das jedenfalls schon einmal bis zu einem gewissen Grad sicherstellen: knapp 72.000 Euro ruft Lotus mindestens für das Auto auf. Damit werfen die Briten ihn in dasselbe Haifischbecken, in dem bereits der Porsche 718, eine Alpine A110S oder auch die neue Chevrolet Corvette wildern. Denn ja: der Wagen soll global erscheinen, also auch in den USA; ambitioniert.

Unter der Klarsicht-Motorabdeckung steckt neben dem bekannten, von Toyota zugelieferten, jedoch modifizierten 3,5-Liter-V6-Kompressormotor mit 400 PS und 430 Nm Drehmoment, ab etwa August 2022 alternativ auch ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner aus dem Hause AMG.

Das Triebwerk aus Affalterbach wurde an die Lotus-Gegebenheiten mit Quereinbau und Hinterradantrieb angepasst. Ansaugtrakt und Abgasanlage wurden ebenfalls modifiziert. 360 PS leistet der Vierzylinder, Drehmomentwerte nannte Lotus noch nicht. Die Schwaben liefern dazu auch das passende 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Den V6 gibt es weiterhin nur mit Sechsgang-Automatik oder als Sechsgang Handschalter.

Der V6-Motor beschleunigt das Leichtgewicht in 4,5 Sekunden von Null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 290 km/h liegen. Später sollen noch leistungsstärkere Versionen angeboten werden.

Auch in Sachen Fahrwerk werden zwei Optionen zur Wahl stehen: Sport und Tour. Letztere ist dabei das Setup der Wahl, wenn man vor allem auf öffentlichen Straßen unterwegs ist. Wer allerdings gerne auch mal eine Rennstrecke besucht oder einfach gern über schön asphaltierte Landstraßen pflügt, für den ist die Sport-Option die richtige. Sie soll eine "etwas steifere Abstimmung für verbesserte dynamische Fähigkeiten und ein besseres Fahrgefühl" bieten - sagt Lotus. Und wenn Lotus so etwas sagt, ist es selten eine Übertreibung. Das merkt man auch daran, dass die Lenkung stets hydraulisch und nicht elektrisch unterstützt ist: ein besseres Gefühl in den Fingern ist Lotus einen etwas höheren Kraftstoffverbrauch eben wert. Fein!

Ebenfalls nicht lumpen lässt sich Lotus in Sachen Infotainment. Herzstück des Fahrerinformations-Systems, das auch Android Auto und Apple Car-Play beherrscht, ist ein 10,25 Zoll großer, mittig oberhalb der Mittekonsole angeordneter Touchscreen. Hinter dem Lenkrad sitzt ein 12,3-Zoll TFT-Display. Mehr Platz, hochwertige Oberflächenmaterialien und gute Verarbeitung werden fürs Cockpit versprochen. Die fahrerorientierte Armaturentafel rückt alle Bedienelemente in Reichweite. Das unten abgeflachte Sportlenkrad verfügt über integrierte Bedienelemente, Ambiente-Licht sorgt für die richtige Lichtstimmung. Die Sportsitze sind elektrisch verstellbar. Sogar nennenswerten Gepäckraum gibt es. Hinter die Sitze passen rund 208 Liter, zusätzlich 151 Liter sollen im Stauraum hinter dem Motor Platz finden.

Lotus war Pionier darin, die Chassis eines Autos durch das Verkleben von Aluminiumprofilen herzustellen. Und just das tun die Briten nun auch beim Emira. Mit einer Länge von 4,41 Meter, einer Netto-Breite von 1,90 Meter, einer Höhe von 1,23 Meter sowie einem Radstand von 2.575 Millimeter entsprechen die Abmessungen des Emira weitgehend denen des auslaufenden Evora. Seine Spur soll aber breiter werden: bedeutet weniger Rollneigung und mehr Grip, kann im harten Alltag aber zu Schweißausbrüchen beim rangieren durch enge Gasserl führen.

Letztes, aber bei Lotus besonders wichtiges Thema: Gewicht! 1.405 Kilogramm gibt Lotus an. Das können andere, wie etwa Alpine mit der A110S, besser. Dann wiederum hat die schicke Französin aber auch weniger Leistung. Das Leistungsgewicht dürfte also identisch sein.

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