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Peugeot Traveller 2.0 BlueHDi 150 - im Test Peugeot Traveller 2018

Ganz schön voluminös

Mit dem Peugeot Traveller spricht man Geschäftsleute und Familien gleichermaßen an - wir testen den Van in der mittleren Länge L2 mit 150 PS.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Sabine Sommer

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Business-Kunden und Familien möchte Peugeot mit dem neuen Traveller ansprechen - der ausgewachsene Van wird auf gleicher Basis auch von der Schwestermarke Citroen (Spacetourer), aber auch von Toyota (ProAce Verso) angeboten, handelt es sich doch um ein Gemeinschaftsprojekt mit den Japanern.

Peugeot bietet den Traveller in drei verschiedenen Längen (Kompakt/L1, Standard/L2 und Lang/L3) mit fünf bis zu neun Sitzen an, dazu gibt es drei verschiedene Diesel-Motoren mit modernster Abgasreinigung zur Auswahl.

Wir haben uns für die mittlere Länge entschieden, was eine Fahrzeuglänge von rund fünf Metern bedeutet, dazu der ebenfalls mittelstarke BlueHDi-Motor mit 150 PS, das Testmodell wurde in der Ausstattungslinie Business samt neun Sitzen ausgeliefert. In dieser sind bereits elektrische Fensterheber vorne, adaptiver Tempomat, Regen- und Lichtsensor, LED-Tagfahrlicht, automatische Klimaanlage und ein Audio-System inkludiert. Gegen Aufpreis an Bord sind beim Testwagen: das Connect NAV-Paket mit Navigation, die erweiterte Traktionshilfe "Grip Control", Xenon-Scheinwerfer und elektrische Schiebetüren.

Das Fahrer-Auge erfreut sich an einem Interieur, das so ganz und gar nicht das Flair eines Nutzfahrzeugs erzeugen möchte - ganz im Gegenteil: Wir genießen gewohnten Pkw-Charme, schließlich wird der 7-Zoll-Touchscreen inklusive Navigation in der Mittelkonsole auch in den Personenkraftwägen des PSA-Konzerns installiert. Der Fahrer sitzt zudem bequem, hat eine mehrfache Sitzjustierung zur Verfügung, auch eine angenehm entlastende Mittelarmlehne fehlt nicht. Der Schalthebel ist optimal zu bedienen.

Was der Fahrer nicht tun sollte: Den Blick nach rechts schweifen lassen - vor allem dann nicht, wenn dort wie in der 9er-Konfiguration vorgesehen, tatsächlich zwei Menschen Platz genommen haben. Die „Strafbank“ mutet neben dem platzmäßig verwöhnten Fahrer gar schmal an, denn sie ist nicht justierbar und die vom Werk vorgenommene Lehnenneigung ist oberlehrerhaft aufrecht.

Da wir gerade bei den wenigen echten Kritikpunkten des Peugeot Traveller sind, gleich noch ein weiteres Manko: Zwar gibt es zahlreiche nützliche Ablageflächen, wie man sie in einem solchen Auto auch erwartet, beispielsweise äußerst praktische Klapptische auf der Rücklehne der Vordersitze.

Doch am Ende weiß man nicht, wohin mit dem „Coffee to go“. Denn keine der Ablageflächen ist so geformt, dass man Getränkedosen oder Becher abstellen könnte.

Die hinteren Sitzbänke sind wiederum sehr bequem, die elektrischen Schiebetüren beim Ein- und Aussteigen eine große Entlastung. Angehm auch die getönten Seitenscheiben in den Reihen zwei und drei. Erfreulich ist die effektive Geräuschdämmung im Peugeot Traveller, die auf gutem Pkw-Niveau liegt, auch auf der Autobahn.

In puncto Sicherheit kann man selbst in der letzten Reihe unbesorgt sein, denn Kopfairbags gibt es für alle Passagiere. Wenn tatsächlich die maximale Fahrgastzahl erreicht wird, stehen immer noch rund 603 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung.

Nach Umklappen der beiden hinteren Sitzreihen werden daraus 2.700 Liter, bei komplettem Ausbau der Sitze kommt man auf nahezu 4.000 Liter. Die Sitze sind realtiv leicht auszubauen, man muss dafür weder Kraftsportler noch Technikgenie sein.

Mit dem 150 PS starken Zweiliter-Turbodiesel bewegt sich der rund zwei Tonnen schwere Van durchaus behände - auch auf steilen, sogar rutschigen Bergaufpassagen und mit voller Beladung, wobei die aufpreispflichtige Grip Control unterstützend einwirkt, hier kann aus fünf verschiedenen Fahrmodi jener Modus gewählt werden, der bei den jeweiligen Gripverhältnissen die bestmögliche Traktion bietet.

Sein maximales Drehmoment von 370 Newtonmetern liefert der Selbstzünder ab 2.000 U/min, von 0 auf 100 km/h benötigt der Traveller mit dem 150 PS-Motor 11,7 Sekunden, er fühlt sich jedoch deutlich agiler an. Mit dem nur 115 PS starken Motor, der ebenso zur Auswahl steht wie eine 177 PS-Variante, wär eine Fahrt mit voller Beladung schon ein wenig mühevoll, selbst wenn es den nur für die kürzteste Bauform L1 gibt.

Mit unserem 150 PS-Turbodiesel und der sehr gut abgestimmten Sechsgang-Handschaltung gibt es in dieser Hinsicht keinerlei Probleme. Das Fahrwerk ist komfortabel und in zu schnell angegangenen Kurven verhält sich der Traveller bei erträglicher Seitenneigung gutmütig, was er auch seinem langen Radstand zu verdanken hat. Die Lenkung ist zwar relativ indirekt, aber sehr präzise.

Zwar konnten wir mit dem Peugeot Traveller Business L2 2.0 BueHDi 150 in keiner Besatzungsvariante an dden Norm-Mixverbrauch von 5,3 Liter Diesel herankommen, aber auch 7,1 Liter sind für einen Van dieser Klasse und Größe mehr als akzeptabel. In der von uns getesteten Austattungsvariante Business und mit dem 150 PS starken Motor kostet der Traveller 40.850 Euro.

Plus
+ in allen Belangen Pkw-Flair
+ bequemer Fahrersitz
+ guter Komfort in den hinteren Reihen
+ enormes Raumangebot
+ effektive Geräuschisolierung
+ Vorsteuerabzugsberechtigung für Selbständige

Minus
- unbequeme Beifahrerbank in 9er-SItzkonfiguration
- keine Ablagemöglichkeiten für Getränke

Reümee
Sowohl Geschäftskunden als auch Familien werden mit dem Peugeot Traveller eine gute Zeit verbringen, der Van wurde genau für diese Zielgruppen gebaut. Lediglich die 9-sitzige Konfiguration mit schmaler Bank für zwei Beifahrer vorne ist nicht zu empfehlen, mehr als acht Personen sollten bei längeren Fahrten nicht an Bord sein.

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