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Seat Ibiza 1.2 TSI Style - im Test Seat Ibiza 2016

Sehr verbunden

Bereits zum zweiten Mal liftet Seat seinen Ibiza. Diesmal wurde vor allem an seinen inneren Werten gearbeitet. Wir testen den 90-PS-Benziner.

Text: Tanja Pitzer
Fotos: Bernhard Reichel

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Neben einer neuen Motorenpalette bringt Seat seinen Ibiza neuerdings mit einigen Assistenzsystemen und dem "Connect"-Paket zur Smartphone-Verbindung an den Puls der Zeit. Von außen muss man allerdings genau hinsehen, um optische Unterschiede zum Vorgänger zu erkennen.

Einige Kanten wurden nachgeschärft und das Scheinwerferinnenleben neu designed. Für diese gibt es nun auch ein integriertes LED-Tagfahrlicht. Mehr war allerdings auch gar nicht nötig, wirkt der Seat doch immer noch knackig frisch auf der Straße.

Im Innenraum hat sich etwas mehr geändert: Neben dem Lenkrad, das nun aus dem großen Bruder Leon stammt, wurden auch das Kombiinstrument und der zetrale Touchscreen umgestaltet. Dieser ist nun keine aufgesteckte Variante mehr, sondern ein wesentlich eleganterer, integrierter 5-Zoll-Bildschirm.

Die Bedienelemente wurden ebenfalls aufgeräumt. Trotz geringerer Knöpfchen-Zahl findet man alles intuitiv an seinem Platz. Zusammen mit hochwertigeren Materialien macht das den Stadtflitzer richtig erwachsen.

Wer seinen Ibiza weiter individualisieren möchte, kann dies mit verschiedenen "Color Packs" tun. Außenspiegel, Frontgrillumrandung und Felgen können so in der Lieblingsfarbe erstrahlen. Ebenso die Sitze und Dekorelemente im Innenraum.

Unter der Haube unseres Testwagens arbeitet ein 1.2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Turbo-Aufladung, der 90 PS hergibt. Mit diesem lässt sich eine Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h erreichen und von 0 auf 100 km/h in 10,7 Sekunden beschleunigen.

Ein sechster Gang wäre vielleicht zeitgemäßer, wirklich vermissen muss man ihn aufgrund der langen Übersetzung des drehmomentstarken Motors nicht. Auch der Testverbrauch geht mit 6,1 Litern in Ordnung. Die Normverbrauchs-Vorgabe von 4,9 Litern ist wie immer allzu ambitioniert.

Optisch wirkt der Ibiza der vierten Generation dessen Grundform fast acht Jahre alt ist, immer noch sehr gefällig. Auch der Motor macht im Praxistest Freude und lässt sich nicht lange bitten, wenn man aufs Gas steigt.

Besonders fällt aber auf, wie leise und laufruhig unser Benziner im Stand läuft. Das Getriebe gibt ebenfalls keinen Grund zur Kritik. Die Gänge lassen sich leicht und flüssig hinauf und hinunter dirigieren.

In der vorderen Reihe kann man nicht über Platzmangel klagen. Auf der Rückbank hingegen kann es als Erwachsener mitunter schon etwas eng werden. Das trifft sowohl auf die Beinfreiheit zu, als auch aufgrund der flachen Dachlinie auf die Kopffreiheit. Der Kofferraum kann von 292 Liter auf 930 Liter vergrößert werden.

Mit 4,06 Metern Länge ist der Ibiza kompakt und erstaunlich wendig. Perfekt, um durch die Stadt zu kurven. Das Fahrwerk schluckt dabei unnötige Erschütterungen zuverlässig, ohne das Auto zu einer Schaukel mutieren zu lassen. Auch hier hat Seat die goldene Mitte gefunden.

Eines der Herzstücke des Ibiza-Liftings ist das "Connect Paket" mit dem man nun sein Smartphone mühelos mit dem Auto verbinden kann. Über die Systeme "MirrorLink", "Apple Car Play" oder "Android Auto" wird damit die Handy-Bedienoberfläche auf den integrierten Bildschirm gespiegelt und kann so direkt über das Infotainment-System bedient werden.

Telefonieren, Navigieren, Terminplan, E-Mails oder Wetterbericht: alles ist nun über das Auto zu handeln. "Technology To Enjoy" nennt Seat das und möchte damit die jüngere Generation ansprechen.

Wer allerdings gewöhnt ist, dass sich sein Telefon beim Einsteigen automatisch via Bluetooth verbindet, muss sich erst daran gewöhnen, jedes mal das USB-Kabel zu zücken, damit unterwegs nicht plötzlich der Saft ausgeht. Ansonsten funktioniert das System aber erstaunlich gut und stabil.

Hauptvorteil ist, dass viele Apps nun über den wesentlich größeren Bildschirm oder gar über die Sprachsteuerung bedient werden können, was die Ablenkung minimieren soll.

Preislich geht es für den Seat Ibiza bei 10.490 Euro los. Unser getesteter 90-PS-TSI in gehobener Ausstattung "Style" ist als Fünftürer zu einem Basispreis von 14.990 Euro zu haben. Der Dreitürer ("Sport-Coupé") kostet 500 Euro weniger, der Kombi
("ST") 500 Euro mehr.

Serienmäßig gibt es einen Bordcomputer, ESP, Tempomat, Berganfahr-Assistent, Müdigkeitswarner und ein Media-System unter anderem mit 6 Lautsprechern, Mulifunktionslenkrad, USB und Bluetooth-Anbindung.

Das Österreich-Paket, bei dem man sich Klimaautomatik, Lederlenkrad und -Schaltknauf, LED-Tagfahrlicht und -Rückleuchten sowie Nebelscheinwerfer samt Abbiegelicht ins Auto holt, kostet an sich 1.150 Euro, ist allerdings auf unbestimmte Zeit gratis - somit quasi ein Muss.

1.590 Euro muss man hingegen für das Connect Paket berappen. Dafür erhält man nicht nur die Möglichkeit, sein Smartphone mit dem Auto zu verbinden, sondern erhält auch gleich das passende Samsung Galaxy A3 plus 16-Zoll-Alus und ein paar Design-Gimmicks in Grau oder Blau dazu.

Plus
+ quirlig-laufruhiger Motor
+ agiles Fahrwerk
+ fairer Preis
+ "Österreich-Paket" auf unbestimmte Zeit gratis

Minus
- wenig Platz im Fond

Resümee
Der Seat Ibiza ist auf jeden Fall eine Kaufempfehlung wert. Er versucht nicht zwanghaft zu sein was er nicht ist, sondern macht einfach seinen Job. Egal, ob als schicker Einkaufsbegleiter, sportlicher Kumpel oder beim Familienausflug. Der Ibiza macht alles mit und das auch noch mit Style.

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