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Recycling macht Autos grüner
Hyundai

"Grün" darf nicht beim Antrieb enden

Das Automobil gilt als Umweltsünder. Doch immer mehr Hersteller achten auf Nachhaltigkeit. Und das ist deutlich mehr als bloßes "Greenwashing". Neben der wachsenden Zahl von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben setzen Unternehmen bei der Produktion zunehmend auf Recycling.

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Beispiel Hyundai: Gemeinsam mit der Meeresschutzorganisation "Healthy Seas" organisiert der koreanische Konzern Aktionen zur Säuberung der Meere. Und: Die Fußmatten im Ioniq 5 bestehen aus recycelten Fischersetzen, die aus den Meeren gefischt wurden. Econyl heißt das zur Wiederverwendung gewonnene Material. Außerdem plant man den Einsatz von Econyl auch für weitere Hyundai-Modelle sowie bei Hyundai-Partnern und im Unternehmen selbst, beispielsweise für Teppiche in Geschäftsräumen.

Auch die Schweden haben beim Recycling die Nase ziemlich weit vorne: Die zu Volvo gehörende Elektromarke Polestar recycelt Kork und Fischernetze für die Fahrzeug-Innenausstattung. Abfälle aus der Korkherstellung und sogar ganze Flaschenverschlüsse können in die PVC-Innenausstattung einfließen. Volvo selbst nutzt Recycling ebenfalls: In den elektrischen C40 kommen keine Ledersitze hinein, sondern welche aus Nordico. Volvo hat dieses Innenraummaterial selbst entwickelt. Dahinter steckt ein Textil, bei dessen Herstellung unter anderem alte PET-Flaschen verwendet werden.

Deutsche Hersteller müssen sich nicht ganz verstecken: Audi und seine Partnerunternehmen Reiling Glas Recycling, Saint-Gobain Glass und Saint-Gobain Sekurit leisten nun im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojekts Pionierarbeit. Die Partnerunternehmen wollen aus dem beschädigten Autoglas einen Wertstoff für die Serienproduktion machen.

Eine Rolle spielt Recycling auch in der Reifenherstellung. Continental hat mit Pyrum Innovations, einem Spezialisten für die Pyrolyse von Altreifen, eine Entwicklungsvereinbarung geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist, das Recycling von Altreifen durch Pyrolyse weiter zu optimieren und auszubauen. So soll mittelfristig unter anderem qualitativ besonders hochwertiger Industrieruß (rCB) für die Reifenproduktion von Continental gewonnen werden.

Und Goodyear will zum Jahr 2030 einen zu 100 Prozent nachhaltigen Reifen anbieten. Ein Prototyp besteht bereits zu 70 Prozent aus nachhaltigen Materialien. Darunter sind einige Bestandteile, die bisher noch nicht in der Reifenproduktion eingesetzt wurden. Der Hersteller spricht von "bahnbrechenden Innovationen" und attestiert dem Prototypen eine "starke Gesamtperformance".

Bei Hyundai ist Recycling unterdessen keine Einbahnstraße: So zeigte die Firma unlängst anhand einer Modekollektion, dass sich Reste aus der Autoproduktion in Kleidungsstücke verwandeln lassen. "Re:Style" heißt die Designlinie für umweltbewusste Klamottenfans. Verwendet werden Materialien, die ansonsten beim Herstellungsprozess von Automobilen weggeworfen werden. Das Konzept unterstreicht das nachhaltige Engagement des Unternehmens über die Automobilindustrie hinaus und liefert Beispiele dafür, dass das Schmuddelkind-Image der Autoindustrie ziemlich in die Jahre gekommen ist.

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