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WRC 2027: Project Rally One WRC-Projekt für 2027 der Tuning-Firma Project Rally One
Project Rally One

WRC 2027: Details zu erster Tuning-Firma als Konstrukteur in der Rallye-WM

Project Rally One ist der erster Tuner, der ein Auto für das neue technische WRC-Reglement, gültig ab der Saison 2027, entwickelt

Der Automobil-Weltverband (FIA) hat Details zu einem neuen Konstrukteur bekanntgegeben, der ein Auto entwickelt, welches ab 2027 unter dem neuen technischen Reglement der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) antreten soll.

Project Rally One - gegründet vom erfahrenen Motorsportingenieur Lionel Hansen, dem ehemaligen FIA-Rallyedirektor und Citroen-WRC-Teamchef Yves Matton, sowie von Prospeed - ist das erste diesbezügliche WRC-Projekt, das offiziell von einem Tuner gestemmt wird. Im Rahmen dieses Projekts wird ein Fahrzeug auf Basis der 2027er-WRC-Reglen (WRC27) entworfen, gebaut und homologiert, um im nächsten Regelzyklus der Rallye-WM an den Start gehen zu können.

Bislang war war Toyota der einzige Hersteller, von dem bekannt war, dass er ein Fahrzeug anhand der WRC2027-Spezifikation aufbaut. Allerdings gab FIA-Technikchef Xavier Mestelan Pinon im Juli dieses Jahres bekannt, dass abgesehen davon auch mindestens zwei Tuner eng mit der FIA an Projekten für 2027 zusammenarbeiten.

Das neuen technische WRC-Reglement, das für einen Zeitraum von zehn Jahren (2027 bis 2036) gelten werden, ist kostengünstiger und flexibler gestaltet, um neue Hersteller und Teams für die Rallye-WM zu gewinnen. Die Fahrzeuge werden mit einer Kostenobergrenze von 345.000 Euro gebaut, leisten etwa 300 PS, verfügen über ein Space-Frame-Chassis und verwenden einige Rally2-Komponenten.

Bei Project Rally One handelt es sich um eine Idee von Yves Matton und Lionel Hansen. Die beiden haben sich zusammengetan, um zunächst den Porsche 992 Rally GT zu entwickeln. Dieses Fahrzeug wurde erfolgreich homologiert und feierte in diesem Jahr sein Debüt im Wettbewerb.

Im WRC-Projekt wurden derweil bedeutende Fortschritte erzielt. Design und der Bau des Fahrgestells sind abgeschlossen, die Montage des Prototyps ist derzeit im Gange. Nach Fertigstellung wird das Fahrzeug ein umfassendes Entwicklungsprogramm durchlaufen. So sind vor der Homologation mehr 6.000 Testkilometer auf Schotter und Asphalt geplant. Der Shakedown des Fahrzeugs ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen.

Bevor das Fahrzeug ab 2027 in der Rallye-WM an den Start gehen kann, muss es seitens der FIA homologiert werden. Dazu braucht es zehn Exemplare des Autos, die allesamt innerhalb von 24 Monaten nach dem Homologationsdatum produziert werden müssen. In ihrer ersten Saison muss Project Rally One zwei Fahrzeuge bei mindestens der Hälfte der Events im WRC-Kalender einsetzen.

Laut Hansen ist "der Einstieg von Project Rally One in die Rallye-Weltmeisterschaft ein äußerst wichtiger Moment für uns. Wir sind sehr stolz darauf, als Erste ein neues Auto für die nächste Ära der WRC vorstellen zu können. Die Einführung der WRC27-Regeln gibt uns die Möglichkeit, den Schritt in die Weltmeisterschaft zu wagen".

"Der neue technische Rahmen schafft die richtigen Voraussetzungen für unabhängige Projekte wie das unsere, sodass wir ein Auto von Grund auf entwickeln und damit auf höchstem Niveau gegen die Hersteller antreten können. Die Fortschritte, die wir bereits erzielt haben, geben uns echtes Vertrauen."

"Mit dem fertigen Chassis und dem Prototypen, der sich derzeit in der Montage befindet, sind wir in einer starken Position. Derzeit bereiten wir uns auf den Shakedown im Frühjahr vor und werden die Entwicklung des Autos bis zum Debüt fortsetzen", so Hansen.

FIA-Technikchef Pinon ergänzt: "Der Einstieg von Project Rally One in die Rallye-Weltmeisterschaft ist ein klares Zeichen dafür, dass diese Vision Gestalt annimmt. Durch die Öffnung der Homologation für Tuner und die Einführung eines kostengünstigen, langfristigen technischen Reglements für die Kategorie haben wir ein Umfeld geschaffen, in dem Tuner zu gleichen Bedingungen wie Hersteller in die WRC einsteigen können."

"Project Rally One veranschaulicht genau, was mit dieser Vision erreicht werden sollte", so Pinon und weiter: "Das Projekt bestätigt, dass die neue Ära der Rallye-Weltmeisterschaft schon jetzt das Wachstum und die Vielfalt anzieht, die dieser Sport braucht."

Motorsport-Total.com

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