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Mercedes C 220 d Coupe Aut. - im Test Mercedes C-Klasse Coupe 2016

Fahrverhalten, Verbrauch & Preis

Bernhard Reichel

Das Neungang-Automatikgetriebe im Mercedes C 220 d Coupé reagiert flott auf die Wünsche des Fahrers. Auf Wunsch kann man über Paddels hinter dem Lenkrad manuell eingreifen, einen rein manuellen Modus, wie bei den AMG-Versionen, gibt es aber nicht.

Die vier Liter Normverbrauch sind, wie bei sämtlichen Konkurrenten auch, unrealistisch. Der Testverbrauch von 6,0 Litern geht dennoch in Ordnung, vor allem angesichts der gebotenen Dynamik. Tankstellen besucht man so nur im vierstelligen Kilometertakt - angenehm komfortabel.

Sein Gewicht von 1,6 Tonnen drückt das Coupé satt auf die Straße, in engen, flott gefahrenen Kurven führt es allerdings schnell zu Untersteuern. Das QP ist mehr GT als RS. Dafür spricht auch die gute Dämmung. Den Klang des Motors hört man daher fast nur im Kaltlauf, dann aber deutlich.

Mit der Soundanlage "Audio 20 CD" lässt sich Musik besonders fein genießen und allfälliges Diesel-Nageln übertönen. Sie enthält im Gegensatz zum Serien-Anlage "Audio 20 USB" auch ein unauffälliges CD-Einschubfach, neben allen modernen Anschlussmöglichkeiten.

Assistenzsysteme gibt es mehr als ausreichend - zumeist gegen Aufpreis. Auf Wunsch achtet der Wagen auf Querverkehr und Fußgänger, bremst autonom, regelt den Abstand auch im Stau, projiziert den Tacho in die Scheibe oder parkt unter anderem selbst ein.

Auffallend gut leuchten die LED-Scheinwerfer die Straße aus, das Licht ist kühl, aber dennoch angenehm. Das Panoramadach lässt viel Licht in den Innenraum und auch bei höherem Tempo zieht es nicht. Erst auf der Autobahn kommt es - im offenen Zustand - zu merklichen Windgeräuschen.

Die schnelle Telefonwiedererkennung per Bluetooth ist erfreulich, die umständliche Bedienung und Menüführung weniger. Der Totwinkel-Assistent müsste nicht ganz so sensibel sein.

Preislich geht es für das Mercedes 220 d Coupé ab 41.350 Euro los. Die Aufpreisliste ist markentypisch lang, die Serienausstattung kann sich aber auch sehen lassen.

Ein Auszug: Zweizonen-Klimaautomatik, "Direktlenkung" mit geschwindigkeitsvariabler Übersetzung, selektives Dämpfungssystem "Agility Control", elektrisch einstellbare Sitze, Soundanlage Audio 20 USB, Multifunktionslenkrad, LED-Tagfahrlichter und -Heckleuchten, Freisprechmöglichkeit, Müdigkeits-Assistent, Kollisionswarner inklusive adaptivem Bremsassistenten, 17-Zoll-Aluräder.

Die AMG Line kostet 2.755 Euro, das 9G-Tronic-Getriebe 2.694 Euro. Die LED-Scheinwerfer säubern das Konto um 1.858 Euro, das Sportfahrwerk mit Sport-Direktlenkung bekommt man für 436 Euro extra.

Für eine hübschere Leergewichtsangabe fasst der serienmäßige Tank nur 41 Liter, wer die volle Kapazität von 66 Liter nützen möchte, sollte die dafür nötigen 62 Euro auf jeden Fall investieren. In der Österreich-Ausstattung ist bereits der größere SRC-Harnstoffbehälter ("AdBlue") enthalten.

Plus
+ üppige Kraftentfaltung
+ exzellente Neungang-Automatik
+ ausgewogenes Fahrwerk
+ Sitze mit gutem Seitenhalt
+ hochwertige Verarbeitung
+ braver Verbrauch

Minus
- hörbares Dieselnageln im Kaltlauf
- mühsame Menülogik
- schlechte Rundumsicht

Resümee
Das Mercedes C 220 d Coupé glänzt nicht nur mit Proportionen aus dem Lehrbuch, sondern auch mit bis ins Detail perfektem Design und erstklassiger Verarbeitung. Wer schön sein will, muss aber auch leiden, zumindest bei der Rundumsicht und beim Einstieg in den Fond. Der Motor geht mehr als munter ans Werk, lediglich beim Kaltlauf-Nageln könnte er zurückhaltender sein.

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