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Das Hypercar wird 10 Jahre alt

Vor ziemlich genau 10 Jahren sorgten gleich drei Hypercars für Herzrasen unter den Benzinblütlern dieser Welt. Der Brite dieses, sodann als "Holy Trinity" bekannten Trios bestehend aus dem Porsche 918 Spyder, dem Ferrari LaFerrari und eben dem McLaren P1, feiert nun seinen ersten, runden Geburtstag. Zeit für einen Blick zurück.

Er war und ist ein bemerkenswertes Auto, der P1. Nicht nur war er das erste Automobil aus Woking, das unter dem Sublabel McLaren Ultimate firmierte, es war zudem McLarens erstes High-Performance-Hybridfahrzeug, streng limitiert, eine echte Waffe auf der Rennstrecke und noch so viel mehr.

Hier zehn überraschende und coole Fakten zum Auto:

  1. Der McLaren P1 beschleunigt in 16,5 Sekunden aus dem Stand auf 300km/h - ganze 5,5 Sekunden schneller als der legendäre McLaren F1
  2. Der McLaren P1 kann für Kurzstreckenfahrten in der Stadt im rein elektrischen Null-Emissions-Modus betrieben werden.
  3. Im Rennmodus senkt sich der McLaren P1 um 50 mm ab und die Federraten versteifen sich um 300 Prozent, so dass das Auto mit mehr als 2 g in die Kurve gehen kann.
  4. Der verstellbare Heckflügel des McLaren P1 ragt auf der Straße um bis zu 120 mm und auf der Rennstrecke um bis zu 300 mm aus der Karosserie heraus.
  5. Mit Siliziumkarbid beschichtete Carbon-Keramik-Scheiben bringen den McLaren P1 in nur 30,2 Metern aus 100 km/h zum Stillstand
  6. Der Inconel-Auspuff im Formel-1-Stil führt auf dem direktesten Weg vom Motor zum Heck des McLaren P1 und wiegt nur 17 kg.
  7. Der Lenkraddurchmesser eines McLaren P1 ist technisch so präzise wie ein von McLaren-Rennfahrern verwendetes Lenkrad: Die Handgriffe der McLaren-Formel-1-Weltmeister wurden während der Entwicklung auf einem CAD-System modelliert und gescannt, um eine exakte Nachbildung zu erstellen
  8. Jeder McLaren P1 wurde von einem Team aus 82 Technikern in einem vierstufigen Montageprozess maßgefertigt. Von Anfang bis Ende dauerte der Bau eines jeden Autos 17 Tage.
  9. Während seines Entwicklungsprogramms legte der McLaren P1 mehr als 620.000 Testkilometer zurück, was mehr als 15 Weltumrundungen entspricht.
  10. Der Name stammt aus dem Grand-Prix-Rennsport, wobei "P1" für den ersten Platz in der Startaufstellung steht, aber auch der Name hat eine lange Tradition: Der McLaren F1 war ursprünglich als Project 1 oder P1 bekannt.

McLaren hatte mit dem P1 hohe Ziele. Man wollte nicht weniger erschaffen als "das beste Fahrerauto der Welt auf der Straße und auf der Rennstrecke". Dafür schöpfte man Design- und Antriebstechnisch ohne Kompromisse aus den Vollen. Da wäre zum Beispiel der Motor: ein 3,8-Liter-V8 mit Doppelturboaufladung (M838TQ), stramme 737 PS stark, kombiniert mit einem leichtgewichtigen Elektromotor, der weitere 179 PS beisteuern kann, was insgesamt 916 PS Systemleistung ergibt. Damit war der Weg frei für eine Top-Position in jedem Autoquartett-Spiel: Beschleunigung von 0-100km/h in 2,8 Sekunden; 0-200km/h in 6,8 Sekunden und 0-300km/h in 16,5 Sekunden. Dazu ein Top-Speed von satten 350 km/h.

Natürlich ist der Motor für all das aber nur die halbe Miete. Stichwort: Leichtbau. Man setzte auf ein MonoCage Kohlefaser-Monocoque mit Dach; ist eine Weiterentwicklung der MonoCell-Struktur, die im McLaren-Supercar 12C zum Einsatz kommt, und erreichte so ein beeindruckendes Trockengewicht von nur 1.395 kg. Das DIN-Gewicht lag bei 1.490 kg (3.285 lbs). Überhaupt stand Gewichtseinsparung in allen Belangen ganz oben auf der To-Do-Liste. Bodenteppich? Unnötig schwer. Gibt's also keinen. Schalldämmung? Ebenso. Standardglas? Viel zu schwer. Stattdessen wurden auf nur 2,4 mm dickes, chemisch vorgespanntes für das Dach und solches in 3,2 mm Dicke für die Frontscheibe gesetzt. Letzteres sparte allein im Vergleich zur 4,2 mm dicken Scheibe des 12C 3,5 Kilogramm. Die Kohlefaser-Karosserieteile des McLaren P1 bestehen darüber hinaus aus einer großen Klappe, einzeln geformten Front- und Heckteilen, die mit dem zentralen MonoCage verbunden sind, zwei kleinen Zugangsklappen im Heck, einer Fronthaube und den beiden Türen. Mit einem Gesamtgewicht von nur 90 kg sind die Paneele außerordentlich dünn, aber auch sehr stabil. Die Hybridbatterie, die tief im Inneren des Kohlefaser-Monokäfigs angebracht ist, wiegt nur 96 kg.

Apropos: Das unermüdliche Streben nach geringem Gewicht bleibt auch heute noch Priorität für McLaren, und 2023 wird der neue Artura - ebenfalls ein Hochleistungs-Hybrid, aber ein großzügig ausgestatteter Serien-Supersportwagen und kein extremes, limitiertes Hypercar - ein DIN-Gewicht von 1.498 kg haben.

Doch zurück zum P1: Der große Heckflügel des Briten war adaptiv - sowohl in Höhe wie auch Winkel. Kennt man heute, war aber damals etwas gänzlich Neues. Er kann auf der Rennstrecke um bis zu 300 mm und auf der Straße um 120 mm nach hinten ausfahren. Er wurde mit der gleichen Software und Methodik entwickelt, die auch im McLaren Formel-1-Team genutzt werden. Folglich gab es hier tatsächlich auch ein DRS (Drag Reduction System) – ganz wie in der F1 eben – über das auf Wunsch der Abtrieb reduziert werden und die Geschwindigkeit auf der Geraden erhöht werden konnte.

Bei all diesen Superlativen dürfte es niemand wundern zu hören, dass der äußerst exklusive Wagen, trotz seines stolzen Preiszettels, bereits wenige Monate nach seiner Enthüllung ausverkauft war; bereits im November 2013 waren alle 375 Exemplare vergeben. Der Bau des ersten McLaren P1-Serienmodells in der Lackierung Ice Silver wurde im September 2013 abgeschlossen - zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Wagen bereits fest als Leistungsikone etabliert. Das letzte vom Kunden bestellte Fahrzeug wurde im Dezember 2015 fertiggestellt; es war in einem atemberaubenden Perlglanzorange lackiert, eine Farbe, die durch ein einzigartiges Tönungsverfahren erreicht wurde, das auch in anderen McLaren-Modellen als Volcano Orange erhältlich ist.

Zehn Jahre nach seinem Auftritt auf dem Genfer Automobilsalon - und in dem Jahr, in dem McLaren auch den 60. Jahrestag der Gründung des Unternehmens durch Bruce McLaren feiert - bleibt der McLaren P1 ein unglaublich aufregender und dynamischer Performer auf der Straße und der Rennstrecke.

Doch seine Geschichte endet hier nicht. Viele der mit ihm etablierten Grundsätze bleiben bei McLaren bestehen und bekommen mit dem Artura schon bald ihren nächsten, großen Auftritt ... mal sehen, was Porsche und Ferrari diesmal entgegenzusetzen haben.

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