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Smart Brabus fortwo cabrio - im Test Smart Brabus Fortwo Cabrio 2017

Gelbsucht

Wir testen das neue Smart Brabus Cabrio mit kräftigen 109 PS. Taugt es für alle Jahreszeiten? Macht es so viel Spaß, wie der Name verspricht?

Text: Tanja Pitzer
Fotos: Bernhard Reichel

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Wie eh und je gibt es nun auch die dritte Generation des Zweisitzers Smart Fortwo als Cabrio zu kaufen. Der offene Kleine bietet sich eben perfekt an, um durch die Städte zu flitzen, während einem der Wind um die Nase weht. Unser getestetes Topmodell wurde vom Haustuner Brabus veredelt und mit 109 PS versehen.

Von außen ist man, jedenfalls mit ziviler Winterbereifung, fast inkognito unterwegs. Die Sportauspuffanlage mit den zwei Endrohren, eine Zehn-Millimeter-Tieferlegung sowie ein paar Schweller und Spoiler sind die auffälligsten Unterscheidungsmerkmale zum „normalen“ Smart.

Im Innenraum ist der Unterschied bedeutend größer. Mit viel schwarzem Leder, hübschen Ziernähten und ein paar sportlichen Accessoires verliert der Fortwo die Anmutung eines Spielzeugs und sieht damit nun hochwertiger und edler aus. Außerdem sind hier hinter dem mittlerweile serienmäßigen Dreispeichen-Lenkrad zwei Schaltwippen zu finden, die zum manuellen Rauf- und Runterschalten einladen.

Angetrieben werden die Hinterräder des Smart Brabus von einem 0,9 Liter kleinen Dreizylinder-Turbobenziner aus dem Hause Renault mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, der wie immer im Heck sitzt.

Bei dem Namen Smart Brabus erwartet man nicht nur edles Interieur, sondern auch einiges an Leistung. Die klingt mit 109 PS und einem maximalen Drehmoment von 170 Nm nicht gerade gewaltig, schubst den unter einer Tonne leichten Smart allerdings in 9,5 Sekunden auf 100 km/h. Auch wenn bei 165 km/h schon wieder Schluss ist. Schneller traut man sich mit dem Kurzen ohnehin nicht zu fahren.

Laut Werk verbraucht das Smart Brabus Cabrio im Schnitt 4,6 Liter. Real kommen wir je nach Fahrweise auf 5,8 bis 7,3 Liter. Dabei verlangt der Motor allerdings Super-Plus-Benzin. Trotzdem ist der Verbrauch zum Teil sogar günstiger als bei den schwächeren Smart-Saugmotoren, die sich deutlich mehr Mühe geben müssen.

Die Minimalität des Wendekreises von gerade einmal 6,65 Metern begeistert einfach immer wieder. Man möchte am liebsten ständig Ein- und Ausparken oder durch enge Gassen kurven.

Der im Fortwo verbaute Motor leistet für gewöhnlich 90 PS und ist nicht als Sprintwunder verschrien, die Brabus-Variante bringt diesbezüglich deutliche Besserung und einiges an Fahrspaß. Man kommt nun spritzig und flott durch den Alltag. Das Fahrgefühl mit dem extrem kurzem Radstand ist allerdings nicht nur positiv. Das Fahrwerk ist zwar erstaunlich komfortabel, gibt aber wenig Feedback von der Straße. Gleiches gilt für die leichtgängige Lenkung, die bei höherer Geschwindigkeit indirekter wird (variable Lenkübersetzung).

Oft geht man vor Kurven daher ganz instinktiv vom Gas. Tut man es nicht, greift das ESP rigoros ein und verhindert etwaige Heck-Schwenks im Ansatz, selbst auf winterlich rutschigem Terrain. Das Doppelkupplungsgetriebe macht wiederum Laune, es schaltet schnell und präzise. Vor allem das Hochschalten mittels Schaltwippe geht besonders flott.

Um offen zu fahren, genügt ein Knopfdruck, und das Dach gleitet elektrisch nach hinten. Wie bei den Vorgängern bleiben dabei die Dachholme stehen.

Für mehr Open-Air-Gefühl muss man sie manuell ausbauen und mit Spanngurten innen am Heckdeckel befestigen. Beim Vorgänger standen dafür noch zwei passende Schalen im Deckel zur Verfügung.

Mit 260 Litern Kofferraumvolumen ist das Fortwo Cabrio kein Ladewunder, befinden sich die Dachholme am Heckdeckel, bleibt noch weniger Platz. Umgekehrt kann man, wenn man allein unterwegs ist, die Lehne des Beifahrersitzes vorklappen und kommt so auf 340 Liter.

Der in unserem Testwagen montierte Subwoofer (Bestandteil des optionalen "JBL-Soundsystems") kostet nicht nur Kofferraumvolumen und Ladebreite, sondern ist auch so montiert, dass der Motorraum ohne Schraubarbeiten nicht mehr zu öffnen ist.

Wer Brabus will, muss auch bei Smart tiefer in die Tasche greifen. Das 2,74 Meter kurze Cabrio kostet 23.250 Euro. Wem 90 Turbo-PS zum Offenfahren genügen, der kommt - natürlich ohne optische Brabus-Zutaten - mit 15.100 Euro durch.

In Sachen Ausstattung lässt der Smart Braus dafür kaum Wünsche offen: Regen- und Lichtsensor, Tempomat, Klimaautomatik, Notbremsassistent mit Abstandswarnung, Berganfahrhilfe, Audiosystem samt Bluetooth-Freisprecheinrichtung sind serienmäßig. Gegen Aufpreis gibt es darüber hinaus Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Lederpolsterung, Navigationssystem, Sitzheizung, Rückfahrkamera und einiges mehr.

Plus
+ unschlagbar in engen Gassen und beim Einparken
+ spritziger, durchzugsstarker Motor
+ unerwartet komfortables Fahrwerk
+ hochwertiges Interieur

Minus
- bei höherer Geschwindigkeit indirekte Lenkung
- Dachholmverstauung unpraktischer als beim Vorgänger

Resümee
Man merkt, dass sich die Entwickler bemüht haben, das Maximum aus dem kleinen Zweisitzer zu holen. Zwerg Rase ist das Smart Brabus Fortwo Cabrio aber keiner, eher ein richtig ausgewogener Stadtflitzer, der besonders im Sommer viel Freude bereitet.

Weitere Testdetails:

Preise, Ausstattung und Technik
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